Sonntag, 24. Juli 2011

Da ist es doch, was er wollte

Na Bravo liebe Medien, welche auch immer. Ein Ziel des Oslo-Mörders war: 

AUFMERKSAMKEIT - SCHLAGZEILEN!

Okay, die hat er nun, stundenlang, seitenlang. Da wird analysiert, schwadroniert. Da geht es wieder gegen Computerspiele, gegen irgendetwas, wogegen es immer geht. Es werden Artikel in Blogs übernommen, wo mitgeteilt wird, zum xten Male, dass er so etwas wie ein verirrtes Schaf wäre. Da wird auf seine "Denk"schrift eingegangen.

Warum?

Warum befasst man sich mit ihm?

Wieso?

Wieso gibt man diesem Mörder soviel Raum?

Wieso schreibt man darüber, was er in seinem Pamphlet ausgespukt hat? Sollen andere - wie bei Sarazzin - wieder heimlich sagen: ja, ja, irgendwie hatte er doch recht, aber Gewalt, nein das macht man nicht.

Wieso verschwindet er nicht sang- und klanglos in der Versenkung? Ohne Schlagzeilen! Das wäre Strafe für ihn. Aber so? So wird er Märtyrer werden. Sarazzin ist ja auch schon einer auf seine Art und in anderer Weise.

Und warum sagen Christen, dass so etwas kein Christ sein kann? Natürlich kann er kein Christ sein, so wie ein muslimischer Mensch kein Muslim sein kann, wenn er politisch motiviert mordet. 

Warum wird da ein Unterschied gemacht?

Wieso widmet man sich nicht lieber den Opfern? Fragt sich, warum eine Gesellschaft solche Leute hervorbringt. Das wäre die richtige Schlussfolgerung.

Schweigt über diesen Mörder!

Kommentare:

  1. Ich denke die Medien sind nun im Zugzwang. Das Thema wurde ja zuerst dazu benutzt wieder einmal vor islamischem Terror zu warnen. Verschiedene "Terrorexperten", die GdP und auch Innenminister sprangen sofort auf den Zug auf, forderten verstärkte Wachsamkeit. Und nun? Es war kein Muslim, nicht mal ein Konvertit. Jetzt versucht man halt das Porzellan zu kitten, was man zerschlagen hat. Da ist jedes Mittel recht vor allem wenn es sehr emotional ist.

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  2. Zunächst mal müssen wir nahe bei den Opfern und ihren trauernden Familien sein.

    Ich finde aber schon, dass die Medien sich u.a auch um die rechtslastigen geistigen Brandstifter in Europa beschäftigen sollten. Es ist zwar die tat eines Einzelnen. Aber eben auch eine Tat mit vielen Anstiftern, wie die TAZ heute titelte. Das gilt aufzuarbeiten.
    Dazu auch ein Beitrag auf den NachDenkSeiten
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=10216

    Außerdem wollen einige Politiker die Tat für sich nutzen und die Diskussion um die Vorratsdatenspeicherung wieder aufblühen zu lassen.

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  3. @marty: da hast du völlig Recht und das habe ich ja auch gesagt. Das heißt aber nicht, dass nun jeder den Terroristen in den Mittelpunkt rücken sollte und auskauen sollte, was er gesagt hat. Den Nährboden MUSS man offen legen. Das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Das Erstere ist die Sensationslust und das Verbreiten von Gedankengut, die zu dieser Tat geführt haben. Es ist eben so, dass nun auch der letzte weiß, was der Mörder wollte und da kommt die Vielzahl derjenigen dazu, die sich vom Abstieg bedroht fühlen und ihn nun innerlich zustimmen können. Das Zweite ist doch eher die gesellschaftlichen Mechanismen aufzuzeigen, warum es diese stille Vielzahl gibt, die z.B. einem Henrik M. Broder zustimmen, einem Sarazzin zustimmen und dann irgendwie auch dem Pamphlet des Mörders. Aus den Reihen dieser stillen Vielzahl rekrutieren sich die Mörder.

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