Dienstag, 6. Dezember 2011

Die Herabstufung der EU

Ach, was waren das noch für Zeiten - damals, als Europa und auch Deutschland christliche Länder waren. Nein, es war nicht alles toll. Und es gab viele, die überhaupt nicht an Gott glaubten oder einen anderen hatten. Einen anderen? Sind nicht alle Götter EIN Gott? Aber das ist längst vorbei. 

Die in der EU zusammengeschlossenen Staaten haben sich für einen anderen Gott entschieden und ihre Bevölkerung musste einfach den neuen Glauben annehmen, wie es immer in der Geschichte war. Die Landesherren haben den Glauben gewechselt und das Volk musste mitziehen, ob es wollte oder nicht. 

Das neue Glaubenscredo hat uns einen Gott gebracht, der besser als Antichrist bezeichnet werden könnte. Einen harten Gott, einen strafenden Gott, der nicht mehr Monotheistisch ist. Obwohl? Ja, man könnte ihn auch monotheistisch nennen. Er hat seine Propheten, die strafen. So kann man sie sicherlich nennen, obwohl es gemietete Propheten sind. Keine Apostel wie Paulus, der aus dem Saulus sich erhob. Der war auch nicht von Pappe und drohte allen die Hölle an und auch den Tod, wenn sie nicht an Jesus glaubten. Er war aber ein Glaubenseiferer, ohne das Gegenstück in der Antike zu einem Porsche. Er wollte noch mit Worten - ach wie armseelig - die Menschen bekehren.

Aber wir haben uns von diesen Glauben abgewandt, zumindest die Landesväter in unserem Europa. Sie haben damit unsere Kultur ebenso weggeworfen, wie den alten Glauben. 

Der neue Glaube, der strafende und in den Ländern wütende, heißt GELD. Sein Papst sind die Ratingagenturen und seine Propheten deren Angestellten, die vor den Computern sitzen, Programme durchlaufen lassen, die Ergebnisse in Statistiken zusammenfassen und damit Länder ruinieren.

Geld an sich hätte sich ohne die neuen Glaubenseiferer gar nicht als unser Gott etablieren können. Geld gab es schon lange in der Geschichte und Jesus jagte die Zinswucherer aus dem Tempel. Unsere Landesväter haben die Zinswucherer eingeladen. Sie haben sie umarmt. Sie haben die neue Heilslehre mit Freuden übernommen.

Die neuen Gottespropheten haben Ablasspapiere gedruckt. Nein nicht wie früher der Tetzel. Sie machen das heute virtuell. Und es sind keine Ablassbriefe in früherer Form mehr. Sie geben Statistiken, Berichte und Einschätzungen heraus über die Landesväter, von denen sie noch mehr erpressen wollen, für ihren Gott. Sie wollen die totale Unterwerfung. Sie wollen alles haben, was auf dieser Welt von Menschen erzeugt wurde. Alles - ohne wenn und aber! 

Die neuen Gottespropheten, ebenso dogmatisch und fundamentalistisch, wie damals ein Bernhard von Clairvaux, glauben nur an Geld und Luxus, im Gegensatz unseres fanatischen Mönches aus dem 12. Jahrhundert.  Nur der glaubte an seine Sache. Die neuen Gottespropheten wollen nur - und absolut nichts anderes - Geld auf ihre Konten häufen. Im Grundsatz sind wir aber wieder in diese Zeit zurückgefallen, nur mit einem modernen Anstrich. 

Moderne Leibeigenschaft, Zinsknechtschaft, Ablasshandel, Völlerei und Prasserei der Oberschicht, Verarmung  aller, Abkehr von ethischen Grundsätzen, die in den Menschenrechtserklärungen niedergelegt worden sind, Umerziehung der Menschen zu willigen und dummen Knechten, Abkehr von bildungsbürgerlichen Grundsätzen, Niedergang der philosophischen Studienrichtungen, da mit ihnen kein Geld zu machen ist, Anbetung von sogenannten Reichen und Schönen, Niedergang von positiven Leitbildern für junge Menschen, die ihre Perspektive meist nur darin sehen, schön zu sein und damit reich zu werden, Niedergang dessen, was Menschen an Fertigkeiten sich im Laufe der Jahrhunderte aneigneten, Niedergang von Berufsstolz und -ehre, Ehre und Stolz überhaupt, um nur Einiges zu nennen.

Ich meine, dieser Preis ist zu hoch, um weiter dieser Religion zu frönen. Es wäre nun wirklich langsam mal an der Zeit, die Lethargie aufzugeben, um wieder zurückzufinden, zum immer wieder hochgelobten Humanismus des Abendlandes. Der ist auf der Strecke geblieben, als Ballast in das Meer geworfen worden und ertrank dort. Ob man in wiederbeleben kann? Ich habe da so meine Zweifel.  Solange wir uns noch von Ratingagenturen tyrannisieren lassen, solange wird es immer weiter bergab gehen.

Die Geschichte lehrt uns, dass unser Platz dann von anderen eingenommen werden wird. Und ich sehe zwei Kräfte in der Welt, die diesen Platz einnehmen könnten und für die WIR dann die 3. Welt sind.


Kommentare:

  1. Dieses ganze Theater müsste nicht sein, wenn das Volk, nicht die Bürgerinnen und Bürger, endlich erwachen und sich aufbäumen würde!!!
    Aber leider geht es der Masse noch viel zu gut, oder sie sind tatsächlich schon so verblödet worden, dass sie garnicht mehr wahrnehmen, dass Sie das Volk sind, der eigentliche Souverän, der aber damit nichts mehr anzufangen in der Lage ist und daher nur den gewählten Volksverrätern hinterher dackelt!
    lg Holger

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  2. @H.B. Zu verblödet würde ich sagen, wenn ich sehe, wieviele in ihren Einkaufswagen die BILD spazierenfahren. Dann kommt noch der Prozentsatz dazu, der aufgegeben hat und sich in sein Schicksal ergibt. Nun wächst dazu noch eine Generation verbildeter Menschen heran, die das alles nicht mehr merken und nicht mehr interessiert.

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