Mittwoch, 1. Februar 2012

Der Arbeitsmarkt boomt

Na, wenn das nicht wieder eine Meldung aus der Kristallkugel ist. Gut, jeder versteht unter Boomen etwas anderes. Unsere tolle Regierung versteht nur, dass möglichst jeder irgendeinen Arbeitsplatz hat, drei können es auch sein oder mehr? Ob er davon leben kann, ist irrelevant. Schöner Boom.

Da habe ich doch eine Klasse Idee. Keine Arbeitslosen mehr. Der Rest, der gesundheitlich nicht mehr schuften kann, den können wir aus der Statistik streichen. Darauf kommt es nicht mehr an, wird sowieso schon zu oft gestrichen.

Jeder arbeitet 1 Stunde. Vollarbeitskräfte brauchen wir nicht mehr. 24 Beschäftigte teilen sich 1 Arbeitsplatz. Job-Sharing in Perfektion. Der 1 Stunde pro Tag Arbeitende kann dann gut und gern 3 EUR Stundenlohn bekommen, so als Anerkennung, dass er seine Arbeitskraft 1 Stunde einem Unternehmen zur Verfügung stellt. Den Rest - wie gehabt - der Steuerzahler. Vorteil wäre auch, jedes Unternehmen kann rund um die Uhr produzieren.

Was nicht geht, ist dass der Beschäftigte seine Arbeitskraft noch einem anderen Unternehmen zur Verfügung stellt. 1 Stunde noch woanders, ist schon 1 Arbeitskraft, die nicht arbeiten kann, die in die Statistik zurückfällt. Und das wollen wir doch nicht. Unsere Statistik muss schön sauber aussehen. 

Das wäre dann das Modell, was wir der ganzen Welt zeigen können. Hurra - wir Deutschen wären dann die Besten. Null Arbeitslose.

Höre ich jetzt etwa etwas von qualifizierten Arbeitnehmern? Mein Gott, wer braucht denn heutzutage noch qualifizierte Arbeitskräfte. Die Mitarbeiter des neuen Berliner Flughafens, die im Check-in arbeiten, sind es auch nicht. Die können beim Probelauf des Flughafens nicht mal einen ordentlichen Check-in vornehmen. Die wissen nicht, welche Arbeitsschritte getan werden müssen. Also Schlussfolgerung? Es können nur angelernte sein, irgendwelche von der Straße weggefangene.

Höre ich jetzt wieder den Einwand, dass man zwar rund um die Uhr produzieren könnte, aber wer sollte dann die Produkte kaufen? Löhner, die gerade so das minimale Existenzminimum haben, bekommen keine Kredite, um die schöne Warenwelt beehren zu können.

Spinne! Wir leben in einer Angebotsökonomie. Angebot und Wachstum. Alles andere ist egal. Kaufen? Na, davon hat Merkel noch nie etwas gehört. Werte am Markt realisieren? Ach, ist das Gestrig. Wir leben in einer Angebotsökonomie, alle anderen Vorschläge werden weggewischt.