Donnerstag, 1. September 2011

Und jetzt fallen sie aus allen Wolken

Das muss ich nun wiederum nicht verstehen. Es geht um die sogenannte Energiesparlampe - das giftige Ding, was uns auf die Augen gedrückt worden ist. Man hat uns immer mit den Brustton der Überzeugung vorgerechnet, dass man waaaaaahnsinnig viel Geld - sprich Energie - damit einsparen könnte.

Aber mal ehrlich. Das bisschen Lampenlicht, was bei mir im Laufe des Tages brennt, soviel kann eine Energiesparlampe gar nicht einsparen, damit sich die überhaupt lohnt. Und dann konnte eine simple Glühbirne bei Versagen einfach weggeworfen werden. Schluss. Aus. Keine Probleme.

Diese sogannten Energiesparlampen, die wir gezwungenermaßen nun kaufen müssen, haben damit große Problem. Aus der Hand rutschen sollte sie einen nun wirklich nicht. Vorsicht Giftalarm. Sie sollte auch nicht einfach weggeworfen werden, sondern anders entsorgt werden. Okay, da setze ich mich ins Auto und fahre zu einem Energiesparlampenentsorger. Hirnrissig, nicht wahr? Ich verbrauche Benzin, um eine doofe, neumodische, giftige Glühbirne entsorgen zu können. Futsch ist der nicht vorhandene Einspareffekt, d. h. zu dem hohen Preis des Leuchtmittels, das bei mir im Haushalt nicht wirklich Strom einspart, kommt noch der hohe Preis des Benzins für die Entsorgung. Da haben wir mal wieder den Schinken nach der Wurst geworfen. 

Und mal ehrlich. Wer macht das schon? Wer nimmt kilometerweite Wege in Kauf, nur um so ein erzwungenes Stück Konsumgut wieder los zu werden. Also ich machen das nicht. Ab in den Hausmüll! Es ist nicht meine Sorge, dass dann dort meine giftigen Quecksilberabfälle dahinrotten oder auch nicht. Ich wollte schließlich keine Energiesparlampe. Und wer sie mir aufzwingt, der hole die kaputten bitteschön von meiner Wohnungstür ab und zwar genau dann, wenn sie kaputt gehen.

Meine relativ großen Energieverbraucher je nach Nutzungsgrad sind der PC, mein Fernseher, mein Kühlschrank, meine Waschmaschine, mein Wasserkocher, meine Kaffeemaschine, meine Mikrowelle und mein E-Herd. Mein Wasserkocher hat so eine hohe Leistung, dass ich ihn nicht mit der Kaffeemaschine oder der Mikrowelle zusammen betreiben kann, weil dann die Sicherung kommt. Meine Lampen in den jeweiligen Zimmern gehören absolut nicht  zu den großen Energieverbrauchern dazu.
Ist das nicht alles irre? Nur weil die Unternehmer den Hals nicht voll kriegen, müssen wir alle das kaufen, was sie wollen und das gezwungenermaßen.

Lustig finde ich in dieser Angelegenheit, dass uns diese Funzellampen auch mit der Begründung angedreht werden sollen, dass sie doch gar nicht so teuer wären. Ha, ha, ha und nun haben die Leuchtmittelhersteller massive Preiserhöhungen angekündigt. Ha, ha, ha und nun fallen alle aus allen Wolken, wo es doch sonnenklar ist, was hier läuft. Ein richtig guter Konkurrent wurde per Gesetz verboten und somit ausgeschaltet. Jetzt können die Gewinner des gesetzlichen Verdrängungswettbewerbes so richtig absahnen. Es gibt keine Alternativen mehr. 

Das nennt sich dann Marktwirtschaft.

Der Run auf die 60-Watt-Glühbirnen hat schon begonnen. Ich habe mich, wenn alles gut geht, bis zu meinem Lebensende mit 100-Watt- und 60-Watt-Glühbirnen eingedeckt. Ich bin ja nicht mehr sooo lange auf dieser Welt. 

Es gibt aber immer noch Menschen, die meinen, dass der Kunde König wäre, dass er durch seine Marktmacht bestimmen könne, was produziert würde und was nicht.  Das wäre lustig, wenn wir Könige nicht alle diesen Irrglauben bezahlen müssten. Schließlich haben wir es bei den Glühbirnen ebensowenig in der Hand wie bei E10.








Kommentare:

  1. Recht hast du!
    Aber es geht ja noch weiter. Nicht nur die Entsorgung der Dinger ist teuer, sondern auch die Produktion. Schauen wir uns mal eine normale Glühlampe an. Ein Glaskolben, die Glühwendel und unten das Gewinde. Vakuum ziehen und fertig ist das Ding. Und die Energiesparlampe? Eine relativ aufwendige Elektronik, die aus vielen Komponenten besteht, die auch wieder schwermetallhaltig sind, seltene Erden, die hauptsächlich aus der chinesischen Richtung kommen und nicht zu vergessen der Leuchtstoff und das Quecksilber. Eh das alles produziert ist, wieviel Energie wird dazu gebraucht? Auch wenn die "namhaften" Lampenhersteller alles in Billiglohnländern produzieren lassen, die benötigte Energie bleibt die gleiche. Und wenn dann eine einzige dieser Lampen fertig ist, haben wir mehr Energie verbraucht, als sie in ihrem ganzen Leben sparen kann. Noch ehe sie ein einziges Mal geleuchtet hat. Und jetzt werden die Preise bis zu 25% erhöht. Das erinnert mich an die Mineralölkonzerne. Kaum sind Ferien oder Feiertage, ändern sich in den erdölexportierenden Ländern die Rohstoffpreise. Und die Lampenhersteller versichern ganz eifrig, daß die Erhöhung nur mit den Rohstoffpreisen zu tun hat und nicht etwa mit dem Glühlampenverbot. Ich glaube, die halten uns für meschugge...

    Nix für ungut! Schönen Tag noch.

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  2. @anonym: Danke für die Ergänzung. Schäm. Daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Dabei sollte man vielleicht auch nicht vergessen, wenn seltene Erden gebraucht werden, wie die Landschaften dort zerstört werden, wo die abgebaut werden. Ich hatte schon gedacht, dass ich wegen meines mangelnden Umweltbewusstseins - Energiesparlampe in Hausmüll, Verweigung des Wegschaffens - niedergemacht werden. Aber die kommen vielleicht noch ;)

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  3. Das Ding mit der Energiesparlampe zeugt von einem weiteren gelungenen Schachzug, um die Kassen der Konzerne zu füllen.
    Das bringt mächtig Geld für die Hersteller, und Menschen, die solche Funzeln nicht mehr bezahlen können, sitzen im Dunkeln, weil sie sich für diesen Preis einen Tag ernähren müssen.
    Als nächstes folgt die umweltfreundliche Rolle Klopapier, die uns signalisiert, ob es überhaupt von Nöten sei, dass wir müssen.
    Dreilagig, mit einem Chip versehen, der nach dem zehnten Abriss die Nationalhymne abspult.
    Das blöde ist nur, dass wir alle mitsingen.

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  4. @freiblog: *kicher* Na aber nu, die Rolle Klopapier, das wärs doch ;) vor allem der Teil mit der Nationalhymne, die ich nicht mal kann. Darf ich dann überhaupt noch?

    Nee Scherz beiseite. Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen.

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  5. Unabhängig davon, was ich sonst über den Beitrag denke (bin prinzipell auch gegen Bevormundung der Bürger): die Aussage "Es ist nicht meine Sorge, dass dann dort meine giftigen Quecksilberabfälle dahinrotten oder auch nicht." sehe ich als eine Gedankenlosigkeit und Gefährdung der nachkommenden Generationen.

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  6. @anonym: Na, darauf habe ich doch schon gewartet. Nur ziehe ich mir den Schuh nicht an, weil ich nicht die Schuldige bin. Ich will solche giftigen Dinger ja überhaupt nicht in meinem Haushalt dulden. Die werden mir von einer Obrigkeit aufgezwungen. Die gefährden die nachkommenden Generationen nur um mehr Profit herausschlagen zu können. Wenn sie mir die kaputten Dinger an meiner Wohnungstür abholen, werfe ich sie natürlich nicht in den Hausmüll. Ich entsorge doch nicht deren Profitstreben. Und siehe weiter oben, um diese Dinger zu produzieren, wird doch schon die Umwelt zerstört.

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