Samstag, 19. November 2011

Leseempfehlung

Allen denjenigen als Leseempfehlung gedacht, die Kauders Ausspruch, dass man in Europa jetzt Deutsch spräche, verniedlichen wollen. Das 3. Reich begann auch nicht erst 1933. Die ideologischen Grundlagen wurden kurz NACH dem 1. Weltkrieg gelegt.


Aus der Frankfurter Rundschau: Man kaudert
von Holger Schmale

Deutschland hat Europa seine Sparpolitik aufgezwungen.Nun füchtet sich Europa vor der deutschen Übermacht. Ein Bund freier Demokratien sieht anders aus.

Als Gerhart Polt 1988 seinen großartigen Film „Man spricht deutsh“ herausbrachte, konnte man arglos herzlich über diese Karikatur deutschen Touristenlebens in Italien lachen. Zwei Jahre vor der deutschen Einheit war vollkommen klar, dass solch ignorantes Deutschtümeln zwar auf Campingplätzen und an Stammtischen mancherorts zu finden war – dass aber die bundesdeutsche Politik zutiefst europäisch und keinesfalls hegemonial dachte und handelte.

Jetzt hat der britische Publizist Timothy Garton Ash empfohlen, der englischen Sprache ein neues Verb anzufügen: to kauder. Das bedeute: Stammtischparolen auf die politische Bühne Europas zu bringen. Er meinte damit den Auftritt des Fraktionsvorsitzenden der CDU/CSU, Volker Kauder, auf dem CDU-Parteitag. Der Vertraute von Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte dort diese Woche mit Verve erklärt: „Jetzt auf einmal wird in Europa Deutsch gesprochen!“ 

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