Donnerstag, 25. August 2011

Der große Unterschied

Nicht der feine, sondern der große Unterschied. Ein Fußballer sagt seine Meinung zu hochbezahlten Trainern, die anscheinend nicht in der Lage sind, eine Fußball-Nationalelf zu führen oder ihren Job ordentlich zu machen, aber viel Geld einstecken, was teilweise auch aus unserer Geldbörse kommt. Lahm schreibt es in unserer ach so freien Meinungswelt auf und muss zu Kreuze kriechen. Er kann nicht für sich in Anspruch nehmen, dass man das ja mal sagen müsse. Nein, die Fußballgötter fühlen sich beleidigt und verlangen nach Konsequenzen. Sogar der DFB fühlte sich bemüßigt eine Pressekonferenz zu veranstalten. Lahm entschuldigt sich treu und brav und ... er darf - ich wiederhole D A R F  Kapitän der Fußballnationalmannschaft bleiben.

Wie anders dagegen ist es, wenn ein Sarrazin und Co. arme Menschen oder Muslime beschimpft. Das darf doch mal gesagt werden, heißt es dann. Und Unwahrheiten werden als Wahrheiten verkauft. Ein Sarrazin kann damit Kasse machen. Schließlich sind wir ein freies Land und freie Meinungsäußerungen sind vom Grundgesetz gedeckt. Auch braucht Sarrazin niemals loyal zu den Menschen stehen, die ihn vielleicht mal in Berlin in sein Amt gewählt haben.

Illoyal zu ehemaligen Chefs zu sein, das ist dagegen ein Kapitalverbrechen. Das macht man einfach nicht, auch wenn man die Wahrheit gesprochen hat. Wahrheiten sind nicht erwünscht, zumindest, wenn es um millionenschwere Standbilder geht. 

Angebliche Wahrheiten sind mehr als erwünscht, wenn es nur gegen die Überflüssigen und Muslime geht. Die kann man beleidigen, abkanzeln, in den Dreck ditschen und zu Unpersonen abstempeln. Keine Pressekonferenz wurde für deren Ehrenrettung veranstaltet. Keine Kanzlerin, die dann so etwas wie der DFB wäre, kümmerte sich um die gemobbten Menschen in ihrem Land. Kein Sarrazin musste sich entschuldigen. Nichts! Nein, er wurde noch gefeiert. Er bekommt noch 1 Jahr nach seinem Buch eine Plattform im Öffentlich-Rechtlichen, wo er verkünden darf, dass er nichts zurückzunehmen und nur die Wahrheit gesagt habe. Nein, er kann weitermachen! Weiter Dreck schleudern. 

Dass ist nicht der feine, sondern der große Unterschied hier im Lande und zeigt, was dieses Land unter Meinungsfreiheit versteht und wie unterschiedlich es das Recht darauf handhabt.






Kommentare:

  1. nun ja, ich glaub der vergleich hinkt da doch etwas. mit herrn lahm würde ich den vw malocher vergleichen, der am schwarzen brett die mitteilung aufhängt, daß die manager ganoven sind, oder den lehrer, der auf einer elternversammlung lauthals verkündet, der direx sei unfähig.
    beide würden wahrscheinlich gefeuert. meinungsfreiheit im arbeitsverhältnis existiert de facto nicht - was allerdings auch einen elementaren mangel an demokratie in dieser gesellschaft aufzeigt.
    die volksverhetzungen der sarazzins und konsorten sowie der schreiberlinge haben da doch eine andere qualität und reichweite, denk ich mal.

    AntwortenLöschen
  2. @landbewohner: Nicht ganz. Sicherlich, die Sarrazin-Dimension ist eine andere - nur Meinungsfreiheit ist nicht teilbar. Und bei den Fußballgrößen wird gejammert, obwohl ja Lahm nicht seine jetzigen Chefs angeschwärzt hat. Da wird sich entschuldigt. Bei Hetze aber wird sich nicht entschuldigt und auch die Kanzlerin steht nicht auf der Seite der gemobbten (obwohl ich das von der nie erwarten würde), das ist doch in meinen Augen der Skandal.

    AntwortenLöschen

Ich freue mich, dass du kommentierst. Nur beachte bitte:

Kommentare, die rassistisch sind, Hetze gegen bestimmte Personengruppen verbreiten und im Gossenjargon angefertigt werden, sind Spam und werden von mir nicht veröffentlicht. Außerdem mache ich bei unsachlichen und nicht zur Sache gehörenden Kommentaren sowie doofem Gelabere von Trollen von meinem Hausrecht gebrauch.