Donnerstag, 29. September 2011

Rechtsschwenk?

Meine Lieblingssendung "Morgenmagazin" hat mich heute sehr zum Nachdenken gebracht. Okay, man kann zum Rettungsschirm stehen wie man will. Irgendwie muss aber Griechenland an billiges Geld kommen - meine Meinung. Dass die Rahmenbedingungen falsch sind, steht auf einen ganz anderen Blatt und hat persé erst einmal nichts damit zu tun, dass man Griechenland sofort irgendwie aus der Klemme helfen muss. Dass das Geld an die Banken weitergereicht wird ist schlimm, aber Kredite werden nun mal von Banken ausgegeben und die Raten werden ebenso an Banken gezahlt und nicht an die Bevölkerung, an Unternehmen oder Regierungen usw. usf. Das mag man beklagen und ich beklage das auch. Schlimm ist das deshalb, weil man in der ganzen Welt genau das wollten, in dem  man den Bankensektor ungebremst Schalten und Walten ließ, ihn über die Realwirtschaft gesetzt hat. Da macht KEIN Staat in der Welt eine Ausnahme! Schlimm nur für die Staaten, deren Realwirtschaft total am Boden liegt. Wer dafür Schuld hat, ist eine andere Frage. Und mal Hand aufs Herz, wer von uns Normalos hat gegen diese Ausuferung des Bankensektors gekämpft. Auch viele Deutsche waren stolz darauf, dass wir eine Dienstleistungsgesellschaft aufbauen, wo aber "Dienst" mit Finanzgesellschaft übersetzt werden sollte. Niemanden hat das gestört. Ich habe jedenfalls KEINE mächtigen Protestmärsche gesehen. Die sah ich nur bei der Antiatomkraft oder bei Stuttgart 21, wobei S21 nur eine Randerscheinung ist. 

Man kann - und da komme ich jetzt auf das FDP-Mitglied Fank Scheffler - eben wirklich geteilter Meinung sein und auch eine andere Meinung vehement vertreten. Das ist legitim und das muss jeder vor sich selbst verantworten. 

Was aber gar nicht geht, ist als so freiheitliches FDP-Mitglied sich mit dem rechten Rand einer nationalistischen, slovakischen Partei zu verbünden. Sich mit einem Richard Sulik zum Essen zu treffen. Ebenso gut könnte sich die FDP auch mit der NPD verbünden. 

Sucht die FDP jetzt ihren Platz am rechten Rand?


   


Kommentare:

  1. Morgenmagazin ist deine Lieblingssendung? Ich empfehle dringend die Kiste auszumachen und sich dem wirklichen Leben zu stellen oder wenigstens erstmal einer Tasse Kaffee...

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  2. @Apache Websaeufer: Ja, sie ist es, weil sie so ungewollt lustig ist. Und keine Angst, ich trinke dazu meinen Morgenkaffee und wenn der alle ist, schalte ich das MoMa ab, dann kommt sowieso alles wieder von vorn. Aber das "wirkliche" Leben findet dort wirklich statt, denn wir müssen uns mit den Ausflüssen der dort interviewten auseinandersetzen und auch unter deren Entscheidungen leiden. Schließlich will ich genau wissen, wer mein Feind ist und was der gerade gesagt hat. Dann kann ich mich auch wehren oder zumindest einen Lachkrampf bekommen. Lieblingssendung war leicht ironisch gemeint, aber das weiß auch jeder, der hier immer liest.

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  3. Ich weiss was Du meinst. Mir geht es immer so mit "Society"-Expertin Sibylle Weischenberg von Sat1.
    Was muss man eigentlich studiert haben um das werden zu können? Oder ist das eine Fachschulausbildung?

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  4. @apache websaeufer: Studiert? Nunja heute sagt Studiertsein garnichts. Sie wird, wenn sie eine Uni überhaupt von innen gesehen hat, sicherlich nicht abgeschlossen haben. Schau dir die ganzen BWLer an und was dann rauskommt. Igittigitt

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  5. Was aber gar nicht geht, ist als so freiheitliches FDP-Mitglied sich mit dem rechten Rand einer nationalistischen, slovakischen Partei zu verbünden. Sich mit einem Richard Sulik zum Essen zu treffen. Ebenso gut könnte sich die FDP auch mit der NPD verbünden.

    Richard Sulik der NDP vergleichbar? Wer hat Ihnen denn den Bären aufgebunden! Die nicht gerade unter Neonazi-Lastigkeit leidende Wikipedia beschreibt ihn als Liberalen. Er ist Vorsitzender einer ebendort eindeutig als liberal und europakritisch beschriebenen Partei. So what?!

    Oder ist man heute schon ein pöhser Nazi, bloß weil man die Eurokraten von Brüssel nicht mag?

    Sucht die FDP jetzt ihren Platz am rechten Rand?

    Hoffentlich bald, denn beim Weiterkuscheln mit Merkel, Seehofer, Gabriel, Gysi & Co. wird sie noch weiter in die Bedeutungslosigkeit versinken. Links ist in Deutschland eh schon jeder Trottel — wenn den intelligenzbegabteren Teilen der Bevölkerung daher noch etwas anderes als Stimmenthaltung zur Wahl stehen soll, dann muß die FDP wohl nach rechts gehen. Als einzige klar nicht-sozialistische Partei.

    Sonst sollte sie gleich den Piraten beitreten. Keine Ahnung von irgendwas haben und Staatsknete für alle fordern fällt dort nämlich überhaupt nicht auf ...

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  6. @Le Penseur: je pense, tu pense, il pense - non - il ne pense pas - il ne comprends rien!

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  7. @PeWi:

    Déjà bien.

    Wie auch immer - tröstlich zu wissen, daß wenigstens Sie alles verstehen. Die Welt wird vor ihrem drohenden Zusammenbruch hoffentlich noch rechtzeitig auf Sie zurückgreifen ...

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  8. @Le Penseur: Zuviel der Ehre ;), da gibt es genügend Professoren, die meisten außerhalb von Deutschland, die verstehen, worum es geht und schon viel zu viele gute Vorschläge unterbreitet haben, die alle nicht beachtet worden sind. Auch viele kluge Leute in Deutschland - außerhalb der Schule des Professors (Un)Sinn - könnten Europa retten, wenn denn die Marionettenregierungen es wollten. Mit Nationalismus à la Sulik wird es jedenfalls nicht gehen.

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  9. @PeWi:

    Naja, die meisten Professoren sind heute Keynesianer, und deren Vorschläge werden - leider! - von unseren Politikern nur zu gern beachtet (wenigstens der Teil, der zum Geldausgeben animiert ...). Und die Monetaristen sind so viel besser auch nicht — alle beide glauben an das Segenswirken von Zentralbanken, und das ist halt etwa so berechtigt wie Vertrauen in Bäumeumarmen oder Bachblütentherapie ...

    Die »Austrians« (Mises, Hayek etc.) haben da weitaus treffendere (wenngleich für die Politiker nicht eben verlockende) Empfehlungen parat, aber die kommen erst schön langsam via Amerika (Ron Paul et al.) zu uns als Re-Import. Aber bis sich das in dem versozten Nannystaat-Europa durchsetzt, ist der Big Bang bereits geschehen und unsere Politganoven, die mit ihrer hemmungslosen Schuldenmache und Regulierungswut dafür hauptverantwortlich sind, werden (so sie der Volkszorn nicht an die nächste Laterne bindet) im Ton gekränkter Unschuld etwas von »Raubtierkapitalismus« und »entfesselten Märkten« faseln — und bei der wirtschaftlichen Unbildung von 90% der Bevölkerung werden die darauf reinfallen.

    Ach, es ist irgendwie deprimierend ...

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  10. @Le Penseur: Das ist falsch! Tonangebende Ökonomie ist die Angebotsökonomie!!! Ich würde dir empfehlen, mal ein bisschen zu lesen, als von sich zu behaupten Denker zu sein.

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  11. @PeWi:

    Tonangebende Angebotsökonomie? Sie scherzen, cher PeWi!

    Gehen wir mal kurz die Definition von Angebotsökonomik durch:
    - Steuersatzsenkungen (»Laffer-Kurve«).
    - Reduzierung der Staatsausgaben, um den Staat zurückzudrängen.
    - Budgetausgleich auf niedrigem Niveau.
    - Deregulierung (v.a. bez. Sozial-, Umverteilungs-, Umweltschutz- und Wettbewerbspolitik).

    Wenn Sie ernstlich behaupten, daß das die in Europa herrschende Ökonomik ist, dann leben Sie offenbar in einem Paralleluniversum. Die Realität, die ich tagtäglich mitbekomme, sieht vielmehr so aus:
    - Ruf nach Steuererhöhungen (»Reichensteuer«, »Solidarbeiträge« & Co.)
    - Aufblähung der Staatsaufgaben durch laufende Gesetzesproduktion etc.
    - Explodierende Staatsbudgets und -defizite
    - Regulierung an allen Fronten: da wird »gegendert« und »antidiskriminiert«, was das Zeug hält, da werden Rauchverbote, Eßverbote, Redeverbote und Denkverbote erteilt, daß ein katholisches Mädchenpensionat um 1880 dagegen ein Libertinerclub war ...

    Sorry, in Ihrer Beschreibung der Realität finde ich die Welt, die mich umgibt, einfach nicht. Das kann nun selbstmurmelnd daran liegen, daß ich eine völlig falsche Wahrnehmung dieser Welt habe. Da ich aber als berufsmäßiger Berater meiner Klienten von einer möglichst korrekten Wahrnehmung ebendieser Realität lebe (und das ist mir bislang jedenfalls geglückt), gehe ich eigentlich eher nicht davon aus.

    Was in mir daher den Verdacht weckt, es könnte vielleicht ...

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  12. @Denker: Es bringt nichts, das hier weiter zu diskutieren, da wir wirklich in verschiedenen Welten leben. Ich wohne in einer Welt, wo die Verarmung immer weiter fortschreitet, wo sich der Staat aus seiner Verantwortung schleicht, wo alles privatisiert wird und nur für die da ist, die es sich auch leisten können. So werden Millionen von einem menschenwürdigen Leben ausgeschlossen. Wo es keine Staatsschulden in dem Sinne gibt, sondern Steuergelder, die den Banken in den Rachen geworfen worden sind, um als Staatsschulden umfunktioniert zu werden. Es sind nicht die Schulden des Staates, sondern die Schulden der Banken, die ich u.a. beglichen habe ohne davon zu profitieren. Der Rückzug des STaates von seinen Aufgaben, zu investieren, hat verheerende Folgen und sind mit den Letzten Hundert Jahren des Römischen Reiches vergleichbar. Ja, ich lebe in einer anderen Welt. In einer Welt, der geschlossenen Bibliotheken, in einer Welt, der geschlossenen Kultureinrichtungen, in einer Welt der kaputten Straßen, kaputten Schulen und in einer Welt, wo der Artikel des Grundgesetzes "Eigentum verpflichtet" außer Kraft gesetzt wurde, da sich diejenigen, die die stärksten Schultern haben, aus der Finanzierung der allgemeinen Staatlichen Aufgaben zurückgezogen haben. Nun kommen mir niemand mit der Leier, dass diese Bevölkerungsgruppe die meisten Steuern in echt zahle. Auch das ist eine Lüge, die schon xMal aufgezeigt worden ist, weil der größte Steuerposten die MWST ist, wo alle gleichmäßig zahlen und die armen und ärmeren Schichten ihr ganzes Geld lassen. Ihre Realität ist wahrscheinlich durch eine Mittelschichtleben gekennzeichnet, was ausblendet, dass es ein geborgtes Leben ist, bis es die eine Handvoll Millionäre und Milliardäre nicht mehr für nötig halten, sich eine Mittelschicht zu leisten. Ihre Realität ist eine Realität der Unternehmerknechte und BILD-Leser. Sorry, ja wir leben in verschiedenen Welten. Sie haben Recht. Meine wird gerade kaputt gemacht durch Ihresgleichen.

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  13. Okay, PeWi, lassen wir's ... wer vermutet (bzw. zumindest zu vermuten vorgibt), ich würde BILD lesen, hat offenbar bereits einen ideologisch verengten Tunnelblick, der weitere Diskussionen einigermaßen unergiebig macht ...

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  14. @Le Penseur: Danke. Wenn Menschen wie Sie mir einen Tunnelblick vorwerfen, dann ist das eine Auszeichnung für mich.

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