Dienstag, 7. Februar 2012

Auch so eine Clique

Man sollte die jetzigen Gewerkschaftsführer aus ihren Schlafämtern jagen. Wozu werden sie eigentlich noch finanziert?

Die IG Metall tut mal wieder so, als ob sie mit den Muskeln spielen wollte. Richtig: Möglichkeitsform, Konjunktiv!

Ernst meinen sie es nicht. 6,5% mehr Geld fordern sie. Die Mitarbeiter würden das verdienen, da es den Unternehmen so gut gänge. Verdienen. Das klingt nach: Bitte gebt uns etwas ab, wir werden auch brav sein. Es ist so unterwürfig. Es signalisiert, dass man betteln geht.

Verdienen? Nein, die Mitarbeiter in den Unternehmen haben eigentlich ein ANRECHT auf höhere Löhne und nicht nur popeliger 6,5 %. Zum Paket gehört auch das Mitspracherecht des Betriebsrates bei Beschäftigung von Leiharbeitern und die unbefristete Anstellungen von Ausgelernten. 

Nichts wird es von den 3 Säulen geben.

Das Mitspracherecht des Betriebsrates könnte vielleicht mit vielen Klauseln formell in Kraft treten, aber das war es dann auch. Zur Zeit prozessiert BMW in Leipzig gegen den Betriebsrat, weil der die 40 % Leiharbeiter am Anteil der Belegschaft nicht mehr tolerieren will.

Die unbefristete Anstellung von Ausgelernten? Nein, das glaube ich beim besten Willen nicht. Da wird man irgendeine verklausulierte Formel finden und alles bleibt mehr oder weniger beim Alten. Die Arbeitsverträge werden dann nicht mehr auf 12 Monate lauten, sondern vielleicht auf 24 Monate mit Sonderkündigungsrecht bei sinkenden Auftragsvolumina. Und das Auftragsvolumen wird bei den meisten sinken, wie das Amen in der Kirche ein Gebet beendet.

Und wenn man sich dann auf irgendetwas Verwinkeleltes geeinigt hat, fallen die 6,5 % der beiden Säulen zum Opfer. Die IG Metall hat Journalisten schon gesteckt, dass sie mit 3,9 auch zufrieden wären. Taktisch völlig daneben, signalisiert aber die Ernsthaftigkeit der Forderungen, die die Gewerkschaft aufgestellt hat. Sie wäre vielleicht zufrieden, aber die Mitarbeiter der Unternehmen auch? 

Und Journalisten beeilten sich auch gleich, festzustellen, dass 3,9 % eine Menge Geld wären. Bei einem Verdienst von 1.800 EUR Brutto, was schon heutzutage für viele sehr viel ist, wären dass reichlich 70 EUR Brutto, falls sich Google nicht verrechnet hat. Da können aber die Puppen tanzen, liebe Journalisten. Dem Binnenmarkt wäre mit netto so um die 40 EUR rund nach oben gerechnet wirklich unwahrscheinlich geholfen. Alle könnten jubeln. 

Wirklich eine sehr verquere Vorstellung von Teilhabe an den Erfolgen der deutschen Wirtschaft, die sie ja auch wirklich hat, wenn man deren Gewinne sieht und das, was Manager nach Hause tragen. Nur, für diejenigen, die diese Werte erarbeitet haben, wird wieder einmal nur Brosamen bleiben, wenn überhaupt. Ich denke, dass irgend eine Zahl um 3,5 herauskommt plus einer Einmalzahlung, die dann vielleicht auf 3,9 % schön gerechnet werden kann, obwohl mit einer Einmalzahlung wirklich niemand etwas anfangen kann.

Solche Gewerkschaften kann wirklich niemand wollen und auch nicht brauchen.