Freitag, 2. September 2011

Verrückt hoch 3

Wir leben alle in einer Welt, die an Wahnsinn nicht mehr zu überbieten ist. Wir leben in einer Welt, wo die Satire im realen Leben angekommen ist.

Die Absahner-Troika "EU-IWF-Europäische Zentralbank" schmollt mit Griechenland, da die Sparauflagen immer noch nicht bis zum Letzten erfüllt wurde. Die Wirtschaft Griechenlands schrumpft wie verrückt und trotzdem sollen die immer noch mehr sparen. Erst dann, wenn der Patient tot ist, sollen Gelder fließen. Die Frage ist: Wohin? Die Frage war nur rhetorisch, beantworten kann sich die jeder selbst. Sie fließen in die Taschen der DAX-Unternehmen in der EU vornehmlich in deutsche Taschen.

Ein vernunftbegabtes Wesen kann das alles nicht mehr verstehen. Es ist sowas von irre und unfassbar, dass man meint, es stamme aus einem Schundroman. Ein normaler Mensch kann sich so einen Schwachsinn wohl kaum ausdenken. Wie soll ein Land sparen können, wenn es fast nichts mehr hat und die Wirtschaft täglich schrumpft. Im Volksmund sagt man dazu: Greif mal nen nakschen Mann in de Dasche.

Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass innerhalb von 20 Jahren - nur 20 Jahren! - die Welt so kaputt gemacht werden kann, nur weil ein paar Wenige den Hals nicht voll kriegen. Ich hätte auch gedacht, dass ich es gerade noch so schaffe, ehe alles in Scherben liegt, aber ich glaube jetzt, dass auch ich das alles noch erleben werde, wenn ich mir anschaue, mit welcher atemberaubenden Rasanz bürgerliches Leben, bürgerliches Zusammenleben, die Demokratie, die Infrastruktur, die Kultur, das Gesundheitswesen den Bach runtergeht. 

Wo bleibt denn verdammt noch mal ein Gegenentwurf für das menschliche Zusammenleben. Wo bleibt es und wo wird es vehement in der Öffentlichkeit verbreitet. Ich sehe nur Schund und Belanglosigkeiten sich breit machen. Wenn alles kaputt ist, wird es zu spät sein. Wir leben in einem Endzeitszenario. Wirklich, ich hätte das nicht in der kurzen Zeit für möglich gehalten.

Fällt Griechenland, wird Portugal fallen, Spanien, Italien, Frankreich und dann Deutschland. Nichts wird uns davor retten können, wenn es so weitergeht wie bisher.



Kommentare:

  1. " mit welcher atemberaubenden Rasanz bürgerliches Leben (..) den Bach runtergeht "

    da muss man .. auch frau .. sich nur in der eigenen Stadt, Dorf oder auch nur Nachbarschaft umgucken.

    es gibt kein "Miteinander" mehr! Nur noch ich ich ich ich ...

    ich fühle mich einsam .. nein .. ich BIN es !!

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  2. http://notgroschen.blogspot.com/2011/09/die-uhr-tickt-und-sie-tickt-gegen-uns.html
    LG HB

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  3. @iceman: Das sehe ich leider auch. Man ist ein Fossil, wenn man anders tickt. Aber, lieber ein Fossil, als ein gesichtsloses angepasstes Wesen. Danke für deinen Kommentar.

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  4. @H.B.: Danke für deinen Link. Ich habe zwar kein Verhältnis zu Geld, aber er ist trotzdem interessant für mich gewesen. Dazu vielleicht auch ein Blick auf den Kreutzer.

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  5. Ich kann widersprechen. Es gibt den >Gegenentwurf<, sicher, doch keiner will ihn wissen. Es ist so sehr viel leichter, im alten Sumpf zu gucken, nach den trüben Kriterien noch mal und noch mal zu >denken<, als klar zu werden. Das ganz Genaue und Richtige ist nur außerhalb des komplexen Nebels. Und das erfordert was von uns - wir sind noch nicht bereit.
    Ich hoffe nur, sehr, dass die Bereitschaft mit einem Knall wach wird ....

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  6. Nun regt Euch mal nicht so auf. Alles bricht zusammen, ja, na und? War doch sowie so nicht so besonders. Wir sind mitten in der Zeitenwende. Lasst den alten Scheiss einfach los. Das krampfhafte Festhalten kostet nur Kraft und Nerven und gelingt sowieso nicht. Lehnt Euch zurück und betrachtet das Schauspiel. So grosses Theater wird nicht oft geboten. Und natürlich darf sich auch schon auf das Neue gefreut werden. By the way Anarchie ist gar nicht so schlecht, wie uns immer eingeredet wird. Das ist nämlich die natürlichste Form des Zusammenlebens. Wir haben nichts zu verlieren ausser unsere Ketten. Prost!

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  7. @anonym: Stimmt. Es gibt den Gegenentwurf, den aber noch niemand so richtig ausprobiert hat oder von dem man etwas wissen will.

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  8. @Weidenfrau: Das klingt bestechend, ist aber nicht gangbar, es sei denn, dass Sie Verhungern einplanen sowie Mord und Totschlag als Alltagskultur bei uns. Die natürlichste Form des Zusammenlebens ist nicht die Anarchie, denn dann hätten wir als Spezies NICHT überlebt. Menschen gehören zur Gruppe der Herdentiere. In unserer Vergangenheit hatten wir Stämme und einer hat den Stamm zum Wohle aller geführt. Das hat uns erfolgreich gemacht. Wenn eine Gesellschaft zusammenbricht, geht es denen, die gerade davon betroffen sind sauschlecht. Es gibt in der Geschichte dazu Hinweise, dass die Menschen dann in ihrer Entwicklung zurückgefallen sind, sich gegenseitig umbrachten und die Zivilisation außer Kraft setzten. Die gesell.Arbeitsteilung ist mittlerweile soweit fortgeschritten, dass sie viele nicht mehr helfen könnten und dass mit sehr vielen Toten gerechnet werden müsste. Das kann man sich doch wohl nicht wirklich wünschen, außer man äußert das recht leichtfertig ohne über die Konsequenzen nachzudenken.

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  9. Guter Artikel!

    Es gibt Leute, die sammeln Gold und Silber und halten sich für die künftigen Bosse, alle anderen sind die Schafe.

    Überhaupt: Versammle ein paar Leute hinter ein Vorurteil und schon sind die anderen die dummen Schafe und sie selber die cleveren, aufgeklärten Wölfe, die sich mir als in Wolfskostüme verkleidete Schafe zeigen.

    Fakt ist:
    Wir leben im Feudalismus pur. Feudalherren machen die Gesetze, sie brechen die Gesetze und sind immer die Gewinner. Solange diese Schicht glaubt, daß sie über allem darüberstehen und unantastbar sind, solange sie glauben, obwohl sie uns die Brunnen vergiften, daß ihre Trinkwasserquellen sauber bleiben, werden sie keine Änderungen zulassen, die sie mit einbeziehen. Wir wählen, aber langsam dämmert uns, daß Wahlen nichts ändern, denn die an der Macht müssen sich gar nicht erst wählen lassen.

    Was ich immer wieder beobachte ist, daß der alte Trick mit "teile und herrsche" nie an Wirkung verliert. Vor einem Volk, das sich bereitwillig immer auf die verschiedensten neukreierten Sündenböcke hetzen läßt, geht keine Gefahr für die Mächtigen aus.

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  10. Danke Helge, auch Dank für die Ergänzung, die mir aus dem Herzen spricht.

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  11. Die einzige wirkliche Gegenbewegung bei uns in Deutschland sind ein paar kleine libertäre Gruppen und die Partei der Vernunft. Wer etwas gegen diesen Wahnsinn tun will, sollte sich aktiv den größeren Gruppen anschließen, wie z.B. bei www.freiheitsfreunde.net oder www.parteidervernunft.de . Mehr gibts momentan fast nicht zu machen. Und wenn das Volk endlich wütend und zornig auf die Straßen geht, hat jeder mit seinem eigenen Leben zu tun. Nur bis zu diesem Zeitpunkt kann eine echte Gegenbewegung aufgebaut werden. Danach wird wieder durch Propaganda und Manipulation der Medien die Volksdummheit ausgenutzt werden und ein noch schlechteres System etabliert werden...

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  12. @anonym: Wer sich an Hayek und Konsorten orientiert, ist ja schon jetzt auf der Gewinnerseite! Wir haben das schon. Für den arbeitenden Menschen, dem Normalo springt bei diesen Gruppen nichts raus. Da wird von Freiheit gefaselt und man tauscht sich als Humankapital gegen Humankapital ein. Beide Bewegungen haben nicht das Ziel, irgend etwas für die Menschen zu tun, die sich nicht als Mittelstand empfinden oder meinen, dass sie Mittelstand wären, aber damit nicht gemeint sind. Das kann KEIN Gegenentwurf sein.

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  13. @anonym

    Ich habe mir schon vor längerer Zeit die Seite von PdV angeschaut, vor allem deren Steuerkonzept. Da habe ich mich verschluckt vor lachen.
    10 % besitzen ca. 62% des Volksvermögens und , noch einmal 10 % satteln 19% drauf.

    Diese Gruppe hat kein Interesse sich an irgendetwas zu beteiligen, schließlich sind dies die Leistungsträger per se, deren weitgehend leistungsloses Einkommen absolut geschont werden muß.

    Die bleiben geschont, wenn Rettungsschirme aufgespannt werden, die bleiben auch geschont , wenn sie sich verzocken. Wenn man sich die Vermögensentwicklung anschaut sieht auch ein Blinder, daß es nur da oben Zuwächse gibt, dem Volk aber immer weißgemacht wird, daß nach unten verteilt wird, daß unten die Schmarotzer zu suchen sind.

    Praktisch alles,was der Staat braucht, holt er von den unteren 70%, die sich Jahr für Jahr weiter oben verschulden müssen.

    Hartz IV ist eine Armuts - und Demütigungs-
    industrie, die ganz viele der angestellten "Verwalter" in Lohn und Brot hält. Gäbe es Hartz IV nicht, müßte man es erfinden.
    1. kann man auf diese Gruppe viel Frust ableiten, wenn man zu den etwas Bessergestellten gehört,
    2. hilft Hartz IV die Löhne zu drücken, weil man Aufstocker ja dem Steuerzahler auf das Auge drücken kann und
    3. sorgt die Angst vor dem Absturz für eine gefügige Arbeitnehmerschaft.

    Von Volksdummheit zu sprechen ist wohlfeil, vor allem wenn man sich selbst auf der sicheren Seite wähnt. Ich beobachte dagegen ein großes Gefahrenpotential im Mittelfeld. Richtig ist, daß man die stark belastet. Dumm ist, daß sie sich immer den oberen Schichten zurechnen, die von ihrer Ausbeutung am meisten profitieren.

    Solange die unteren ca 70% sich wechselseitig als Feindbilder dienen, erweitert mit dem "schmarotzenden" Moslem oder weiß der Geier was,
    wird nie eine ernstzunehmende Gegenbewegung entstehen.

    Alle veröffentlichten Zahlen lassen sich prüfen:

    Wenn von Vergreisung gesprochen wird, muß man nur die Sterbeüberschußtafeln seit Anfang der 70er studieren. Wenn bis zum heutigen Tag mehr Kinder geboren werden als Alte abtreten, dann handelt es sich um echte Verjüngung.

    Wenn die Bevölkerung bis vor 5 Jahren kontinuierlich gewachsen ist, obwohl seit Anfang der 70er uns angeblich 400000 Kinder pro Jahr fehlen, dann steckt dahinter nur eine Absicht jetzt gewaltige Rentenkürzung zu rechtfertigen und die Privatvorsorge zu fördern.
    Bloß nicht das tote Kapital "Rentner" fördern. Jetzt kann man den Versicherten viel mehr Geld aus der Tasche ziehen ,steuerbegünstigt geradewegs in Staatsanleihen angelegt. Da ist das Geld ohne Steuerförderung und ohne Zins unter dem Kopfkissen besser angelegt, weil flexibel! Inflation hin oder her. Nur für die oberen 20% gelten diese Regeln nicht, denn die haben die wirtschaftliche Macht, den "Wertspeicher" Mensch zu Ihren Gunsten völlig auszupressen. Feudalismus nennt man das !

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  14. @Helge: Da bist du weiter als ich. Als ich den Namen Hayek las, habe ich aufgehört weiter zu lesen. Wir brauchen keine neuen Neoliberalen, die die da sind, machen eh schon alles kaputt. Vielen Dank für den ausführlichen Kommentar zu anonym. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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