Donnerstag, 1. September 2011

1. September

Schon wieder ist 1. September. Manches Mal komme ich gar nicht hinterher, so schnell vergeht die Zeit. 

Der 1. September ist der WELTFRIEDENSTAG, auch wenn er von den Gewerkschaften in Antikriegstag umgetauft worden ist. Es ist der Weltfriedenstag und er bleibt es! Ich finde, dass das Wort Weltfriedenstag positiver ist als Antikriegstag. Wer für den Weltfrieden ist, sollte auch automatisch gegen Krieg sein - sollte man meinen.

Heute sieht es in der Welt alles andere als friedlich aus. Was jubelte man, als der Kalte Krieg vorüber war, das sozialistische Lager aus der Geschichte verschwand. Nun sollte der ewige Weltfrieden ausbrechen. Jetzt wäre die goldene Zeit angebrochen, da keine Stellvertreterkriege mehr ausgefochten werden würden.

Alles Schnee von gestern und nur schöne Rhetorik.

Wir führen Kriege und Deutschland ist stolz, dabei sein zu können. Nach dem 1. und 2. Weltkrieg sind wir wieder in kriegerischer Stimmung. Längst sind die Worte Nie wieder Krieg! vergessen. Sicherlich, wir führen heute in der EU keinen heißen Krieg untereinander. Das haben wir nicht mehr nötig. Wir führen Krieg mit Geld. Wer das meiste hat, bekommt das meiste von der EU. 

Wir haben heute den Krieg umgetauft. Wir befreien heute die unterdrückten Völker dieser Erde im Namen unserer westlichen Demokratie, im Namen unserer parlamentarischen Demokratie, im Namen der freien Wahlen und Frauenrechte werden auch noch ganz verschämt vorgeholt. 

In unserer westlichen Welt gibt es selbst nicht viel davon. Wir sind dabei die westliche Demokratie nachhaltig zu zerstören. Wir machen nur noch Kreuzchen auf Wahlzetteln, die niemanden hinterher interessieren. Wir wählen Parlamente, die dann nichts mehr zu sagen haben. Und Frauenrechte? Es gibt keine gleiche Bezahlung gleicher Arbeit. Frauen sind als Rentnerinnen ärmer als Männer. Frauen werden im Beruf diskriminiert, d.h. oft gar nicht erst eingestellt, weil sie Kinder bekommen könnten oder welche haben. Frauen müssen immer noch besser sein als Männer, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Es gibt immer noch frauenfeindliche Werbung und doofe Frauenzeitschriften, die sich nur mit Mode, Kinder und Rezepten beschäftigen: Wie verwöhne ich meinen Mann mit einer Tarte.

Aber wir wollen ja gar nicht unsere Demokratie weitergeben. Es reicht schon, wenn andere Länder uns ihre Bodenschätze geben. Wer das nicht freiwillig machen will, wird von uns mit Krieg überzogen, fein verbrämt im Namen der Freiheit, verlogen bis ins Knochenmark. 

Wir schütteln schlimmen Diktatoren wie Gaddafi oder damals Saddam die Hand, verbrüdern uns mit einem rechtlich rückschrittlichem Land, welches Frauen alles verbietet, welches Terroristen gebiert, nur weil es ein Land voller Öl ist. Was scheren uns die Rechte derjenigen, die in Saudi Arabien unterdrückt werden? Was scheren uns diejenigen, die die Arbeit dort verrichten, selbst aber keinerlei Rechte haben, die aus Indonesien und sonstwoher in dieses Land kommen, um selbst überleben zu können. Was schert es uns, dass Frau dort nicht mit Mann reden darf. Hauptsache es gibt genügend Öl.

Was schert uns die Umwelt, was scheren und die Rechte von Bauern. Wenn es sein muss, überziehen wir sie mit Krieg, Hauptsache, sie geben uns ihr Land, ihre Rohstoffe und ihr Leben. Das Leben an und für sich ist für uns uninteressant, wenn es nicht verwertbar in irgendeiner Form ist. 

1. September - Weltfriedenstag.

Wir sind noch sehr weit davon entfernt.

Weltfrieden ist auch nicht nur Abwesenheit vom Krieg, wie ein Antikriegstag suggeriert. Weltfrieden bedeutet noch viel mehr. 

Weltfrieden bedeutet, eine Welt ohne Hunger.
Weltfrieden bedeutet, keine Analphabeten mehr.
Weltfrieden bedeutet, gerechte Verteilung der Ressourcen der Erde.
Weltfrieden bedeutet, schonender Umgang mit den Ressourcen der Erde.
Weltfrieden bedeutet, Schutz der Umwelt.
Weltfrieden bedeutet, freundlicher Umgang miteinander.
Weltfrieden bedeutet, keinen Rassismus zulassen.
Weltfrieden bedeutet, kein Teilen und Herrschen.

Sicherlich: Weltfrieden bedeutet auch, niemals Krieg. Aber verengen wir nicht den Blickwinkel nur darauf. 

Deshalb finde ich es Schade, dass die Gewerkschaft so einen verengten Blickwinkel hat.

Außerdem finde ich es skandalös, dass auf der Homepage der Linken nichts über diesen Tag zu finden ist.

Der 1. September ist der Weltfriedenstag



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