Freitag, 9. September 2011

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Zitat Anfang: Regelmäßig ist das öffentlich demonstrierte Entsetzen groß, wenn Jugendliche in ihrer Schule oder auf die Straße gesetzte Lohnabhängige im nächsten Supermarkt ein Blutbad anrichten. Öffentliche »Betroffenheit« wird um so intensiver zelebriert, als solche Nachrichten nicht mehr nur aus einem »fernen Amerika«, sondern mittlerweile aus dem Nachbarland oder der Nachbarstadt stammen und die Ereignisabstände auch immer kürzer werden.

Oberflächlich betrachtet, wirken die Mordexzesse (darin eingeschlossen die Terrortaten in Norwegen vom 22. Juli 2011) wie Ausbrüche einer archaischen, vorzivilisatorischen Gewalt. Schnell sind die ideologischen Apparate auch bei der Hand, um solche Ereignisse als die Handlungen von »Einzeltätern« zu deklarieren. Darin äußert sich das Bemühen, vergessen zu machen, daß die Ursachen der Gewalt aus der »Mitte der Gesellschaft« kommen. Bei den Berichten über die Mordereignisse wird manchmal zwar darauf hingewiesen, daß sie Ausdruck gesellschaftlicher Zerstörungs- und Desintegrationsprozesse sind, die von einer neoliberalistischen Umgestaltungsoffensive vorangetrieben wurden. Jedoch ist fast überhaupt nicht die Rede davon, daß der Neoliberalismus die sozialdestruktiven und antizivilisatorischen Entwicklungstendenzen eines späten Kapitalismus verstärkt hat. Zitat Ende
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