Montag, 17. Oktober 2011

Nahrung der Zukunft für uns

Vielleicht sollte ich hinter die Überschrift ein Fragezeichen setzen. Die Ernährungskommission der UN hat ein Projekt in Thailand: Esst Ungeziefer! Hab eine Fernsehbericht darüber gesehen. Okay, okay, natürlich nicht Ungeziefer, sondern Heuschrecken, Käfer, Raupen und ... und ... und ...

Für mich ist das Ungeziefer, obwohl ich Heuschrecken und Seidenraupen schon probiert habe. Beides schmeckt nach nichts.

Hintergrund ist: Dass die Weltbevölkerung nicht mehr ernährt werden könne. Im Bericht war kein Wort darüber zu hören, warum nicht. Immer wieder wurde nur auf die Anzahl von Menschen auf unserem Planeten eingegangen. Nichts wurde über ungleiche Verteilung, nichts über Vernichtung von Essen, nichts gesagt über die Umwidmung von Nahrungsmitteln als sogenannten "Bio"sprit, nichts wurde darüber gesagt, dass für dämliche Anti-Aging-Produkte Felder für Nahrungsmittel anderen Zwecken zugeführt werden, nichts wird von Bauernenteignungen in der ganzen Welt erzählt, die weichen müssen, damit wir uns jedes Jahr ein neues Handy kaufen können. Nichts ... nichts ... nichts ...

Die thailändische Dame, die über den Insektenvertilger Mensch forscht, jubelt darüber, dass altes Wissen in Thailand wieder hervorgeholt werden würde, über die Essbarkeit bestimmter Insekten. Nungut, sie mag jubeln, auch sehr, sehr viele Thailänder essen keine Insekten. 

Sie jubelt, weil nun Heuschreckenfarmen entstehen, Arbeitsplätze generiert werden und alles wäre ganz billig, gaaaanz billige und nahrhafte Nahrung ... und das alles nur, um uns Ungeziefer schmackhaft zu machen, vom dicken, fetten Wasserkäfer bis zur riesigen Küchenschabe. 

Sie fand überhaupt nichts dabei, dass Kinder nicht mehr in die Schule gehen, sondern lebendigen Heuschrecken die Flügel ausreißen (wo bleibt der Aufschrei der Tierschützer?) und Geld verdienen.

So .. so - es ist also besser, lebendigen Tieren die Flügel auszureißen, als sich Wissen anzueigenen. Es ist also besser Geld zu verdienen, als etwas zu lernen. Und das alles im Namen der UN.

Es meldeten sich natürlich auch Europäer zu Wort. So meinte ein Hugo, dass wir uns wohl alle dran gewöhnen müssten Insekten zu essen. Wirlich alle? Er gab zwar zu, dass Insekten nicht so richtig gut schmeckten und dass ein Steak um Längen besser schmecken würde, aber ... und hier kam der große Zeigefinger ... wer weiß, wielange in Europa sich die Menschen noch ein Steak sich leisten könnten.

Da ist es. Darauf hatte ich nur gewartet. Ungeziefervertilger Mensch, in Europa. Man will uns darauf vorbereiten, dass für uns Normalos in der Zukunft wohl kein Stück Fleisch mehr erschwinglich wäre. Das wäre dann nur noch für die oberen Zehntausend reserviert. Für uns reicht es, Heuschrecken und Küchenschaben zu essen. Sind schließlich auch ein guter Proteinträger (was ich nicht abstreiten will).

Das erinnert mich so fatal an den Vorschlag, dass H4-Empfänger ihren kümmerlichen Salair durch Ratten fangen aufbessern könnten. Ja, genauso. Ratten nicht nur fangen, sondern abliefern. Die kommen dann zu den Tafeln und werden als Frischfleisch an die armen Leute weitergegeben. Dazu kommen jahreszeitgemäß irgendwelche Küchenschaben und vielleicht noch die Raupen des Maikäfers, damit die den schönen deutschen Wald nicht abgrasen, sondern dass der als Reservat für die Reichen erhalten bleibt. 

Soylent green lässt grüßen.

Aber da werde ich doch lieber Vegetarier, obwohl ich das verabscheue. Aber Ungeziefer? Nein!


PS: Nun halte mir bitte niemand eine Vortrag über Selbstversorgung oder dem angeblichen Segen der vegetarischen Ernährung, bitte - mir nicht! Meine Gene gehen auf die Jäger und Sammler zurück. Punkt!



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