Dienstag, 20. Dezember 2011

Der Fisch fängt vom Kopf an zu stinken

Und der Kopf des Fisches vergiftet den ganzen Körper. Wir leben in so einem verrotteten System. Der Körper bis zum Schwanz zeigen die gleichen Verfallserscheinungen wie der Kopf. Es gibt keine ethischen Grundsätze mehr. Jeder für sich - alle gegeneinander. Man lässt sich aushalten oder man duckt sich weg und tritt nach unten, um ja nicht in das Licht der Öffentlichkeit zu kommen. Und es gibt immer jemanden der unten einen steht, bis es den letzten trifft, denjenigen, der auf der Straße leben muss. Der ist Schütze im letzten Glied, darf hungern und frieren. Auf dieses letzte Glied der Kette darf dann jeder einschlagen. Wir sind wahrlich weit in unserer gesellschaftlichen Entwicklung gekommen.

Mache jemanden auf dieses Verhalten aufmerksam, dann jammert man: Das war doch schon immer so. 

Stimmt das? Also in meiner Wahrnehmung stimmt das so, wie es jetzt ist, nicht. Muss es dann immer so weitergehen? Ist es nicht zu einfach, wenn man greint, dass es immer schon so war, sich zurücklehnt und "Bauer sucht Frau"sich reinzieht?

Ein Land mit Auflösungserscheinungen. Auflösungserscheinungen, die bis weit in die bürgerliche Mitte hineinreichen.

Warum das Gesülze? 

Ich wollte eigentlich nichts über Wulff schreiben. Da gibt es schon viele kluge Posts. Nur heute Morgen im Laufband unter den Nachrichten, musste ich meinen Kopf schütteln. 70% - wie auch immer die zustandegekommen sind - votieren für einen Christian Wulff und wollen, dass er in Amt und Würden bleibt. Gut - Würde ist wohl jetzt nicht mehr angezeigt.

Also fast alle wollen diesen Wulff weiterhin ihr Vertrauen schenken. Denn, Bundespräsident zu sein, bedeutet, dass Bürger einen vertrauen sollen und dass man das Vertrauen der Bürger rechtfertigen muss. Eigentlich!

Somit sind all die Veröffentlichungen um Wulff und seinen Millionärsfreunden KEINE Petitessen.

Für mich war Wulff immer ein blasser Mann, ohne erkennbares Profil, aber irgendwie vermittelte er immer einen integeren Eindruck. Ich konnte diesem Mann nichts abgewinnen, aber er war mir lieber als ein Trenner wie Gauck, der nur Müll und Herabsetzungen aus seinem Munde purzeln ließ. Lieber nichts sagen, als hetzen.

Der äußere Eindruck hat getäuscht. Wulff blieb zwar bis heute ein Nichtssager, ein vornehmer Schweiger, aber das ist schon alles. 

Nur, wie sollte er auch etwas sagen können? Hätte er mal zur Lage der Nation etwas Vernünftiges von sich gegeben, dann wäre ihm vielleicht der nächste Urlaub in irgendeiner Millionärsvilla gestrichen worden. Und von seinen kargen Bezügen als Bundespräsident kann er sich schließlich kein Hotelzimmer leisten, geschweige denn ein Ferienhaus.

Ich frage die 70%: Was ist von einem überparteilichen Bundespräsidenten zu halten, der für das Wohl des Volkes da sein sollte, wenn er sich geldwerte Vorteile verschafft?

Ich - als damalige Arbeitnehmerin - musste die Geschenke, die mir das Unternehmen gemacht hat, als geldwerten Vorteil versteuern lassen. Wieso misst man dann mit zweierlei Maßstäben?

Wie ist das vereinbar mit der Vorteilsnahme der Werbekosten für ein Buch, was Wulff herausgegeben hat? Er hätte ja sonst das Geld für die Werbung aus eigener Tasche zahlen müssen. Oder andersherum, wenn es einen richtigen Verlag gegeben hat, so wären die Werbekosten beim Verlag gewesen und hätten das Honorar für verkaufte Bücher gekürzt. Kein Verlag wirbt kostenlos. 

Und ich frage die 70%: Was haben wir für einen Präsidenten an der Spitze Deutschlands, der nicht mal weiß, dass sein Millionärsfreund ihn gesponsert hat. Ist er debil? Ist er dement? Hat er keine Gehirn, keine Augen, keine Ohren? Hat er die Zeitung aufgeschlagen und gesagt: Huch, da hat ja jemand für mein Buch geworben. Das ist aber überraschend. Wer wird das denn gewesen sein. Ach was, interessiert mich nicht.

Und ich frage die 70%: Wieso soll man es einen Präsidenten durchgehen lassen, der sich wie eine Hure den oberen 1 % andient, der sich Urlaube bezahlen, Kredite geben, Werbungskosten übernehmen lässt. Der so verbandelt ist mit nur 1% der Bevölkerung, dass er nicht mehr in der Lage ist, Missstände anzusprechen. 

Würde jemand der 70% seine engen Freunde in die Pfanne hauen? Wohl nicht. Nur  - die Freunde des Bundespräsidenten, nagen an unserer Republik, lassen sie an die Wand fahren, zerstören die Demokratie. Und unser (?) Bundespräsident lässt sich von ihnen aushalten (!)? 

Was sagt das über den Zustand dieses Landes und über diejenigen aus, die ihn gern weiterhin als Bundespräsidenten haben möchten?


Dazu auch: Banditengast des Tages

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