Mittwoch, 14. März 2012

Nur mal eine kleine Geschichte

Liebe Frau Merkel, 

nein, nicht LIEBE, sie ist nicht lieb, man kann sie nicht mit »liebe Frau« ansprechen ... Sie ist ... sie ist ein Monster ... einfach nur ein Monster.

Frau Merkel,

stellen Sie sich einmal vor, nur mal für einen einzigen Moment, Sie hätten Kinder. Nur mal so angenommen. Ich weiß jetzt nicht, ob Sie sich das überhaupt vorstellen können. Aber sei's drum. 

Stellen Sie sich weiterhin vor, dass sie arbeitslos sind. Ich weiß, dass Sie sich das auch nicht vorstellen können. Sie werden es mit allen dazugehörigen Konsequenzen nie sein. Aber sei's drum

Nun stellen Sie sich mal vor, sie seien nicht nur arbeitslos, sondern auch jung und könnten keinen Beruf erlernen. Stellen Sie sich vor, sie würden zu den über 50 % jungen Leuten gehören, die keine Perspektiven mehr sehen können, wie z.B. in Griechenland. 

Okay, okay, auch das können Sie sich nicht vorstellen. Sie haben in Ihrer vielgeschmähten DDR die Möglichkeit gehabt, zu studieren - ohne wenn und aber. Sie haben in Ihrer vielgeschmähten DDR die Möglichkeit gehabt, nicht nur ihren ganz normalen Doktortitel zu erwerben, sondern auch die B-Promotion zu machen, was in der DDR nicht selbstverständlich war. Sie konnten aus Ihrem Leben damals schon etwas machen. Ihnen wurden - noch dazu als Frau - alle Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt. Sie konnten einen der nicht wie Sand am Meer daseienden Arbeitsplätze an der Akademie der Wissenschaften der DDR ergattern. Obwohl sie schon in der DDR spitzenmäßig angekommen waren, schwadronieren Sie jetzt darüber, was hätte alles noch sein können. Undank ist der Weltenlohn. Sie waren schon oben angekommen, komfortabler als viele andere, mit denen Sie studiert haben. Aber sei's drum.

Nun stellen Sie sich mal vor, dass eine ausländische Regierung, vielleicht die US-amerikanische oder pikanterweise die russische daherkäme und meinte, dass Sie schmarotzen, dass Sie immer noch viel zu viel verdienten und immer noch viel zu wenig für ihre Krankenversicherung ausgäben und immer noch viel zu wenig Steuern zahlten. Was dächten Sie über die Amerikaner oder Russen? Würden Sie die nicht hassen?

De Gaulle sagte einmal: Irgendjemand muss immer leiden. Nur, warum ist das immer der kleine Mann/Frau?

Noch einmal zur Erinnerung: Sie sind jung, haben ein Kind. Sie hatten vielleicht noch Glück, dass Sie in einem kleinen Handwerksbetrieb irgendetwas arbeiten konnten. 

Leider kann nun der kleine mittelständische Betrieb Sie nicht mehr weiterbeschäftigen, weil die Russen oder Amerikaner darauf gedrängt haben, dass die Mehrwertsteuer erhöht wird, dass die Einkommen gekürzt werden ... Das trifft dann voll ihren Chef. Menschen ohne Geld können nicht mehr einkaufen. Sie springen über die Klinge, weil er seinen Laden nicht mehr weiterführen kann, so fast ohne Umsätze, so fast ohne eigenes Einkommen. Und Sie trifft es auch. Was denken Sie jetzt über die Russen oder Amerikaner?

So, nun stehen Sie da, mit Kind, ohne Job. Sie haben 1 Jahr Zeit, sich einen neuen zu besorgen. Zwischenzeitlich haben Sie so wenig Arbeitslosengeld, dass Sie ihrem Kind nicht mal mehr 3 Mahlzeiten über den Tag bieten können. Sie bekommen es mit der Angst zu tun. Sie stehen ohne Arbeit da. Millionen andere auch, davon über 50 % junge Leute. Die kleinen Unternehmen - und es gibt in der Mehrzahl vor allem kleine Unternehmen - wissen nicht mehr ein noch aus. Es gibt keine Kaufkraft mehr, da die Russen oder die Amerikaner sie gerade in ihrem Land gekürzt haben. Nicht Sie direkt, aber die haben Ihre Regierung erpresst, es zu tun. Und die Russen oder Amerikaner würden das salbungsvoll unter einen Mantel der Lügen vertuschen? Sich damit aufspielen, dass sie Wirtschaftswachstum mit sparen generieren wollen?

Was würden Sie diesen fremden Mächten sagen, die sich in Ihre Angelegenheiten drängen, Sie zum Hungern verdammen, heutzutage in Europa?

Sicherlich, Ihr Land ist in einer prekären Situation. Die Finanzmärkte haben es ruiniert, dazu kommt noch eine Wirtschaft, die nicht mit der stärksten Wirtschaft der Region mithalten kann, weil sie keine Dumpinglöhne gezahlt haben, wie die stärkste Wirtschaft in der Region. Sicherlich, Ihr Land kann nun nicht mehr mithalten, weil die stärkste Wirtschaft in der Region alle anderen ausgebootet hat, sich nicht an Verträge gehalten hat und weil vieles in Ihrem Land nicht einer modernen Verwaltung entspricht. Das tritt nun zu Tage, weil sie von der stärksten Wirtschaft an die Wand gespielt worden sind. 

Nur, Sie sind arbeitslos. Nicht diejenigen, die das verbockt haben. Denen geht es wieder gut. Nur Ihnen nicht. Sie haben in dem Jahr keinen Arbeitsplatz erhalten können. Nun stehen Sie vor dem Nichts. Sie erhalten kein Geld mehr.

Und die Russen oder Amerikaner wollen ihnen noch das Nichts kürzen, die wollen, dass Sie nicht mal mehr zum Arzt gehen können. Wovon sollten Sie den auch bezahlen? Und Ihr Kind? Was soll aus dem werden. Sie können für sich selbst kaum Nahrung ergattern. Sie geben es schweren Herzens in ein SOS-Kinderdorf. Und Sie haben Glück, weil Tausende andere Mütter und Väter ihre Kinder auch dort abgeben wollen/müssen, weil sie nichts mehr zu beißen haben. 

Können Sie sich vorstellen, Frau Merkel, wie es diesen Menschen zumute ist, wenn Sie sich von ihren Kindern trennen müssen?

Sie können es nicht. Ich weiß. Sonst würden Sie das den griechischen Müttern und Vätern nicht zumuten. Sonst würden Sie und Ihre Bagage nicht darauf drängen, dass auch die SOS-Kinderdörfern, die nur durch Spenden existieren, Steuern zahlen müssen, die sie in den Bankrott treiben. Was wird aus den Kindern dort dann?

Sie würden nicht darauf drängen, dass bei dem Dreher, dem Dachdecker, dem Verkäufer, dem Mechaniker die Löhne gekürzt werden.

Sie können es sich nicht vorstellen, wie es ist, zu hungern. Sie haben das noch nie erlebt. Sie hatten in der DDR ein gutes Leben und haben nach der Wende sich als Wendehälsin etabliert, ganz oben. Sie wissen nicht, was es heißt, ohne Perspektiven da zustehen. 

Okay, ich weiß das auch nicht ganz genau, aber es ist nicht so sehr schwer, sich in solche Menschen hineinzudenken, wenn man es denn wollte. 

Aber Sie haben kein Herz. Dort wo es sitzen müsste, ist eins aus Stein, wie beim Kohlenmunk-Peter. 

Was hat Ihnen der Holländermichel versprochen?