Donnerstag, 13. Oktober 2011

Filmtipp: DER GROSSE CRASH-MARGIN CALL



"Alles verkaufen!" Damit beginnt der große Crash. Vorher wurden Aktien verkauft, sogenannte Produkte - Immobilienfonds, Hypothekenfonds und ... und ... und ... Der Firmenchef hat Milliarden im Jahr verdient und die Mitarbeiter Millionen. Es läuft aber nicht mehr so gut und der eiserne Besen fegt durch das Finanzunternehmen. Ein Mitarbeiter hat das Risiko-Management überprüft und kommt zu einer bestürzenden Erkenntnis. Er wird, bevor er sie mitteilen kann, gefeuert - der Besen, der durch die Firma fegt. Er gibt seine Erkenntnisse an einen anderen Mitarbeiter seiner Abteilung weiter und der forscht weiter. Die Formel für die Einschätzung des Riskos war falsch. Sie hatten Kredite ausgegeben, an Menschen, die diese nie wieder hätten zurückzahlen können. Er findet raus, dass die Firma, wo er tätig ist, auf faulen Krediten sitzt. Krisensitzung: "Alles verkaufen!" Und noch beim Verkauf erhalten die Trader, wenn sie über 90% der Aktien verkaufen, für ihre Bemühungen über 1 Million Dollar. Eine letzte Transaktion, dann werden fast alle entlassen.

Verkauft, was das Zeug hält, an alle und wenn es nötig ist, auch an eure Mutter, sagt Sam

Ein interessanter Film, hochkarätig besetzt mit Jeremy Irons, Kevin Spacey, Demi Moore, Paul Bettany,  Zachary Quinto,  Penn Badgley, Simon Baker, Mary McDonnell, Stanley Tucci, Aasif Mandvi, ab 6 Jahre freigegeben. 

Er lebt durch die Schauspieler, ist leise inszeniert und wirkt dadurch sehr beklemmend. Er zeigt eine Finanzwelt, die nichts mehr mit der Wirklichkeit zu tun hat. "Es ist doch nur Geld, virtuelles Geld", meint der Big Boss der Firma.

Interessant war auch die Ansicht, dass es so kam, weil es alle so wollten, bis zum kleinsten Popel. Nun gut, alle nicht, aber diejenigen die Dollar- oder Eurozeichen in den Augen hatten, wenn ihre Bank ihnen Aktien und Fonds verkaufen wollten und massenhaft Gewinn versprach. Es wurden Gewinne versprochen, die ein vielfaches dessen sind, was man z.B. bei Tagesgeld an Zinsen erhält. Auch diese kleinen Zocker, die nach dem Crash so aufjaulten, dass sie getäuscht worden wären, haben ihren Anteil am Crash. Sie wussten genau, dass Aktien zum Spielen einladen. Dass des einen Verlust, des anderen Gewinn ist und dass sie alles verlieren könnten, wie in Las Vegas. Keiner, der auf den Fonds- und Aktienzug aufgesprungen ist, soll sagen, ich habe das nicht gewusst. Ihre Hirne waren von Gewinnerwartungen benebelt. Wenn die Trader, Banken durchgekommen wären, hätten sie ob ihrer Gewinne gejubelt. Nicht nur die Banker waren vor Gier zerfressen, nein auch der kleine Zocker, der heutzutage immer noch zockt und auch gegen den Euro.

Der Film läuft in Arthouse-Kinos.


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