Donnerstag, 27. Oktober 2011

Seiner Familie sollte unser Mitgefühl gelten

13 Jahre alt, gefangen genommen, gefoltert, verstümmelt, getötet. Und warum? Weil er mit seinem Vater auf eine Demonstration ging, weil er Demokratie und Freiheit haben wollte.

Geschehen in Syrien.

Er soll stellvertretend für die vielen Folteropfer stehen, die Ermordeten, Erschossenen, nur weil sie von ihrem Menschenrecht der Versammlungsfreiheit Gebrauch gemacht haben. Wovon wir in unserer satten Welt uns kein Bild machen können. Trotz aller Probleme, trotz aller Niedrigkeiten, trotz aller Ungerechtigkeiten leben wir immer noch in einer satten Welt.

Ich stehe hinter den kleinen Leuten, die sich wehren, die gefoltert werden, die bluten, ermordet werden, denen man das Schlimmste antut. Ich habe Mitgefühl mit ihnen. Mit denen, die auf die Straße gehen, ein freies Leben sich wünschen, sich ein bisschen Glück wünschen, die arm sind, ausgebeutet werden und am Schluss den Kampf überall auf der Welt verlieren. 

Ich stehe hinter ihnen, weil ihr Tod untergeht im politischen Gezerre, um neue Machtstrukturen.

Ich stehe hinter ihnen, weil ihr Opfermut und ihre Tapferkeit nicht anerkannt werden. Sie werden verramscht in der großen Linie von Wissenden, die nur sehen, dass es um Rohstoffe geht. 

Hamza und vielen anderen ging es nicht darum. Ihnen ging es um Freiheit und Demokratie, was sie darunter verstehen. 

Ich stehe hinter ihnen, weil sie vergessen werden. 

Wie können wir sie vergessen, nur weil es uns ums Große Ganze geht? Weil wir uns in Ideologien verlieren? Hamza und Tausende andere in der arabischen Welt haben nichts davon. Ihnen muss auch unser Mitgefühl gelten, vor allem ihnen.

Ich bin deshalb gern blauäugig und naiv. Aber meine Menschlichkeit kann ich nicht irgendeiner Ideologie opfern.

1 Kommentar:

  1. Ich hoffe das die Menschen von Syrien ihre Freiheit erlangen. Das Regime schlägt im Untergang wild um sich und so wird Hamza wohl noch nicht das letzte Opfer gewesen sein, richtig so dass du ihm und den anderen hier ein virtuelles Denkmal aufstellst und seinen Namen bekannt machst.
    Das ganze geht in den Mainstreammedien immer unter und wird nur unter "ferner liefen" berichtet.
    Wahrscheinlich gibt´s in Syrien kein Öl oder nicht viel, sonst wären doch schon lange Natotruppen involviert wie in Libyen.

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