Montag, 18. Juli 2011

Japan isses

Ich habe die Frauenfußball-WM meist nur in den Werbepausen geschaut und dann die Verlängerungen. Dazwischen hat man m.E. nichts verpasst. Ich hatte den Eindruck, als ob die Frauen schon mal besser gespielt haben, wie bei der diesjährigen WM. Es ist eben noch nicht soweit. Der Frauenfußball steht noch ganz am Anfang. Neben schönen Spielzügen gab es sehr viel Hühnerhof. 

Japan hat es gepackt. Deutschland ist Gottseidank ausgeschieden. Bei den ganzen Hühnern, waren die deutschen noch kopfloser. 

Eines muss man den Japanerinnen zu Gute halten. Sie spielten, aus Lust an der Freude. Bis zum Viertelfinale gabe es keine Prämienzusagen - wie ich hörte. Erst als sie wirklich im Viertelfinale spielten, überlegte man, ihnen eine Prämie zu geben. Und die Prämie fiel dann noch 2 TEUR geringer aus, als die der Deutschen. Wohlgemerkt, für einen WM-Titel. (Ich halte es überhaupt für eine Unsitte, Titel pekuniär zu vergolden)

Das muss man sich mal vorstellen: Keine Leistung und Prämie. Ich hab den genauen Betrag nicht mehr im Kopf. Er war unter 20 TEUR. Nur finde ich, dass niemand eine Prämie verdient, nur weil er bei den WM spielt. Das kann doch wohl nicht das Kriterium sein. 

Aber das scheint mir typisch deutsch zu sein. Da werden sogenannte Leistungsträger hochgejubelt und dann bekommen die OHNE Leistung Geld in den Hintern geblasen. 

Nun frage ich mich, warum gilt das nicht für eine Verkäuferin oder jemanden an der Supermarktkasse? Warum gilt das nicht für Leiharbeiter, die sich bucklig schuften und gute Arbeit abliefern? Muss die Prämie der Fußballspielerinnen nicht genau erst dort erarbeitet werden? Mit welchem Recht stecken die dann eine ein und die anderen werden geditscht?

Gut ich gebe es ja zu. Das Geld für die Prämie für Nichtleistung wird nicht in der Industrie, der Landwirtschaft usw. erarbeitet, nicht in der realen Wirtschaft. Es wird einfach nur gedruckt. Es entsteht aus Nichtleistung, aus irgendwelchen Finanzierungen, Luftbuchungen u.ä. Es ist Geld, wo nichts dahintersteht nur eine große furchtbar leere Blase, die irgendwann platzen wiederum platzen wird.

Kommentare:

  1. Ja, kann man stellen, diese Frage, und das ganz zu Recht.
    Das Übel beginnt jedoch bereits an anderer Stelle!
    Nämlich dort, dass ein großer Teil unserer Sportler doch bei der Bundeswehr als Sportsoldaten angestellt und somit eh schon vom braven Steuerzahler finanziert sind. Inwieweit da dann Preis- und Sponsorengelder mit dem Einkommen gegen gerechnet werden müssen entzieht sich meiner Kenntnis, aber ich denke es ist wie bei unseren tollen Politikern - nämlich 0 Aufrechnung!

    AntwortenLöschen
  2. @H.B.: Aufrechnung? Na, die wird wohl nicht geschehen. Alle bedienen sich an den Steuergeldern einfach so und den Armen wird das immer vorgehalten, aber diejenigen, die groß davon Absahnen meinen, dass sie es zu Recht bekämen. Wieso? Wir kommen alle nackt auf die Welt und gehen wieder genauso. Wenn wir als Asche gesammelt werden oder von Maden zerfressen werden, interessiert das denjenigen nicht mehr, wieviele Nullen auf seinem Bankkonto waren.

    AntwortenLöschen

Ich freue mich, dass du kommentierst. Nur beachte bitte:

Kommentare, die rassistisch sind, Hetze gegen bestimmte Personengruppen verbreiten und im Gossenjargon angefertigt werden, sind Spam und werden von mir nicht veröffentlicht. Außerdem mache ich bei unsachlichen und nicht zur Sache gehörenden Kommentaren sowie doofem Gelabere von Trollen von meinem Hausrecht gebrauch.