Mittwoch, 21. Dezember 2011

Schlechte Arbeit muss bestraft werden

Das ist ja landbekannt, die Ostdeutschen haben eine schlechtere Arbeitsproduktivität, können nicht so hart arbeiten, jammern nur und überhaupt, sollen froh sein, wenn sie überhaupt etwas abbekommen.  Können die überhaupt arbeiten?

Das ist falsch? Natürlich ist das falsch. Aber wieso scheint dann unsere Regierung zu meinen, dass das richtig wäre. Oder wie soll man sonst verstehen, dass der Mindestlohn ostdeutscher Leiharbeiter fast 1 EUR niedriger festgelegt wurd, als der westdeutscher? 

Sind sie weniger qualifiziert? Sind sie dümmer? 

Natürlich nicht! 

Ganz irre wird die Sache in Berlin: EINE Stadt, zwei Mindestlöhne für Leiharbeit, eine Straßenseite 1 Euro besser, die andere 1 Euro schlechter. Ganz so, als ob es die Wiedervereinigung nie gegeben habe. 

Achja, es sind ja nur reichlich 20 Jahre her, wo sich der Osten dem Westen ergeben hat. Da kann man nun wirklich nicht verlangen, dass in solch einer kurzen Zeit gleicher Lohn für gleiche Arbeit gezahlt wird. Da muss man immer noch dort fein säuberlich trennen, wo vor längerer Zeit mal eine Grenze gestanden hat, die die jüngere Generation schon gar nicht mehr kennt. 

Sie muss sie auch nicht kennen. Sie bemerkt sie, dass ihr Vater oder ihre Mutter weniger Lebensmittel einkaufen können, weil man sie benachteiligt gegenüber dem westlichen Teil. Warum, wird ihnen ihr Vater oder ihre Mutter wohl auch nicht sagen können. Einfach nur so. Einfach nur, weil wir Ostdeutsche sind und uns erlauben, in Ostdeutschland wohnen zu bleiben. Einfach nur so, weil man uns nicht für voll nimmt und als dumme Auguste behandelt. Warum sonst? Es gibt überhaupt keinen sonstigen vernünftigen Grund. 

Preise, Wohnungsmieten (es gibt Straßenzüge in Leipzig, die die teuersten Mieten in ganz Deutschland haben), kommunale Abgaben etc. pp. sind ebenso hoch und in manchen Regionen höher als in vielen Westgebieten. Die Menschen arbeiten genauso fleißig wie anderswo. 

Also warum werden die Menschen in einem Teil Deutschlands diskriminiert? Ich glaube nicht, dass das durch das Grundgesetz abgedeckt ist.

Nur, wer von den Regierenden kennt heutzutage noch das Grundgesetz, geschweige denn er würde danach handeln. Mir scheint es, dass es in Berlin niemanden mehr gibt, der mal ernsthaft sich damit beschäftigt hat. Man schaltet und waltet nach Gutdünken, so wie die Unternehmer es wollen. Da bleiben eben immer mehr Menschen auf der Strecke. Dieses Mal hat es eben die Leiharbeiter erwischt.

Warum haben sie auch keine reichen Freunde? Selbst dran schuld? Oder? Warum haben sie sich als Ungeborene nicht die richtigen Eltern ausgesucht? Und viel wichtiger, warum wollten die überhaupt zu ihren Schwestern und Brüdern? Wieso haben sie die Mär von den lieben Schwestern und Brüdern geglaubt? Jetzt sind sie die ungeliebte Verwandschaft, die man lieber gehen, als kommen sieht.
Wann ist endlich, endlich mal Schluss mit dieser Aufteilung der Menschen? Und warum lassen wir uns immer und ewig teilen und halten den Mund dazu?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich, dass du kommentierst. Nur beachte bitte:

Kommentare, die rassistisch sind, Hetze gegen bestimmte Personengruppen verbreiten und im Gossenjargon angefertigt werden, sind Spam und werden von mir nicht veröffentlicht. Außerdem mache ich bei unsachlichen und nicht zur Sache gehörenden Kommentaren sowie doofem Gelabere von Trollen von meinem Hausrecht gebrauch.