Donnerstag, 17. November 2011

Guten Tag Herr ... wie heißt er doch gleich?

“Jetzt auf einmal wird in Europa Deutsch gesprochen.”

Nein, dass hat nicht ein gewisser Herr Hitler gesagt. Obwohl der sicherlich stolz auf diesen Satz gewesen wäre.

Dieser Satz stammt von einem Herrn Kauder und er sagte ihn beim CDU-Parteitag in Leipzig. Dieser Satz macht mir Angst. Ich hatte schon kürzlich in "Veränderung der Kriegsergebnisse"  davon gesprochen, dass es wiederum soweit ist, dass alle nach deutscher Pfeife tanzen sollen. Nun sagt es auch ein Herr Kauder - ganz unverblümt: Jetzt auf einmal wird in Europa Deutsch gesprochen!

Sollte sich nun noch jemand darüber wundern, dass der Nationalismus nicht mehr zu bremsen ist? Wundern sich manche nun vielleicht, dass Rechtsradikale mordend durch Deutschland ziehen können?

“Jetzt auf einmal wird in Europa Deutsch gesprochen.”

Deutsch soll gesprochen werden. Deutschland gibt vor, alle machen gezwungenermaßen mit. Deutschland ist der Tambourmajor und die anderen die Pfeifen. Getrommelt wird in Berlin! Und wehe dem, der sich nicht dem deutschen Diktat beugt.

Bei diesem Ausspruch läuft es einen doch kalt über den Rücken. Lernen wir denn nie aus der Geschichte?

Was wird als nächstes kommen? 

Werden deutsche Vermögensverwalter offiziell in anderen Ländern eingesetzt? Werden Regierungen anderer Länder nur dann ihre Arbeit aufnehmen dürfen, wenn Deutschland sein okay gegeben hat?

Immer in der Geschichte, wenn Deutschland gemeint hat, dass es nur so vor Kraft strotzt, dass es kaum laufen kann, immer dann, starben andere Völker, wurden niedergerungen, aber immer dann bekam dieses aggressive Deutschland eins auf die Nase. Und die anderen Völker habe es sich nie auf die Dauer gefallen gelassen, Deutsch zu sprechen! Es gab in den Ländern zwar immer Kollaborateure, mit denen ging man am Ende der deutschen Ära aber eher unsanft um.

 Wollen die anderen Länder "Deutsch sprechen"? Wollen sie von Deutschland unterwandert werden, ausgehöhlt und "Heim ins Reich" geholt werden? In eine deutsche EU? Ins heilige Römische Reich Deutscher Nation?

Wann bekommt endlich Merkel eins auf die Nase?

“Jetzt auf einmal wird in Europa Deutsch gesprochen.” Dieser Satz hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun, sondern mit deutscher aggressiver Politik gegenüber anderen Nationen. 

Keiner kann sich nur ansatzweise vorstellen, wie ich so etwas verabscheue!




Kommentare:

  1. Es wurde schon immer Deutsch gesprochen.

    Als ich 1981 im ehemaligen Jugoslawien einen Urlaub verbrachte, traf ich auf ein deutsches Ehepaar, das die Bevölkerung als "Kanaken" bezeichnete (nur ein Beispiel von vielen). Das war vor 30 Jahren. Es hatte mich schon immer angeekelt, mit welcher Selbstherrlichkeit Deutsche über andere Kulturen urteilen. Es hat sich bis heute nicht viel geändert.
    Deshalb wundert es mich auch nicht, dass ausländische Mitbürger lieber unter sich bleiben.
    Und das ist sehr schade, wir könnten uns um einiges bereichern.
    Somit habe ich auch nicht das Gefühl, auf irgendetwas "Deutsches" stolz zu sein; im Gegenteil.

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  2. @frei-blog: Habe das Anfang der 90er Jahr in Namibia erlebt. Und es regt mich immer wieder auf, dass Deutsche im Urlaub oft hervorheben mit Verwunderung: Ach, dass ist ja so sauber hier ... Das nervt!!! Die sehen oft nur, wenn es so sauber ist, wie vor der Haustür der schwäbschen Hausfrau nach dem Kehrsonnabend (oder ist es der Freitag? Ich weiß das nicht). Das nervt. Dabei werden so viel tolle Sachen übersehen, die wir uns von anderen abschauen könnten.

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  3. Liebe PeWi,
    "Die sehen oft nur, wenn es so sauber ist, wie vor der Haustür der schwäbschen Hausfrau nach dem Kehrsonnabend (oder ist es der Freitag?"
    Als der liebe Gott die Menschen erschuf, sagte er den Schwaben, sie sollen die Welt etwas besser verlassen als sie sie betreten haben. Lieber Schwabe, Gott hat gesagt "Besser machen", nicht "sauberer machen". Da hat der Schwabe etwas gründlich mißverstanden, und übrigens: es ist der Samstag !

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  4. @Jürgen: Der ist gut. Danke dafür. Ein schönes Wochenende.

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  5. Ist da nicht ein bisschen übertrieben, Herrn Kauder solche Absichten in den Mund zu legen? (nein, ich bin kein CDU-Wähler)Sie machen da aus einer Mücke einen Elefanten. Es ist doch gar nichts passiert. Der Satz ist zwar unglücklich und missverständlich, aber auch nicht mehr.
    Das Problem sind doch nicht die Worte von Herrn Kauder, sondern die Taten der "Aufpasser", die darüber wachen, wer noch Geld bekommt, bzw. die das Staatseigentum verschuldeter Staaten an private Investoren verscherbeln.
    Stellen Sie sich mal vor, was beispielsweise die griechischen Rentner dazu sagen, wenn ihnen ein deutscher EU-Kontrolleur ihre Renten kürzt. Da denkt keiner mehr an das hirnlose Gequatsche eines unwichtigen deutschen Bundespolitikers.

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  6. @anonym: Nein, er ist nicht unglücklich gewählt. Das ist total verniedlichend. Er sagt, dass Deutschland die Oberhand über Europa hat und das sollte uns allen Angst machen. Wehret den Anfängen und wir sind schon lange über den Anfängen drüber raus. Was soll z.B. das normale griechische Volk denken, das unsäglich unter Nazi-Deutschland gelitten hat? Dieser Satz drückt die ganze Verachtung vor dem Resteuropa aus. Nicht für umsonst sind wieder Hakenkreuze bezüglich Deutschlands aufgetaucht. Wenn wir beginnen Sarazzin, Broder, Kauder und wie sie alle heißen mögen zu entschuldigen, dann haben Sie nicht die Wirkung nach Innen und außen bedacht. Dieser Satz ist nicht hirnlos, sondern der Auftakt dessen, was Deutschland eigentlich für Europa vor hat, vielleicht nicht nur der Auftakt. Es scheint mir, dass wir schon mittendrinnen sind. Es wäre der Ehre zuviel, wenn wir die Politiker als dumm bezeichnen würden. Sie sind es nicht, genauso wenig, wie Hitler ein Irrer war, obwohl uns das heute so suggeriert wird. Beide sind ihre Zeit. Und beide sind nicht soweit entfernt voneinander, wenn man sich noch das ganze Drumherum ansieht, einschließlich der in Deutschland wirkenden Gesetze. Wenn das Deutschland ist und man diesen Satz als hirnlos und nur als leeres Gequake bezeichnet, dann fehlt doch wohl jegliches Geschichtsbewusstsein. Es steht alles im Zusammenhang miteinander. Und viele werden erst aufwachen, wenn es zu spät ist.

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  7. Aber dass mit Deutschland in Europa ist doch eigentlich umgekehrt: Die anderen EU-Länder haben für die Zustimmung zur Wiedervereinigung im Gegenzug die Einbindung Deutschlands in die EU und die Aufgabe der D-Mark zugunsten des Euro gefordert und bekommen. Sehen Sie ins Grundgesetz. In 20 Jahren hat es dort mehr als 150 Änderungen gegeben - auf Anordnung der EU und mit Zustimmung des Bundestages (auch von Herrn Kauder) - um das Grundgesetz der EU-Gesetzgebung unterzuordnen. Deutschland hat seine Souveränität beinahe komplett an die EU abgetreten.
    Sind Sie wirklich der Meinung, dass Herr Kauder "Resteuropa verachtet"? Warum hätte er dann der Abtretung so vieler Kompetenzen nach Brüssel zustimmen sollen?
    Die Gefahr, dass Deutsche de facto die Herrschaft in vielen Teilen Europas übernehmen, sehe ich allerdings auch. Meiner Meinung nach liegt das aber am zinsbasierten internationalen Geldsystem. Wenn Deutschlands Wirtschaft wächst und Deutschland seine Zinsen zahlen kann (wonach es aussieht), werden andere Staaten dafür zahlen müssen. Das ist zwangsläufig so und rein mathematisch begründet (Exponentialfunktion - siehe www.steuerboykott.org).
    Kauder, Sarrazin, etc. sind da ganz kleine Lichter und höchstens nützliche Erfüllungsgehilfen - wenn sie die Lage überhaupt überblicken.
    Wenn also überall alles privatisiert wird und die Staaten zwangsweise ihr Eigentum verkaufen müssen, dann werden mehr oder weniger zwangsläufig deutsche "Investoren" die Infrastruktur der schwachen Länder übernehmen - auch ohne Gequatsche und egal, welche Sprache dabei gesprochen wird.

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  8. @anonym: Wer nicht hören will, wird fühlen müssen und wer nur die Oberfläche sehen will, wird ganz tief fallen. Wirtschaft und Politik sind eng miteinander verflochten. Die Politik ist das Machtinstrument derer, die herrschen wollen und auch herrschen. Wie ist denn das 3. Reich entstanden. Mal nachforschen, empfehle ich. Die Politik ebnet das Feld, in dem die Wirtschaft hineinstoßen kann. Nicht umgekehrt. Es muss erst eine bestimmte Stimmung geschaffen werden, ehe man kaufen und verkaufen kann. Dafür ist Kauder ein nützlicher Idiot. Nur, das ist viel zu kurz gesprungen, weil Kauder kein Idiot ist. Er bereitet das Feld, was die anderen dann beackern. Größenwahn in Deutschland ist gut für die Wirtschaft IN Deutschland und für das Ruhigstellen der Menschen: Wir sind ja wer, alle Welt nimmt sich an uns ein Beispiel. Das hat schon 2 Weltkriege ausgelöst. Die Geschichte wiederholt sich nicht gleichartig, aber ähnlich. Ich empfehle den Artikel in der Frankfurter Rundschau und bitte keinen in der BILD, wo man immer Deutschland so als Opfer hinstellt. Wir guten Deutschen. Dabei vergisst man, dass wir einen ganz entscheidenden Punkt des EU-Vertrages als einziges Land nicht eingehalten haben und deshalb die Schieflage in Europa dadurch mit verursacht haben. Deutschland hat keinen Heiligenschein, eher das Gegenteil. Es ist natürlich letztendlich - wertfrei gesprochen - egal, welche Sprache gesprochen wird, zumal in Deutschland immer weniger Deutsch gesprochen wird, eher Neudeutsch, aber Sprachen stehen auch für bestimmte Nationen und wenn eine allen anderen ihre Politik aufzwingt, ist das für ganz Europa schlecht. Bis zu Kohl wussten das noch alle. Sprachen sind Symbole für Unterdrückung, Kolonialisation und vieles mehr. Niemand sollte darüber hinwegsehen. Und wie gesagt, ich würde niemals einen Sprachschatz des 3. Reiches übernehmen wollen. Außerdem sollte man niemals diejenigen, die Sprache vergewaltigen als kleine Würstchen verniedlichen. Das 3. Reich begann damit, dass man das Ordentliche und Saubere des Deutschen hervorhob, dass man seine Wissenschaft lobte, seine Wirtschaft, man fühlte sich haushoch überlegen gegenüber Resteuropa und der Restwelt, dann kam der Rassismus dazu und später war es nur noch ein Klax, die Regierung zu übernehmen und der Wirtschaft Gewinne ohne Ende zu versprechen. DAS sind die Parallelen. Beim Überlegenfühlen und Rassismus sind wir schon. Alles gehört zusammen, alles hat seine Außenwirkung. Wir (d.h. die Wirtschaft und ihre angeschlossene Politik) sind dabei, die Ergebnisse des 2. Weltkrieges zu verändern und die Niederlage in einen Sieg zu verwandeln. Nicht vergessen dabei sei, dass jeder Arbeitnehmer in Deutschland dies erzwungenermaßen teuer bezahlt. Auf die Dauer wird das nicht gut gehen.

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