Freitag, 18. November 2011

Das hat noch niemand in dieser Republik gewusst.

Was es gibt rechte Gewalt? Hier in Deutschland? Na so etwas. Wer hätte das denn gedacht. Wir als Verfassungsschützer, Polizei, brave BILD-Leser kannten doch nur linke Gewalt. Tja, Linksterrorismus. Da wurden doch solch heilige Sachen zerstört, wie Autos. Oder unseren Grauen Eminenzen, die das Merkel an Fäden hüpfen lassen, den Banken, wurden die Schaufensterscheiben eingeworfen. Na, das geht doch nun wirklich nicht. Und man stelle sich vor. Gar in Sachsen  versuchte man eine genehmigte Neonazidemo aufzuhalten. Wo ist deren Demokratieverständnis, die alle solche Sachen machen? Die muss man folgerichtig verfolgen, bei ihnen Hausdurchsuchungen machen und sie abstrafen. Das geht nun wirklich nicht.

Da kann es schon passieren, dass man in den gut 20 Jahren des "neuen" Deutschlands Morde übersieht. Okay, okay, die Morde waren rassistisch motiviert. Aber das konnte man ja nicht wissen. Schließlich konnten die Morde an Afrikaner, die Übergriffe auf andere Ausländer nur an denen selbst liegen. Man weiß ja nie ... Und die Übergriffe auf linke Chaoten? Chaoten sind das doch alle. Wer schon links ist und die herrschende Gott gewollte Ordnung negiert. Waren es die nicht vielleicht selbst, z.B. die linke Theatertruppe in Halberstadt (ich glaube dort wars), die Übergriffe auf die Fußballmannschaft "Roter Stern". Haben die sich vielleicht selbst krankenhausreif geschlagen? 

Nein, das konnte man wirklich nicht wissen, dass es rechte Gewalt in Deutschland gibt.

Schließlich musste der Verfassungsschutz, die Polizei (ich hätte bald politische Polizei geschrieben) und die Staatsanwälte sich mit dem Terror der ehemaligen DDR befassen. Fast 16 Millionen, die terroristisch in diesem damaligen Staat unterwegs waren. Um die musste man sich eben kümmern. Und dann die viele Arbeit mit der Partei Die LINKE. Schließlich muss jeder fein säuberlich überwacht werden. Wer weiß, was sonst schon in dieser Republik passiert wäre. Man kann denen doch nicht trauen. 

Was sind da schon - die Morde. Pippifax. Was reißt man denn jetzt das Maul auf? Versteht das jemand? Schließlich haben wir Meinungsfreiheit. Schließlich darf jeder sagen, was er will und wenn es noch so rassistisch ist. Das muss eine Demokratie aushalten. Was kann schon z.B. ein Sarrazin dafür, dass andere ihn für bare Münze nehmen und einfach mordend durchs Land ziehen? Was kann schon ein Henryk M. Broder dafür? Was? Man nennt diese die geistigen Brandstifter? 

***

Jeden Tag, jede Stunde, immer und überall haben wir plötzlich und unerwartet die rechte Gewalt entdeckt. Ein bisschen spät, meine ich. Und wie ernst meinen die Politiker und die ihnen angeschlossenen Medien die Empörung? Solange ein Kauder sagen kann - man muss es doch mal sagen könnten, schließlich haben wir Meinungsfreiheit - Endlich wird Deutsch in Europa gesprochen, solange kann niemand die Empörung gerade jener Leute ernst nehmen. Sie sind die geistigen Brandstifter. Sie, im trauten Verein mit denen ihnen hörigen Medien, haben erst das Klima geschaffen, wo solche Morde und Übergriffe geschehen können.

Kommentare:

  1. Doch, wir haben es alle wahrgenommen, oder hätten es wahrnehmen müssen.
    Seit ich politisch denken kann, habe ich den Faschismus im Alltag wahrgenommen. Und davor - als Kind - wurde ich ebenfalls damit konfrontiert, allerdings ohne es zu begreifen.
    Die Nationalzeitung konnte man damals auch schon lesen, ganz zu schweigen von den verbalen Entgleisungen derer, die den 2. Weltkrieg und Hitler miterleben mussten. Und viele aus der Nachkriegsgeneration pflegten ihren Alltagsfaschismus, ob aus Dummheit oder Ignoranz, das kann ich nicht beurteilen.
    Bis heute werde ich damit konfrontiert, allerdings mit dem Unterschied, dass die faschistischen Züge schon in der Politik klar erkennbar sind.
    Ich habe in meinem persönlichen Umfeld nicht einmal erlebt, dass es - beispielsweise im nahen sozialen Umfeld - couragierten Widerstand gegen faschistische Äußerungen gab. Im Gegenteil. Es wurde verharmlost und geschwiegen, weil man einfach zu feige dazu war, klar seine eigene Meinung zu vertreten.
    Aus eigenen Erfahrungen kann ich sagen, dass eine eindeutige Stellungnahme gar nicht erwünscht war.
    Wir haben es gewusst, gesehen, gehört und geduldet. Und heute wundern wir uns.

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  2. @frei-blog: Stimmt. Aber ich habe das alles mit einem ironischen Unterton gemeint. Natürlich haben viele auf die rechte Gewalt hingewiesen, nur Politik, Polizei, Verfassungsschutz und auch viele Bürger waren auf dem rechten Auge blind und werden es auch in Zukunft sein, wenn erst einmal der Hype etwas nachgelassen hat.

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  3. An dieser Stelle habe ich einen Kommentar gelöscht, weil ich nicht wusste, wie ich ihn einordnen sollte. Mir war er sehr suspekt. Aber jeder kann sich selbst ein Bild davon machen, indem ich den LINK einstelle, der mir übermittelt worden ist: http://eamb-ydrohoos.blogspot.com/2011/11/deutschland-das-hayvan-europas.html
    Da ich nicht griechisch kann, weiß ich auch nicht, wer dahinter steckt und das ist das Mindeste, was ich wissen will.

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  4. Wir haben Meinungsfreiheit? *Hust*

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