Freitag, 2. September 2011

Aus fast aktuellem Anlass

Ich mache da nicht mehr mit! Behaltet einfach euren Dreck. Es macht mich krank, dass sich die EU an Pippifax hochzieht. Soll sich sich doch daran aufhänge:


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KAFFEE! Mein Suchtzentrum schreit. Ich muss gehorchen. Renne in die Küche. 

Stopp! Kaffee verlangt Muse. 

Sicherlich, ich könnte die Kaffeemaschine nehmen. Dort steht sie: schwarz, Plastik, ein paar Kalkflecken auf der Oberseite des Wassertankdeckels. 

Kaffee aber, verlangt nach mehr. Nach mir. Die Porzellankanne ist angewärmt, das Wasser brodelt im Wasserkocher und der Porzellanfilter, ebenfalls warm, steht auf der Kaffeekanne. Liebevoll kleide ich ihn mit einer Filtertüte aus. 

Ich könnte das Filterpapier auch in den Plastikfilter der Maschine reinpappen, ruckzuck. 

Sakrileg, schreit eine Stimme in mir. Mein Suchtzentrum? Einen Messbecher Kaffeepulver … den Zweiten … Dritten. Der Duft kitzelt meine Nase. Ein kleiner Schwapp heißes Wasser lässt das Pulver quellen. Es ist eine Kunst, so Kaffee zu kochen. 

Das Plastikding dort, was auch Wasser durch Kaffeepulver laufen lässt, ist dagegen seelenlos. Es blubbert und schnauft wie eine Dampfmaschine. Dunkle Flüssigkeit gluckert in eine Glaskanne. Püh, Glaskanne! Oft speit sie das Ergebnis ihrer Mühe gleich in eine Thermoskanne, unsichtbar für alle. 

Nur ich, die intelligente Lebensballung, weiß, wann das Pulver Wasser verlangt und wann nicht. 

Das Ding dort in der Ecke lässt Kalksteine in sich und an sich wuchern, sifft Wasserschwebstoffe in alle Ritzen und Ecken. Es hat keinen Respekt vor Arabica oder Robusta. 

Ich schon. Ich bin auch nicht aus Plastik. Ich bin die perfekte Kaffeemaschine: Kopf, Körper, Arme, Beine und - eine Seele.


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PS: Leider auch nicht CO2frei, dazu müsste ich die Luft anhalten. Aber will ich das? Schließlich möchte ich meinen Kaffee lebendig genießen können. Übrigens, wer lässt denn schon fertigen Kaffee auf der Heizplatte stehen. Das wäre nun wirklich ein Sakrileg!







Kommentare:

  1. Auf eine Kaffeemaschine kann der Mensch verzichten, wie auf so viele Dinge, die nur produziert werden, um später auf dem Müll zu landen. Das mag die Wirtschaft. Das Konsumverhalten der Menschen ist so was von krass, die merken es nur nicht, wie sie sich ausnehmen und dirigieren lassen.
    Ich weiß zwar nicht wie, aber man müßte die uns aufgezwungenen Energiesparlampen dahingehend boykottieren, dass die Hersteller wieder froh sein würden, die alten Glühlampen zu produzieren.

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  2. @frei-blog: Nunja, eine Kaffeemaschine ist schon eine feine Sache. Mit dem Filter steht man ja ständig dabei. Im Grunde genommen hast du aber recht. Wie man Energiesparlampen boykottieren will? Ich weiß es nicht. Ich habe mich erst einmal mit Glühbirnen eingedeckt - gehamster, sagt man wohl dazu.

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