Montag, 8. August 2011

Es funktioniert, weil wir dumm und zerstritten sind

»Es ist kein Zufall, dass die Finanzmärkte in den letzten 15 Jahren die Treiber der Politik sind. Vor der Krise wurden sie mit Gefälligkeiten aller Art umworben; nach der Krise mit tausenden Milliarden gerettet; heute sind sie auf der Jagd nach den verschuldeten Rettern. So dass die reichsten Staaten der Welt vor dem Bankrott stehen.«

Wieso machen sich Staaten von Ratingagenturen abhängig? Ich denke, dass diese Ratingagenturen der Ausfluss der herrschenden Handvoll Millionäre und Milliardäre sind. Sie würden alles tun, um nur eine Null mehr hinter einer Zahl auf ihrem Konto zu haben. Auch wenn alles in Scherben fällt. Das ist ihnen egal. Sie würde es nicht betreffen in ihren Reichenghettos. Sie haben das Militär in der Hand, was auf die Menschen schießen kann, wenn diese Teilhabe verlangen oder nur ein Stück Brot.

»Denn der Finanzmarkt ist der reinste Ausdruck des zeitgenössischen Denkens: der Herde. Die Märkte sind ewig nervös, da sie nur zwei Zustände kennen – Angst und Gier – und nur zwei Dinge respektieren: Erfolg und Misserfolg. Das liefert sie nackt Euphorie und Angst – und damit dem allgemeinen Gerede aus: Die Börse bewegt nicht primär, was ist, sondern was alle darüber sagen.«

Ich möchte nicht wissen, wer sich gestern und heute und vielleicht morgen alles eine goldene Nase an der Börse verdient hat, nur weil er auf fallende Kurse oder was weiß ich gewettet hat. Und deshalb ist es doch so idiotisch, wenn man auf ein Wettbüro schaut und alles dafür tut, dass das Wettbüro einen liebt. Das wird nie geschehen. Wettbüros gehören geschlossen!


»Die Bankenrettung war das teuerste Unternehmen der Menschheitsgeschichte – sie kostete bis heute 15 Billionen Dollar, das Zehnfache des Zweiten Weltkriegs. Doch als sich der Staub legte, sah man, was die Banken dafür hinnehmen mussten: viel Moralpredigten, kaum Regulierungen.«

Die Banken lachen sich ins Fäustchen. Die Menschen nicht. Sie müssen die Eiserne Ferse mit allem bezahlen, was sie haben. Ihnen wird normales Leben vorenthalten, nur weil eine kleine Schicht von Oligarchen ihrer Tussi, das xte Diamantenarmband schenken wollen. Die Banken lachen sich ins Fäustchen, weil wir so dumm sind und uns das alles gefallen lassen. Die Banken lachen sich ins Fäustchen, weil wir sie sogar oft im Brustton der Überzeugung sogar noch verteidigen, so wie uns das die Medien, beginnend bei BILD und endend im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen, verklickern.


»Nach ersten, zaghaften Konjunkturprogrammen schnitten die USA und Grossbritannien die Ausgaben bald zurück – für die bankrotten Banken gab es Geld, für Arbeitslose, Kranke, bankrotte Hausbesitzer nicht mehr. Obwohl diese das Geld sofort wieder ausgegeben hätten. Budgets wurden gestrichen; in England entliess die neue Regierung des Konservativen David Cameron demonstrativ hunderttausende Beamte. Die Folgen waren schrecklich. In beiden Ländern stieg die Arbeitslosigkeit auf 11 Prozent. Wirkliche Armut, wirkliche Angst, wirklicher Zorn. In den USA leben heute 42 Millionen Leute von Essensmarken. In Grossbritannien rutschte gleich die gesamte Wirtschaft in die Rezession.«

Und irgendwann kommt Deutschland auch dran. Es kann sich noch gerade so über Wasser halten, aber wenn andere Wirtschaften in die Rezession rutschen, die man sich hätte an allen 10 Fingern abzählen können, wohin wollen wir dann unsere ach so tollen Exportgüter verscherbeln?

»Und schliesslich funktioniert der Paket-Trick, wie ihn Paul Krugman beschrieb: Die Rechte redet von Schulgebeten, von Waffenbesitz, Schwulenehe, Wohlfahrtsempfängern, die Mercedes fahren, sie redet von Stolz, dem einfachen Mann, der verbrecherischen Elite und amerikanischen Werten – und wenn sie an der Macht ist, beschliesst sie Steuererleichterungen für Reiche.«

Und wir lassen uns aufeinander hetzen. Wir verlangen, dass alle so sind, wie der letzte kleinbürgerliche Spießer, der 12:00 mittags sein Essen auf den Tisch haben muss. Wer diesem Anspruch nicht genügt, wird ausgegrenzt werden. Das ist alles so einfach durchschaubar. Da werden dann deutsche Tugendenden, worin die auch immer bestehen, hervorgehoben und dass wir doch wer sind. Aber das wird die letzen Vertreter des spießigen Mittelstandes nicht davor schützen, dass auch sie aussortiert werden. Vielleicht wacht dann der Letzte von denen auf. Schließlich ist er nicht "der Reiche", den dann die Gesetze meinen, sondern das Werkzeug gegen die schon Aussortierten, gegen diejenigen, die von Anbeginn schon keine Chance bekommen haben, ihr Leben menschenwürdig leben zu können.  Sie sind nur die Werkzeuge für "Teile und herrsche". Und sie sind das gern, weil sie ja irgendein positives Arbeitsethos verkörpern, das andere nicht haben, wie man es ihnen beigebracht hat. Bis sie eines Tages aufwachen und sich genau dort wieder finden, wo die anderen schon sind.

Es wird weitergehen. Die Oligarchen vereinigen sich mit den russischen und chinesischen Oligarchen. Unser Land, Europa und auch die USA werden weiter deindustrialisiert und zum Schluss schuften wir für chinesische Oligarchen für ein paar Happen Brot. Und die Regierungen schauen zu, weil sie sich haben korrumpieren lassen. Sie bekommen ein paar Brosamen vom Reichentisch ab, nur der Katzentisch, an dem sie sitzen, steht in einer dunklen Ecke.



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Kommentare:

  1. zitat oben: "Ich denke, dass diese Ratingagenturen der Ausfluss der herrschenden Handvoll Millionäre und Milliardäre sind."

    es sind ein und die selben abzocker.....nämlich banken und versicherer. wer hinter den ratingagenturen steckt, wurde letztens noch einmal von den "Nachdenkseiten" aus einem älteren artikel der "jungen Welt" veröffentlicht.

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=10067

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  2. zu anonym: Wichtiger ist, wer hinter den Banken und Versicherern steht. Die machen das kaum von sich aus, das sind u.a. nur als ein Name solche Leute wie Liz Mohn in Deutschland .

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  3. genau so ist es. die menschen sind einfach zu blöd und zu träge geworden um irgend etwas auf die reihe zu bekommen. das ist meine traurige aber reale erfahrung. sie wollen es nicht anders.

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