Samstag, 6. August 2011

Atomkraft - nein Danke

Grabmal der unbekannten Toten in Hiroshima


Hiroshima

Hiroshima. Um 8:15 war an diesem Tag die Welt noch in Ordnung, wie sie im Krieg in Ordnung sein kann. Schuljungen bauten Häuser für eine Brandschneise ab. Japanische traditionelle Häuser sind schnell abbaubar. Schulmädchen nähten Zelte für die Menschen, deren Häuser abgebaut worden waren.

Die Menschen gingen ihrem Tagwerk nach. Männer verabschiedeten sich von ihren Frauen, um ihrer Arbeit nachzugehen. Frauen kauften auf dem Markt ein für ihre tägliche Nudelsuppe.

8:16. Um diese Zeit ging die Welt in Hiroshima unter. Eine Stadt wurde wegradiert. Im Museum zeigt ein Schaubild Menschen, deren Haut in Fetzen herunter hängt. Textilmuster der Bekleidung sind in Armen und Schultern eingebrannt. Menschen sind verkohlt und leben noch. Auf einem Stein ist der Schatten eines Menschen sichtbar, der dort gesessen hatte. Ein Bild zeigt ein Pumpenrad auf einem Schiff, welches an der Wand Schatten wirft, eingebrannt. Wände mit Spuren von schwarzem Regen. Haut mit Fingernagel liegt in einem Kasten. Schreckliche Sachen. Alles ist weg, nichts geht mehr.

Und um das Leid zu vergrößern, durfte in Japan bis Anfang der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts nicht über die Atombombe gesprochen werden. Es war schwer als Opfer anerkannt zu werden. Die Schulkinder, die oben beschrieben, wurden gar als Opfer verleugnet. Vermisst seien sie. Eine private Stiftung errichtete ein Denkmal für sie - nicht im Friedenspark, das durften sie nicht - neben dem Atombombendom. Zwischenzeitlich sind sie als Opfer anerkannt.

Stellvertretend sei hier Sadako Sasaki erwähnt. Wenn Japaner 1.000 Kraniche falten, dann können sie einen Wunsch an die Götter richten. Sadako Sasaki war gut 2 Jahre, als die Atombombe auf Hiroshima fiel. Als Schulmädchen wurde sie krank. Sie faltete im Krankenhaus Kranich auf Kranich. Sie wollte gesund werden. Sie faltete über 1.000 Kraniche und starb. Eine andere Version berichtet von reichlich 600 gefalteten Kranichen, bevor sie starb.

Für die toten Kinder ist ein Denkmal geweiht.

Japanische Schüler bringen Kraniche zu diesem Denkmal.

Wir wissen, was in Hiroshima verbrochen wurde. Wir kennen die Bilder, die Schatten, die Trümmer. Aber was ist das Wissen, was sind die Bilder ... wenn wir vor den Erinnerungsstätten stehen? Wenn wir die Denkmäler für die anonymen Toten sehen, davor stehen, die Holzstäbe der Totennamen erblicken ... es sollen wertvolle Totennamen sein ... Totennamen, die sonst niemand führen darf. Ich rang mit meiner Fassungslosigkeit, Tränen in den Augen und die Frage im Innern: Warum lernen wir Menschen nicht aus der Geschichte. Warum bringen wir immer noch Mord und Totschlag in alle Welt. Sicher, wir nutzen keine Atombomben, dafür mit Uran angereicherte Munition. Was sind wir für Geschöpfe?

Mich bewegt auch, dass der amerikanische Bombenabwerfer bis heute kein Bedauern zeigt. Ja es war damals Krieg und sicherlich kannte er keine Atombombe, wusste nicht wie sie wirkt. Aber er hat es erfahren müssen. Sah die Bilder ... Fühlte er gar nichts?

Was sind wir für Geschöpfe?

Hiroshima-Kranich

Text. Katharina Koch (= Sylvia Hahnisch)

In Hiroshima gilt der Glaube,
dass jeder Kranke geheilt werden kann,
wenn er tausend Kraniche aus Papier faltet.

Die Vögel nehmen die Krankheit
und ziehen damit in die Ferne.

Ein Kind in Hiroshima hat davon gehört,
baut Kranich um Kranich, wird von keinem gestört.
Es faltet mit Eifer sechshundert Stück,
nach jenem Glauben bringen tausend das Glück.

Sechshundert Vögel ziehen dahin
leiten die Hoffnung von diesem Kind,
sechshundert Vögel ziehen umher,
Kinder dieser Erde senden immer mehr.

Fliege Kranich flieg,
dass uns dein Anblick mahnt,
fliege weit,
dass uns Frieden bleibt.

Kommentare:

  1. Wir nutzen schon Atomwaffen, denn sie sind jederzeit einsatzbereit.
    Wenn der Mensch nicht die Absicht hätte sie wieder zum Einsatz zu bringen, hätten wir sie schon längst verschrottet.
    Zum Thema Uranmunition: Da streikt mein Verstand.

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  2. Der Verstand von jeden sollte streiken, bei allen Waffen, die die Welt überfluten.

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