Montag, 5. September 2011

Wieder so'n blöder FDP-Vorschlag

Ne, die FDP. Schon gut, dass sie in Meck-Pom aus dem Parlament geflogen ist. Unser Gesundheitsminister machte wieder einen tollen Vorschlag: Strafe für diejenigen Ärzte, die Kassenpatienten zu lange auf einen Termin warten lassen.

Es ist ja schön, dass er sich um uns Kassis sorgt, wenn es nur echt wäre. Mit dieser Blubberblase wird er keinen Blumentopf gewinnen können. Erst wird durch Rot-Grün und später durch Schwarz-Gelb das Gesundheitswesen für Nomalos kaputt gemacht, alles wird unter die Kuratel der Profiterwirtschaftung gestellt und dann wundert man sich - oder besser tut man so, als ob man sich über die Auswirkung wundere. 

Wie soll das gehen? Wer legt fest, was eine lange Wartezeit ist? Wie soll das nachgeprüft werden?

Überlegen wir uns mal. Ich unterstelle mal, dass so um 80 % der Menschen Kassenpatienten sind. In den Verträgen mit den Kassenärzten reicht es, wenn sie für die 80 % der Menschen nur 29 Stunden wöchentliche Arbeitszeit zur Verfügung stellen. Den Rest kann er sich Privatpatienten widmen. Nun rechne man sich aus, wenn z. B. in einem Wohngebiet sehr viele Menschen leben, die älter sind oder chronisch krank und dazu noch Kassenpatienten, wann die dran kommen werden, wenn der Arzt nur 29 Stunden pro Woche für sie arbeiten muss. Der Arzt kann jederzeit glaubhaft belegen, dass er nicht mehr als arbeiten kann. 

Als Patient hat man Null Chancen an diesen Arzt heranzukommen, weder über die Krankenkassenvereinigung noch über die Ärztekammer. Ich habe das schon mal ausprobiert, da ein Facharzt meine Behandlung angeblich wegen Überlastung ablehnte, aber Privatpatienten weiterhin annahm. Er hat seine wöchentlich 29 Stunden für Kassenpatienten den Gremien nachgewiesen. Schluss aus. Ende der Fahnenstange.

So löst sich der "tolle" Vorschlag unseres famosen Gesundheitsministers - wie heißt er doch gleich? - in Luft auf. 

Der Konstruktionsfehler der wöchentlich 29 Stunden für Kassenpatienten wird wohl eher nicht angetastet werden. 


Kommentare:

  1. Recht haste, PeWi! Wobei es aber egal ist, welcher Mensch da grad Minister ist und welche Regierung grad am Ruder ist! Egal wer, verzappen tun die doch eh alle den selben Mist! Na, und zur "Wahl" gestern, na ja, wenn weniger als 50% der Bevölkerung zur Wahl gehen, dann bedeutet das doch, dass sie die Parteien und deren Kandidaten nicht für fähig halten und lehnen diese also ab. Dann dürfte da eigentlich keine Regierung gebildet werden!!! Da werden aber dann die weniger als 505 Wähler = 100 gesetzt und zur Massenverblödung passt das dann wieder und man feiert sich dank des tollen Ergebnis! Das ist Wahlbetrug!!
    Aber, würden Wahlen etwas ändern, dann wären sie sowieso verboten!
    (schau mal hier vorbei, könnte dich vielleicht doch etwas interessieren :o) http://notgroschen.blogspot.com/2011/09/das-erwachen-schreitet-voran.html)
    Beste Grüße HB

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  2. @H.B. Danke für den Kommentar und die Erweiterung meines Posts. Ich muss mir wirklich mal deinen Blog in den Reader nehmen. :)VG

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  3. Unser Gesundheits-Lobbyist tönt ja auch nur falsche Töne, weil er damit der Ärztemafia wiederum eine Steilvorlage bieten kann, mehr Zeit in Bares zu verwandeln.
    "Wir wollen mehr Geld, weil gesetzliche Kassen eben nur Kassen sind, und der Privatpatient, so munter er auch sei, seine Zuneigung benötigt."
    Das hört sich zwar gemein an, ist aber leider Realität.
    Ein Arzt zu sein, bedeutet heute, ein kleines Unternehmen zu führen, mit dem Ziel, bestmögliche Gewinne zu erzielen.

    Hallo, wach:
    Ich vertraue keiner ärtzlichen Aussage mehr, ohne sie zu prüfen.

    Thema Chemotherapie:
    Meines Wissens ist diese Therapie in der USA verboten (oder war verboten).
    Bei uns wird sie praktiziert wie das Brötchenbacken.
    Chemopatienten die ich kannte, haben nicht mehr lange überlebt.
    Das ging von heute auf morgen.

    Und warum?
    Weil die Gesundheitsindustrie ihre Opfer einfordert.
    Egal wie.

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  4. @frei-blog: Du magst in gewisser Beziehung Recht haben, auch ich überlege mir ganz genau, ob der Arzt nur Geld verdienen will oder mir helfen will. Man kann es oft sehr schwer unterscheiden. Der gesunde Menschenverstand und das Internet können einen nicht immer dabei helfen. Im Internet wird auch viel Mist veröffentlicht, was in die Richtung von Fast-Esoterik geht. Mit der Chemo hast du nur bedingt Recht. Es kommt auf den Grad der karzinomen "Verseuchung" an, inwieweit die Chemo helfen kann. Ich kenne Gegenbeispiele, solche die im Prinzip geheilt wurden (man kann sich der aber nie sicher sein) und ich kenne welche, die dadurch wenigstens mehrere Jahre gewonnen haben, auch mit ganz guter Lebensqualität. Es gibt leider noch keine wirkliche Krebsmedizin für alle. Und eigentlich war das nicht mein Thema.

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