Freitag, 7. Oktober 2011

Wieder mal was Witziges

DIW-Deutschlandexperte Simon Junker. »Wenn es nicht bald eine glaubwürdige Lösung« gebe, »werden sich die Verbraucher beim Konsum zurückhalten und die Unternehmen ihre Investitionen auf Eis legen.«

Die Verbraucher werden sich beim Konsum zurückhalten! Kicher! So kann man es auch bezeichnen, wenn bei Millionen Menschen zur Monatshälfte Ebbe in der Geldbörse herrscht. 

Sie halten sich vornehm zurück. Sie konsumieren nicht, die Konsumenten.

Ach nee, und womit sollen sie konsumieren? Gibt es vielleicht irgendwo etwas für umsonst, so dass sie überhaupt konsumieren könnten?

Wir haben hier die Quittung der ach so tollen Angebotsökonomie. Ohne Verbrauch, geht nichts! Aber davon habe ich schon öfters hier im Blog gesprochen. 

Ohne dass die Menschen nun endlich mal mehr Geld erhalten, muss niemand irgendwie und irgendwo investieren. Wird eh nichts oder kaum etwas gekauft. Das Geld reicht bei den meisten gerade, um den Bauch zu füllen. Bei manchen nicht mal mehr dazu. Und sage mir niemand, dass nur die Steuern gesenkt werden müssten. Die 10 Euro mehr im Monat, die dann vielleicht, aber auch nur vielleicht bei den meisten herauskommen, reißen das Ruder nicht herum.  Die paar Piepen für uns erhöhen sich auf Millionen, die dann dem Staatshaushalt fehlen. Wir müssen die dann eh wieder durch mehr Gebühren zurückzahlen oder büßen es extra noch mit nicht mehr vorhandener Infrastruktur oder kaputter.

Die einseitige Angebotsökonomie führt in den Untergang. Jeder einigermaßen denkende Mensch, der, der wirklich mal seine grauen Zellen benutzt und nicht nur irgendwie BILD oder den anderen Medien nachquatscht, der nicht nur einen Henkel im Hirn hat, weiß doch, dass Angbot UND Nachfrage in Übereinstimmung gebracht werden müssen. Keine der beiden Seiten darf die Oberhand gewinnen, sonst läuft die ganze Ökonomie aus dem Ruder.

Ach ja, ich vergaß, so etwas lernt man halt im schönen neuen Deutschland nicht. So etwas hat man halt in der alten DDR beim Studium gelernt. Heute lauschen viele verzückt einem Prof. (Un)Sinn, der in der DDR nicht mal Diplom würdig gewesen wäre.




Kommentare:

  1. Helge Mannteuffel8. Oktober 2011 um 12:04

    So isses, ganz genau!

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  2. Kommt ich setzt noch einen drauf und sage:"Wie wäre es mit Selbstversorgung." Das tut der Wirtschaft bestimmt gut.


    http://www.ginsterburg.de/t72f4-Die-wahre-Revolution-ist-die-Selbstversorgung.html


    M.f.G

    Habnix

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  3. @habnix: Neee, nur das nich! Wir leben seit Jahrtausenden in Arbeitsteilung - und das ist gut so. Ich kann weder irgend etwas werkeln noch etwas anbauen. Dazu bin ich zu doof. Und um über den Winter zu kommen? Was mache ich dann? In meiner Wohnung kann ich kein Lagerfeuer machen, keine Kochstelle anlegen und Wald gibt es auch nicht, den ich abholzen könnte, um an Brennmaterial zu kommen. Und sollte ich etwa Wäler abholzen? Das wäre ja nun auch nicht so toll. Das Rezept ist nicht zukunftsfähig, es sei denn nach dem 3. Weltkrieg sind wir gezwungen dazu, aber das möchte ich selbst nicht mehr erleben müssen. Dann lieber sofort tot.

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  4. @Pewi, aber irgendetwas wirst du doch gut können, und das tauschst du dann ein, neudeutsch Bartering, gegen z.B. Brennholz.

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  5. @jürgen: Und wo soll ich dann Feuer machen? Soll ich etwa das Mietshaus anzünden;)? Und wer will schon Fotoshows mit Musik unterlegt haben oder wer will schon Kurzgeschichten tauschen. Ansonsten kann ich nur das, was Millionen andere auch können. Nee, bleibt mir mit der Selbstversorgung vom Leib. Ich bin froh, in einer arbeitsteiligen Gesellschaft zu leben, die nur falsch organisiert ist. :D

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  6. nicht nur prof. unsinn hätte in der ddr kein diplom bekommen, da dürfte es in wissenschaftskreisen noch reichlich andere kandidaten geben.

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  7. @landbewohner: Stimmt. Mir fiel der Unsinn bloß gerade ein.

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  8. Irgendwie frage ich mich schon lange ob es vielleicht Absicht ist, dass die Wessis von ihrem eigenen System so auffällig wenig Ahnung haben. Zumindest bei denen, denen man anmerkt das sie es eigentlich besser wissen müssten (IQ und so). Aber die sind ja auch noch stolz auf ihren Sklavenstatus und nennen das dann auch noch Freiheit.
    Scheint als ob das mit dem hirnrissigen Bildungssystem nicht ohne Hintergedanken geschieht.
    Deren Marktlogik scheint zu sein, dass man etwas nur billig genug anbieten muss, dann kaufts schon jemand und um immer billiger zu werden zahlt man eben immer weniger Lohn. Das funktioniert solange die Meisten nicht so handeln. Wenn aber, wie hier die Löhne mit Bedacht(per Gesetz) und flächendeckend gedrückt werden ist das doch logischerweise eine Verringerung der Kaufkraft und siehe da: es wird auch weniger gekauft!
    Nur unsere neoliberalen, deutschen "Ökonomen" begreifen das nicht und die ganze Welt steht da und schaut den Deutschen Trotteln kopfschüttelnd zu und würde lachen wenn´s nicht so schlimm wäre. Unsere sog. "Elite" misst sich unglaubliche Summen zu und erklärt das mit der "Verantwortung", die man in solchen Kreisen immer glaubt zu tragen. Aber wer keine Konsequenzen trägt , trägt auch keine Verantwortung, also nehmen wir doch am besten deren zusammengegaunerte Vermögen um die von ihnen verursachte Krise zu bezahlen, anstatt diese ...(verächtlichen Vulgärausdruck im Plural einsetzen) über masslose Steuerzuwendungen noch zu mästen. Bei mir gebe es in solchen Zeiten ein Veräusserungsverbot für kranke Banken verbunden mit einer unbedingten Nachschusspflicht für die Aktionäre und erst wenn deren gesamtes ergaunertes Vermögen aufgebraucht ist, wären sie aus der Verantwortung zu entlassen. Na ja eine Verantwortung für die man riesige Milliardensummen als Entgelt haben will muss eben auch eine dementsprechende Fallhöhe aufweisen. Sonst ist es ja "leistungsloser Wohlstand" und das geht doch nicht, hat der Guido gesagt!

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  9. @apache: Sehe ich auch so. Die Wessis sind während ihrer ganzen Schulzeit und später immer wieder darauf geeicht wurden, ihr System nicht zu verstehen. Ein paar Schlagworte haben die drauf, sonst sieht es oft finster aus. Und nicht nur die Eliten freuen sich über die kaputte Angebotsökonomie, die uns in den Untergang hineinmanövriert, sondern es gibt noch genügend Normalos, die auch so denken. Ich lege mal einen Link bei über Kommentare eines "Denkers", der sich bei mir verewigt hat. Leeres Gefasel und Dogmen!

    http://heut-schon-gedacht.blogspot.com/2011/09/rechtsschwenk.html

    Und das ist eben das Allerschlimmste - nachbeten, nicht selbst denken.

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  10. Das ist nunmal die deutsche Teaparty, daher die hirnrissigen Einstellungen. Wenn du´s genauer brauchst kannste ja mal hier hingehen.

    http://www.parteidervernunft.de/

    allerdings wirst Du da nicht viel Vernunft finden, dafür aber Sarrazin und Henkel. Hab auch `nen guten Freund, der da gern dazugehört, glaub mir, es ist hanebüchen, da wird die Mehrwertsteuer als einzige gerechte Steuer angenommen und Sklaventreiber sind da ehrliche Menschen. Aber gut, was will man auch erwarten von einer Partei die sich in ihrem Programm mehrfach auf Hayek bezieht, dem inzwischen ja wohl der letzte Student nachweisen kann, das er nur nicht rechnen konnte. Ist aber auch kein Wunder, denn da haben sich sicherlich sehr teure PR-Strategen eine Menge Gedanken darum gemacht, wie diesern Schwachsinn wenigstens den Anschein von Logik verliehen bekommt.
    Naja, aber dafür keine Steuern mehr zahlen zu müssen haben ja auch deren schwerreiche Spender einen Haufen Geld bezahlt.
    Könnte wetten, da hat diese Familie auch wieder ihre Finger im Spiel

    http://www.spiegelfechter.com/wordpress/1739/der-alte-mann-und-die-fdp

    Aber Hauptsache keine Steuern auf die Einkünfte aus Vermögen oder der Arbeit anderer!

    hab hier unter diesem Artikel

    http://lepenseur-lepenseur.blogspot.com/2011/10/intelligente-einaugige-idioten.html

    schon ein bisschen mit ihm diskutiert (und ihn natürlich provoziert), aber das ging dann nicht mehr, weil man da mit Logik nicht weiterkommt. Wie auch, die sehen eine Volkswirtschaft an wie einen Kartoffelmarkt und so kurzsichtig sind eben auch ihre Lösungsansätze. So klingt es wenn Kleinunternehmer sich eine Volkswirtschaft vorstellen, klar stimmen manche ihrer betriebswirtschaftlichen Betrachtungen, weil sie sich auf einfache "Milchmädchenrechnungen" runterbrechen lassen und man eben auch nicht noch in einer oder mehreren Ebenen denken muss ,oder eben daran was dieses Handeln bewirkt wenn es im Rahmen einer Volkswirtschaft geschieht und eben nicht nur im eigenen Handwerksbetrieb mit 2 Angestellten.
    Auf die Frage welche Mechanismen an deren "freiem Markt" (der wie durch ein Wunder ganz anders sein soll als der den wir haben) Monopolbildung verringern sollen, kriegt man da niemals eine sinnvollere Antwort als "das kann nicht passieren weil es eben ein freier Markt ist!", aber wer erwartet auch von Marktradikalen sinvolle Gedankengänge und intensiveres Nachfragen erhöht nach einer Weile nur noch deren Aggressivitätspotential.

    Da ist der ganze Geist durch Narzismus und Raffgier so verklebt das man denen kann alles weissmachen kann, und eben auch das Menschen die immer weniger verdienen immer mehr einkaufen(!?).

    "Ich bin der Kartoffelbauer und verkaufe meine Kartoffeln und in meiner Vorstellung verkaufe ich die immer an einen Endkunden, niemals etwa an Marktmächtige Einkäufer der Discounterketten!"

    derartig weltfremd sind diese Vorstellungen, ungefähr so wie Selbstversorgung zu verlangen (ich kann auch kein Auto bauen ;-). Schlichtweg idiotisch, angesichts immer komplexerer Gesellschaften.
    Und wer verlangt die Entwicklung aufzuhalten hat schon verloren, wir Menschen werden uns nie freiwillig zum Stammesverbund und zum Faustkeil zurückentwickeln.

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  11. @apache: Du sprichst mir da vollkommen aus dem Herzen. Das sind eigentlich alles vollkommen logische Dinge, man muss nicht mal Ökonom sein, um zu verstehen, dass man nicht mehr einkaufen kann, wenn man immer weniger verdient, oder dass sich Angebot und Nachfrage in einem etwa Gleichgewicht befinden müssen. Und den "Denker" tue ich mir nun wirklich nicht an. Da habe ich einen Post begonnen zu lesen, mein Gefieder sträubte sich und ich musste aufhören, hatte keine Lust für einen Adrenalinschub.

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  12. Lies mal was er unten zu seinem Verständnis von Auslese schreibt, der Sarrazin lässt grüßen!
    Irgendwie eine seltsame und krude Art von Anarchismus, der mich am ehesten an Theologie erinnert, eine Wissenschaft die versucht in etwas Sinn zu bringen was von vornherein schon keinen haben kann, weil es willkürlich und nur zum Vorteil von einigen Wenigen gemacht ist. Und genauso scheint es dort zuzugehen, da wird versucht über allerlei komplizierte Gedankenkonstruktionen einem willkürlich erschaffenen Gedankengebäude Logik zu verpassen und das muss natürlich schiefgehen. So funktionieren auch neoliberale o. kommunistische Gedankenmodelle immer nur unter Rahmenbedingungen, die dann aber in der Wirklichkeit nicht existieren. Kennen wir beide schon aus der DDR. Es ist derselbe komische Gedankengang der hinter dem Spruch "überholen ohne einzuholen" steht. Im Grunde genommen immer derselbe armselige Vorgang, anstatt sich einzugestehen, zu einfach gedacht zu haben und Fehler gemacht zu haben, wird lieber solange auf der Realität rumgedroschen bis die dann eben halbwegs zur angenommenen Wirklichkeit zu passen scheint. Naja, das Ende ist absehbar. Nur was dann?

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  13. @apache: Einfach nur wiederlich alles. Ich kann das nicht mehr lesen. Auch als Frau fühle ich mich tief verletzt. Er hasst die Menschen. Ja, was nach dem Ende. Stimmt es ist absehbar. Ich komme mir immer wie im römischen Imperium in seiner Endphase vor. Da war aus genauso wie jetzt. Was dann? Ich befürchte, dass wir dann wieder einen neuen Diktator an der Macht haben. Samuel Meffire (obwohl ich nicht nicht alles in seinem Buch "Unsere Feinde" gut finde)hat die Endzeit sehr gut beschrieben. So stelle ich sie mir auch vor.

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  14. Naja, Du kennst den Geruch des Untergangs eben und Du denkst jetzt an genau dasselbe wie ich, bist ja auch aus LE. Nur weisst du eben auch noch wie es damals war und niemand von uns kann leugnen das er nicht fühlte wohin das führte. Aber ich fühle diesmal nicht wohin das geht...

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