Dienstag, 18. Oktober 2011

Ich will nicht patentiert werden

Ich bin immer zornig, wenn um einen Zellhaufen großes Gewese gemacht wird und um geborene Kinder sich kein Mensch schert.

Etwas ganz anderes ist in meinen Augen die Patentierung von Zellhaufen ob nun allgemeine oder menschliche. 

Wenn die Süddeutsche jetzt etwas süffisant davon spricht, dass der Papst gewonnen hätte (sinngemäß), dann stellt sie sich hinter diejenigen, die alles und jedes für ihren Profit ausschlachten wollen. Etwas anderes als Profitmache ist es nicht, wenn ganz natürliche Sachen zu Patenten umglorifiziert werden. Dabei ist es egal, ob es die Kartoffel, das Schwein, der Brokkoli oder auch der Mensch ist. Absahnen möchte man, auf Teufel komm raus. Und bei den menschlichen Stammzellen erwartet man das wirklich ganz große Geschäft - das Geschäft mit Alzheimer.

Wenn es um Abtreibung geht, ist die Süddeutsche ja auch ganz vorn dran und hat nichts dagegen, dass Frau das nicht selbst bestimmen kann. Dann ist der menschliche Zellhaufen nämlich unantastbar. Wir ermorden Kinder wird fundamentalistisch vielfach von aller Welt unterstellt. Wenn es aber um Profite geht, dann ist plötzlich der Zellhaufen antastbar und plötzlich ist der doch noch kein Mensch? Na, was denn nun?

Jetzt soll es "nur" darum gehen, ein Heilmittel gegen Alzheimer zu finden. Nur, wenn die Schleuße geöffnet wird, bleibt es nicht dabei.  Stück für Stück, nicht heute, nicht morgen, aber ganz bestimmt übermorgen wird der Mensch von der Zelle an bis zur Gänze patentiert werden. Das ist dann der Weg: erst Ökonomisieren - dann Patentieren - der Mensch als Sache.

Kommentare:

  1. Leider geht es nicht nur um Profit!
    http://youtu.be/2Cm566KHWtc

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  2. @Holger: Okay, das wird nicht richtig funktionieren. Unsere DNA ist 12 Milliarden km lang. Nur 5 %, wie ich gerade gehört habe, sind für unser Aussehen verantwortlich. Wir wissen nicht, wie die restlichen 95 % funktionieren, wie sie ineinander spielen. Wir wissen im Grunde genommen nichts über uns, außer ein paar minimale Bruchstücke. Sicherlich, es wird an allen Möglichem geforscht, aber es geht nur ums Geld. Diese Gesellschaft ist so angelegt, dass es nur darum geht. Und, das musst du auch beachten, wenn wirklich etwas für Menschen entwickelt werden würde, du und ich - wir bekommen das sowieso nicht. Alles wird sehr, sehr teuer sein, für die Reichen gedacht und da hält sich mein Bedauern in sehr, sehr engen Grenzen. Ich habe mal eine Frau kennengelernt, die sich eben unbedingt Silikon einpflanzen lassen musste zu einer Zeit, wo das auch noch sehr viel teurer war. Sie ist zwischenzeitlich schwerbeschädigt dadurch. Mein Bedauern hat sich auch in Grenzen gehalten. Es gibt immer 2, so ist das mit allem. Derjenige der es herstellt (forscht) und derjenige, der es an sich geschehen lässt. (Entschuldige, dass ich jetzt die Tierschiene außer Acht gelassen habe)

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  3. Nun ja, PeWi, so wie es aussieht, geht es denen, die wirklich hinter allem stecken schon lange nicht mehr ums Geld, sonder um Rohstoffe und ewiges Leben, so blöd das im ersten Moment auch klingen mag. Und viles aus der Foeschung wird dazu verwandt um uns Sklaven kranker zu machen. Überlege mal, welche Fortschritte man ja bei der Krebsforschung erzielt hat und dennoch sterben jedes Jahr mehr Menschen daran, aber speziell an den Folgen der Chemo. Den Gesundheitsmarkt kann man doch nur als Wachstumsmarkt sehen, wenn man dafür sorgt, dass die Menschen garnicht gesund werden!

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  4. @Holger: Die Verschwörungstheoretiker haben ihre Sicht der Dinge, die nicht die meine ist. Im Gesundheitsmarkt geht es um viel Geld, sehr viel Geld. Aber er funktioniert nicht so, dass wir immer davon abhängig gemacht werden sollen. Es gibt sehr viele Dinge, wo wir froh sein können, dass Medikamente dagegen gefunden worden sind. Und ich schließe ausdrücklich die Chemo ein. Ich kenne Einige, deren Leben ohne Chemo schon längst zu Ende wäre, auch gute Freundinnen. Krebs ist kein Thema, dass man den Verschwörungstheoretikern überlassen sollte. An dieser Stelle wird zwar auch viel Geld verdient, aber an den Dosen, die man erhält. Anders ist der Fall gelagert bei den ausufernden Wellnessprodukten, dort ein Vitaminpillchen, dort Gingko, dort dies und dort jenes. Oder nehmen wir mal den Markt der Diätpillen, wo uns eingeredet wird, wie wir auszusehen haben. Dort ist der Punkt, wo manche meinen, es ginge um das ewige Leben. Übrigens, es geht nicht um Rohstoffe und das ewige Leben, sondern um Geld. Rohstoffe allein sind nutzlos ohne eine Anwendung, ohne einen Markt. Man kann dadurch sehr reich werden, wenn sich seine Rohstoffe oder das angeblich lebensverlängernde Medikament auf den Markt in Geld umwandeln. Seltene Erden z.B. zu haben ist pippifax, wenn es keine Anwendung dafür gäbe, die man zu sehr viel Geld machen könnte. Das Grundgesetz des Kapitalismus ist Maximalprofit - und der umgewandelt in Geld oder einen geldwerten Ausgleich der wiederum Geld darstellt, der aber erst wieder zu Geld gemacht werden muss, wenn man etwas davon haben will. Jeder kann selbst bestimmen, ob er Sklave des Gesundheitsmarktes wird. Das beginnt damit, dass man seine Wehwehchen, wenn sie nicht lebensbedrohlich sind, realistisch sieht und nicht andauernd zum Arzt damit rennt, der sie ohnhin nicht wegzaubern kann. Andererseit sind viele Menschen froh darüber, wenn sie nicht qualvoll vor der Zeit krepieren müssen. Das sollte man nie vergessen und diese Menschen nicht als Sklaven des Gesundheitsmarktes bezeichnen. Alles hat 2 Seiten und lässt sich nicht so pauschal abbügeln. Die Pharmakonzerne und alles was dazu gehört sind nicht nur schlecht. Und es wird nie soweit kommen, dass wir alle vor Gesundheits strotzen. Und ich bin froh, wenn ich meine Hustentropfen habe, um nicht 4 Wochen und länger mich quälen zu müssen.

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