Donnerstag, 5. Januar 2012

Traritrara - das Kasperle ist da

Das Kasperle tanzt und freut sich. Okay, Kasperle hat gelogen. Nun, das ist nicht ganz richtig: Kasperle hat nur nicht die Wahrheit gesagt. 

Ach, warum sollte Kasperle auch. Er fühlt sich alternativlos. Und mal ehrlich, wer kann schon 400 Fragen gleichzeitig beantworten? Spaßkasperle nicht. Ich nicht, du nicht, wir nicht, sie nicht ... alle nicht. 

Und da Kasperle der deutschen Sprache nicht ganz so mächtig ist, kann man von ihm nicht erwarten, dass er aus den 400 Fragen, die ihn zu ein und demselben Thema gestellt worden sind, die richtige Frage erkennt. Nein, dass kann man von Kasperle nicht verlangen. Abstrahieren würde das bedeuten. Abstrahieren! Nun komme man dem Kasperle doch nicht mit solch Spitzfindigkeiten.

Was Kasperle kann, ist Vorteile einzusacken. Vorteile sind immer gut. Vorteile machen das Leben süß und die Leberwurst zum Kaviar, Beluga natürlich. 

Und Kasperle kann auf Anrufbeantworter quatschen, schimpfen, toben ... 

Dumm nur, dass Anrufbeantworter einen Speicher haben. Okay, Kasperle konnte das nun wiederum nicht wissen. Ist auch völlig ungewöhnlich, dass Anrufbeantworter einen Speicher haben und man Gesagtes auch noch aufnehmen und vor allem aufheben kann. Dumm nur, dass Speicher von Anrufbeantwortern sich nicht selbst löschen. Mission impossible ist nicht. Auf der anderen Seite, wer kann Kasperle verübeln, dass er nicht mehr genau weiß, was er eigentlich auf den Anrufbeantworter gedröhnt hat. War noch niemand wütend? Da weiß man oft nicht so ganz genau, was man eigentlich gesagt hat oder sagen wollte oder nicht gesagt hat oder doch gesagt hat ...

Und außerdem, Kasperle wurde geschaffen, damit man über ihn lachen kann. Was wäre wir alle ohne Kasperle? Feinde würden einfach nur Feinde sein, Freund nur stinknormale Freunde.

Freunde. Die darf man eben auch haben, aber nur die besonderen, die auch einen etwas bieten können. So - eine Hand wäscht die andere: Du darfst heute in meiner Villa schlafen und nicht nur heute, den ganzen Urlaub über darfst du das. 

Nein, wenn man Freunde hat, dann muss man sich doch kein Ferienhaus mieten. Na, wo denkt jeder hin. Ferienhäuser mieten doch nur Unbedarfte, diejenigen, die immer noch zu viel Geld für ihre Hände Arbeit bekommen. 

Nein Kasperle muss das nicht. Wozu hat man denn nun Freunde? Okay, okay, einfach so? Sicherlich nicht!

*Drucksen* Kasperle, du, nein, denke nicht, dass ich etwas von dir will. Wozu hat man denn Freunde?  Nur ... vielleicht ... wenn es möglich wäre ... schließlich bist du mein Freund ... also, ich will nicht drumherumreden. Wie ich dir, so du mir. Mach doch endlich etwas ... egal was, Hauptsache mein Konto wächst.  Etwas? Darf auch ein bisschen mehr sein ... Wozu hat man denn sonst Freunde? *Breites Lachen*

Rufen wir uns in Erinnerung: Wer ist Kasperle? 

"Er ist der komische Held des Kaspertheaters, eines meist mit Handpuppen gespielten Puppentheaters mit derb-naiver Handlung. Es wird angenommen, dass die Rolle des Kaspers unter anderem auf den Hanswurst des Wiener Volkstheaters zurückgeht. Die Puppenfigur Kasper ist im deutschen Sprachraum seit Ende des 18. Jahrhunderts bekannt. (Wikipedia)"

Dafür hat er sich aber ganz schön gemausert und gewandelt, von einstmals auf der guten Seite stehend hin zur Seite der Mächtigen, die im Märchen zumindest immer schlecht wegkommen ist. Aber wir leben in einer realen Welt, in einer Hanswurst-Welt. Gretel spielt dort drinnen ebenso ihre Rolle, wie eben unser Kasperle. 

Ach, was würde ich wohl in meinen Blog schreiben, wenn wir nicht unser alltägliche Dosis Puppentheater sehen und hören könnten!

Lang lebe Kasper und sein Gretele!

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