Mittwoch, 1. Februar 2012

Integrationswut

Überall auf der Welt gibt es Ausländerzusammenballung in den Städten: deutsche Viertel, chinesische Viertel, spanische, jüdische, irische usw. In manchen Städten der USA ist die vornehmliche Sprache die spanische. Da sprechen die meisten überhaupt kein Englisch mehr. In Chinatown spricht man chinesisch. Na und? Interessiert das? 

Sicherlich ist es gut, wenn man in einem Land lebt, die Amtssprache dort zu sprechen. Das erleichert viele Dinge. 

Aber in Deutschland muss integriert werden. Es würde doch reichen, wenn alle Menschen, die auf deutschem Staatsgebiet leben das Grundgesetz anerkennen und das Bürgerliche Gesetzbuch achten.

Beim Anerkennen des Grundgesetzes haben wir schon große Probleme, die quer durch alle Einwohner Deutschlands geht, egal ob deutsch, türkisch, persisch, indisch, thailändisch, egal ob Regierungsmitglieder und wer weiß noch für Nationalitäten und Institutionen. Dort wäre für mich der vorgebliche Ansatz, Bildungsarbeit zu leisten.

Und es ist ja nicht so, dass Kinder schlecht in der Schule nur deshalb sind, weil die Eltern nicht gut Deutsch sprechen. Sicherlich würde das den Kindern die Arbeit erleichtern. Viel wichtiger wäre in meinen Augen, eine gute Lehrerausbildung und genügend Stellen für Lehrer, eine gute Bezahlung und deren gesellschaftliche Anerkennung. Vielleicht hätten dann auch mehr Lehrer Enthusiasmus für ihre Schüler und wären nicht vorzeitig ausgebrannt. Dort liegt doch vor allem der Hase im Pfeffer.

Wenn von Nichtintegration von Migranten gesprochen wird, zeigt man immer die Viertel, wo türkische Mitbewohner leben oder arabischer Abstammung. Deren türkischer Fleischer, Gemüsehändler, Bäcker wird moniert.

Warum? Sollen Türken auf ihre Baklava verzichten und nur noch Pflaumenkuchen essen? Es gibt auch bestimmte Nahrungsvorschriften. Ich z.B. gehe sehr gern zum türkischen Fleischer, weil es nur dort anständiges Rind-, Kalb- und Lammfleisch gibt, Fleisch, was nicht mit Blut besappert und gut abgehangen ist, dafür aber noch günstiger, als das minderwertige Fleisch in den Supermärkten. Ich bin froh, dass es türkische Fleischer gibt. Ich bin froh, dass es türkische Geschäfte gibt, wo ich mir meine Gewürze kaufen kann, die kein Supermarkt anbietet oder andere Artikel, die nirgendwo in deutschen Läden zu finden sind. Das macht Spaß, das ist bunt. Das sollten wir nicht negativ sehen. Und ich habe in noch keinem Geschäft Verkäufer getroffen, die mich nicht verstanden haben.

Pochen wir nicht auf eine Integration, die eigentlich Assimilation ist. Lassen wir das Bunte bunt sein, genießen wir es, auch vorurteilsfrei, und machen wir den Migranten kostengünstige Angebote für Deutschkurse, die die meisten auch gern annehmen. Verweigerer gibt es immer. Die dürfen nicht der Maßstab sein. Verweigerer gibt es bei allen Nationalitäten.