Mittwoch, 28. Dezember 2011

Pst, etappt beim Lügen

Noch vor ein paar Monaten/Tagen: Jubel, Jubel, Jubel ... immer währender Jubel, die Menschen arbeiten länger. Immer mehr ältere Menschen sind in Arbeit. Sie wollen einfach arbeiten. Sie werden schließlich auch gebraucht, da ein Fachkräftemangel herrscht und einige Unternehmen stellen sich schon auf ihre immer älter werdende Arbeitnehmerschaft ein. Jubel, Jubel, Jubel ... Und alles hat Frau Merkel und Frau von der Leyen in die Wege geleitet. Ein Leben in Arbeit, ein Leben in Würde ... Jubel, Jubel, Jubel ...

Leider - wie ich immer vermutete - sieht die Wirklichkeit doch ganz anders aus. Jeder 2. Arbeitnehmer geht vorzeitig in Rente, berichtet der Stern und alle anderen Medien auch.

Oh-mann-oh-mann - da wollen die Arbeitnehmer wohl doch nicht so wie Frau Merkel und Frau von der Leyen. Sie wollen endlich aus der Tretmühle heraus. Sie haben es satt, sich von früh bis abends bevormunden zu lassen, sich als Objekt, statt als Subjekt zu fühlen, nur Kostenfaktor zu sein und sie haben es satt, wenn die Chefs auf ihren Qualifikationen und Erfahrungen scheißen. Immer weniger Leute müssen immer mehr arbeiten. Da ist wohl jeder froh, wenn er endlich alles dem Chef vor die Füße schmeißen kann. Altersarmut hin oder her. Und sie sind dazu verdonnert altersarm zu sein. Sie sind dazu verdonnert massenhaft Abschläge in Kauf zu nehmen, nur weil sie nicht mehr wollen oder nicht mehr können.

Immer wird vom Dachdecker gesprochen, der nicht mehr aufs Dach kraxeln kann. Auch Angestellte sind häufig nicht mehr in der Lage, die Anforderungen zu erfüllen, die an sie gestellt werden. Aller paar Monate wird umorganisiert. Heute muss ich das machen, morgen das und übermorgen schon wieder etwas anderes. Die Software im PC taugt selten was, immer wieder wird sie geändert und immer wieder muss umgelernt werden. Wo früher noch 4 Arbeitnehmer in den Büros saßen, sitzen heute nur noch 2, die ein höheres Arbeitspensum als damals 4 erledigen müssen. Anerkennung? Fehlanzeige. Und wenn man krank ist, muss man sich noch 50x entschuldigen, weil man zu faul ist, auf Arbeit zu gehen, denn schließlich sitze man ja nur im Büro, also solle man gefälligst seine Viren mit  dorthin hinschleppen.

"Ich habe einfach gemerkt, dass mein Körper das nicht mehr mitmacht",  sagt eine Verkäuferin lt. Stern.

Im Jahr 2000 waren es 14,5 %, die vorzeitig in Rente gingen, letztes Jahr 47,5% der Arbeitnehmer.
Na, liebe SPD. Die Rente mit 67 ist doch wohl gelungen. Ihr habt sie doch eingeführt. Und liebe Frau Merkel und liebe Frau von der Leyern oder soll ich von der Lügen sagen, so fällt eine Schönfärberei ins Wasser und ertrinkt. So wird immer augenscheinlicher und es begreift auch der Letzte, dass die Rente mit 67 nur ein Verarmungsprogramm ist. Die Menschen können es nicht.

Vielleicht arbeitet dann dieser oder jener Vorruheständler noch ein paar Stunden. Er darf ja nur minimal dazu verdienen, aber er kann es sich dann raussuchen, wann und wo. Und er ist es, der dem Chef auch mal einen Korb geben kann und er bestimmt und muss nicht immer auf sich herumtrampeln lassen.

Die Rente mit 67, eine gigantische Rentenkürzung. Nunja, Hauptsache das 1 % kann prassen. Und Hauptsache ein fast völlig verarmter Bundespräsident kann sich von seinen 1-%-Freunden kostenlos in die Urlaubsvilla einladen lassen. Hauptsache denen geht es gut. Da ist doch wohl das Sinnen und Trachten aller Regierungstätigkeit.


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