Dienstag, 20. September 2011

Europa ist tot - 2

Als ich den Post schrieb, habe ich Kommentare erhalten, die gratulierten und meinten, dass es eh nur ein Europa der Unternehmer gewesen wäre. Es sollte ruhig tot gehen.

Ich weiß nicht, ob diese Sache bis zu Ende gedacht ist. 

Es ist das Europa der Unternehmer, aber nur, weil wir es zugelassen haben. Unternehmer, Besitzer, Geldleute, die haben ein einheitliches Ziel und halten in der Sache zusammen. Sie wissen, was sie wollen, deshalb dominieren sie uns.

Sie haben aber auch die Grundlagen dafür geschaffen, dass wir normalen europäischen Völker hätten zusammenwachsen können. Das Schengen-Abkommen und der Euro würden dafür eine gute Grundlage bilden.

Europa hat es möglich gemacht, dass wir uns vernetzen. Die Unternehmen machen das mit Erfolg, deshalb sind sie uns haushoch überlegen.

Gewerkschaften kämpfen national, nur für das eigene Land. So kann man eine Gewerkschaft gegen die andere ausspielen. Das gleiche geschieht mit den Menschen in den europäischen Ländern, die die Werte schaffen.

Menschen, wie du und ich üben keine Solidarität mit ihren Nachbarn, die in der gleichen misslichen Lage sind oder die uns notgedrungener Weise vorleben müssen, was uns blühen wird. Wir kleinen Leute haben nicht mal den A... dazu, Solidarität mit der eigenen Bevölkerung zu üben. Deshalb sind wir so leicht beherrschbar.

Gerade jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, den Besitzern die rote Karte zu zeigen und uns europaweit solidarisch zu zeigen. Aber nein, wir machen das nicht. Wir schimpfen auf die faulen Griechen, die uns aussaugen würden. Wir klatschen Beifall, wenn davon gesprochen wird, dass die endlich sparen sollten, wollten aber selbst nicht mit 400 EUR, ohne weitere staatlichen Hilfen, im Monat leben wollen. Wir blenden das einfach aus, dass Renten gekappt werden, ganz normale Menschen keine Strom mehr bezahlen können, nichts mehr haben, weil die Steuern noch mehr angehoben werden sollen und dass Staatsbetriebe in Griechenland geschlossen werden sollen, mit allen Folgen, weil sie angeblich nicht rentabel wären. Wir schauen zu und freuen uns, dass Menschen wie du und ich in einem Land jetzt leben sollen, das völlig deindustrialisiert werden soll. Wir befeuern dies auch noch mit unseren Kommentaren zu Griechenland, die landläufig in Foren zu finden sind.

Wir übernehmen die Diktion derer, die sich zusammengeschlossen haben und europaweit uns ausbeuten, statt eine eigene Sprache zu finden.

Alles ist da, um Europa anders zu gestalten, aber niemand will es, weil die kleinen Leute verankert sind in ihrem piefigen Nationalstaaten, die die Unternehmer und Konzerne schon längst als Hemmschuh abgestreift haben. 

Wir könnten es auch, wenn wir nicht nur bis vor unsere Haustür schauen würden. Europa fällt uns nicht in den Schoß. Europa muss erarbeitet werden. Wenn wir wollten, wäre es nicht nur ein Europa der Unternehmer.

Wir sollten langsam gleichziehen mit den Unternehmern und Konzernbossen. Wir sollten langsam unser verschrobenes nationalstaatliches Denken über Bord werfen, nur dann werden wir den Geldleuten paroli bieten können. 

Die Organisation dafür liegt auf der Straße. Keiner wird uns das Europa der Normalos in den Schoß legen, wenn wir es nicht selbst machen. Wir können greinen, jammern und was weiß ich nicht noch alles. Wir haben es selbst in der Hand, aber wir wollen doch lieber Deutsche, Franzosen, Italiener, Spanier sein in unserem eigenen Staat (gehört uns der Staat?)

Nungut, dann werden wir immer nur die Opfer sein! Die andere Seite, die uns zu Opfern macht, lacht über uns! Und das mit Recht.



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