Samstag, 3. Dezember 2011

Singen gegen die Rechten?

Da will Jena weltoffen erscheinen. Udo Lindenberg organisiert ein Konzert und viele, viele Menschen kommen. 

Und die sind jetzt alle weltoffen?

Es ist ja niedlich, dass Udo Lindenberg solch ein Konzert macht. Es ist niedlich, dass eine Schweigeminute vor dem Konzert veranstaltet wird.

Ein Haken hat die ganze Sache. Die Morde geschahen nicht vor Kurzem. Die Morde an Mitbürgern mit ausländischen Wurzeln geschahen seit Anfang der 1990er Jahre, also schon im vorigen Jahrhundert. 

Wo waren da die Sänger, die eine Konzert veranstaltet haben, als Inder gejagt worden sind? Hat sich irgendjemand darüber aufgeregt, dass ein Afrikaner in einer Polizeistation verbrannte? Wo war da das tolle Rockkonzert? Wo war dort die Schweigeminute? Die Liste der Verbrechen könnte ich noch fortsetzen. Es hat bis jetzt niemanden gestört. Erst als Rechte in die Luft gesprengt worden sind oder sich vielleicht aus irgendeinen Grund selbst gesprengt haben, was ich weniger annehme, erst seit dieser Zeit legen wir Schweigeminuten ein, überschlägt sich eine Merkel, sind wir überall und zu jeder Zeit betroffen. 

Ach schenkt euche diese Betroffenheitsarien. Sie sind so falsch, wie die opportunistischen Politiker, die ihre Fahne IMMER nach den Wind hängen, wenn's halt nicht mehr anders geht.

Und die bunten Jena-Demokraten-Republikaner? Wenden die sich nun gegen rassistische Schlagzeilen in der BILD? Weisen sie Sarrazin und Co. endlich in ihre Schranken? Zeigen sie Blogs wie PI wegen Volksverhetzung an? Schlagen sie einer Schröder auf den Mund, wenn sie mal wieder das islamische Grauen entdeckt? Wenden sie sich gegen Diskriminierung vor allem von Türken und anderer muslimischer Menschen? Wollen sie wirklich eine bunte Republik Deutschland oder wollen sie, wie an den Stammtischen gegrölt, eine Assimilation anderer, die andere kulturelle Wurzeln haben?

Da wird nun immer wieder ein NPD-Verbot in den Ring geworfen. Den gewöhnlichen Faschismus kann man nicht mit einem Parteienverbot bekämpfen. Er ist zwischenzeitlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen. 

Da werden den Türken im gehässigen Ton vorgehalten, dass sie Fernseher in ihrern Wohnungen haben und zwar die modernsten (selbst gehört). Ich habe noch nie erlebt, dass sich jemand über einen modernen Fernseher in deutschen Wohnzimmern aufgeregt hat. Da sprechen die Türken zu laut. Wie kann man das nur in Deutschland. Die Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen. Aus arrangierten Ehen werden Zwangsehen, als ob diese nicht in aller Welt üblich wären. Regt sich jemand bei orthodoxen Juden etwa darüber auf? Da werden Ehen oft über das Internet arrangiert. In Deutschland hat man arrangierte Ehen bis ins 20. Jahrhundert vielfach gehabt. Ich denke nicht, dass die Frauen damals begeistert waren, arrangiert zu heiraten, wenn sie vor allem ihren Ehemann vorher nicht kennenlernen konnten. Und machen wir uns doch nichts vor. Den normalen Menschen auf der Straße ist es doch piepegal, ob eine junge Türkin arrangiert heiratet. Den normalen Menschen auf der Straße, der durch die Medien kirre gemacht worden ist und nur noch in ökonomischen Bahnen denken kann, der regt sich doch darüber auf, dass eine Frau in die Sozialsysteme einheiratet. Nur so wird das bei den meisten gesehen. Unsere heiligen Sozialsystem. Nur für Deutsche möchte man die reservieren und diejenigen die sie in Anspruch nehmen werden auf der Straße Faulenzer genannt, die lieber arbeiten sollten. Bis heute hat sich der dumme Spruch Jeder findet Arbeit, wenn er nur will nicht aus den Köpfen vieler bringen lassen.

Wie komme ich nun von einem Konzert gegen Rechts auf Arbeit?

Alles hängt miteinander zusammen. Solange ich die Menschen nur als ökonomische Faktoren begreife, solange ich sie nach Religionen, Herkünfte und was weiß ich noch sortiere, solange wird es immer mehr Aussortierte geben, Menschen ohne jegliche Zukunft, Menschen, die nichts mehr mit sich anzufangen wissen, Menschen, die dann nach unten treten, weil sie von oben getreten werden.

Solange es keine gerechte Gesellschaft gibt, wird es rechtsradikalen Terror geben. Solange es keine gerechte Gesellschaft gibt, wo Menschen Perspektiven erleben, wo Menschen nicht nur Kostenfaktoren sind, solange wird es eine NPD geben oder irgendeine andere Partei mit dieser Zielrichtung. Man macht es solchen Brandstifter sehr leicht, ihre Opfer zu finden, denn in jeder Gesellschaft wird es immer einen rassistischen Bodensatz geben, auch in einer gerechten, aber was dieser rassistische Bodensatz bewirken kann, dass ist von der Gesellschaft abhängig.

Diese hier lädt geradezu zum Rassismus ein und umarmt ihn und zwar von ganz oben angefangen. Wie heißt doch das bekannte Sprichtwort?

1 Kommentar:

  1. Hallo,
    danke für den gelungenen Beitrag. Ich sehe das ähnlich auch wenn ich in meinem Blog nicht ganz so ausführlich darauf eingehe.
    Gruß,
    Daniel

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