Montag, 20. Februar 2012

Der König der Herzen ist da

Schon die Prinzessin der Herzen war eine kleine unbedarfte Person. Der König der Herzen ist es ebenso. Es ist schon lustig, wie hierzulande die Bundespräsidenten gekürt werden. Hier durch Erpressung: entweder wir nehmen Gauck oder die Koalition platzt. Eine unbedeutende Minipartei ließ ihre Muskeln spielen, um Eindruck beim Wahlvolk zu schinden, um mehr als 3 % oder 2 % endlich bei den Sonntagsumfragen holen zu können.

Nun werden wir den König der Herzen haben, einen alten Mann, erzkonservativ, dem Neoliberalem bis in den Tod verpflichet. Genau, das was Deutschland braucht. Oder?

Und die Ostdeutschen: Ach er ist ja einer von uns, er ist Ostdeutscher ... Als ob ostdeutsch ein Wert an sich sei. Lächerlich.

Ein Bürgerrechtler schwärmen andere. Bürgerrechtler? Für welche Bürger? Das sei hier doch mal in den Raum gestellt. Gauck ist noch nie dadurch aufgefallen, dass seine Gebete ALLE Bürger dieses Landes eingeschlossen hätten. 

Er hat sich gegen Ungerechtigkeiten früher in der DDR aufgelehnt. Okay. Hat er sich schon gegen Ungerechtigkeiten JETZT aufgeregt? Hat er sich gegen das Verarmungsprogramm breiter Bevölkerungsschichten in Europa ausgesprochen? Hat irgendjemand mal etwas von ihm gehört in dieser Richtung? Nein. Eher das Gegenteil. Er hat Menschen gejagt - unversöhnlich und das als Pfarrer. Er hat einen Kreuzzug gegen alles Linke  gelebt.  Das soll nun der Zusammenhalt der Bürger sein, den er verkörpern will. 

Ostdeutsche sollen mit seiner Wahl besser integriert werden. Ja, das glaube ich aufs Wort. Aus ihren Köpfen sollen endlich solch wirre Gedanken wie Gerechtigkeit herausgerissen werden. Ein überkommener Begriff, den viele Ostdeutsche immer noch nachhängen. Dafür steht er, der König der Herzen.

Nun werden wir wieder einen an der Spitze dieses Staates haben, der glaubt, in seinem Leben zu kurz gekommen zu sein. 

Wulf glaubte es und schmiss sich an die Millionäre. 

Gauck glaubt es auch, obwohl er das studieren konnte, was er eigentlich wollte und das in der DDR.

Sicherlich, er hat sich für Freiheit eingesetzt, aber für welche Freiheit, das sollte doch mal nachgefragt werden. Seine Freiheit, die er wollte - ist nicht meine Freiheit und nicht die Freiheit vieler Bürger. Seine Freiheit ist die Freiheit der Ökonomie und der Reichen. Auch Freiheit ist nicht ein Wert an sich, sondern es sollte immer hinterfragt werden: Für wen!

PS: Dazu auch in den Nachdenkenseiten Folgendes, was ich jetzt gerade las, als der Post schon geschrieben war "Yes we Gauck" 


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