Freitag, 13. April 2012

Die spinnen doch

Ich habe noch nicht gewusst, dass ein Nachrichtensatellit, den man ins All schießen will, verboten ist. Dass ein Nachrichtensatellit es nach sich zieht, dass Nahrungsmittel nicht mehr in so ein Land exportiert werden dürfen, die es wagen, einen Satelliten auf die Erdumlaufbahn zu schicken.

Pardon, ich vergaß: Wenn zwei das gleiche tun ist es nicht dasselbe. Und (!) politische Gegner lügen IMMER! Sie sagen nie die Wahrheit, sie wollen immer nur uns alle vernichten, sie arbeiten nur darauf hin, uns alle zu zerbomben. Punkt. Aus.

Egal ob es nun der Iran ist oder wie jetzt gegeifert Nordkorea.

Und: Unser in der Versenkung verschwundene Westerwelle hat auch mal wieder etwas sagen dürfen. Nichts Intelligentes. Wer erwartet das schon von ihm. Ich nicht.

Die Weltgemeinschaft sieht es als Affront an, dass Nordkorea es gewagt hat, eine Rakete zu starten. Und wer soll denn glauben, dass koreanische Volksmusik ins Weltall gesendet werden soll und dass man Wetterdaten sammeln will. Koreanische Volksmusik. Man stelle sich das mal vor. Musik - und dann noch aus Nordkorea. Das kann doch nie im Leben stimmen. Die wollen doch nur ausprobieren, wie sie uns wegradieren können, meint die Weltgemeinschaft.

Okay, hier an dieser Stelle sollte man nachfragen, wer ist eigentlich DIE Weltgemeinschaft? Getroffen haben sich nur die G8-Staaten. Wirklich eine winzige Weltgemeinschaft, wenn man bedenkt, dass es eine ungefähre Anzahl von 200 Ländern auf dieser Welt gibt. Und ich denke, dass ich nicht falsch liege, dass es die meisten überhaupt nicht interessiert, dass man in Nordkorea einen Rohrkrepierer ins All schießen wollte.

Sicherlich, für die Menschen in Nordkorea wäre es besser, das Geld für dieWeltraumforschung würde sinnvoller ausgegeben. Das trifft aber auch für die NASA zu und die US-Amerikaner. Es trifft ebenso für Deutschland zu. Sinnvoll sind Wettersatelliten aber dennoch, genau wie ein GPS-System. 

Die Nordkoreaner dürfen nicht das, was alle Welt darf, weil sie ein durch und durch kommunistisches System wären. Und - das weiß doch jedes Kind - Kommunismus bedeutet Diktatur, Niederhaltung der Menschen, Verbot eigener Gedanken, Verfolgung jeder eigener Gedanken.

Traurig, traurig. Nordkorea ist sicherlich eine Diktatur. Leider sind wir mit Riesenschritten auf den Weg auch in eine. Noch können wir unsere Meinung sagen. Noch. Zumindest du und ich. Wenn man bekannter ist, wird man schon wegen einer eigenen Meinung, die nicht der staatlichen Meinung entspricht, zerrissen, verdammt, verunglimpft. Wir sehen das gerade an Günter Grass. Der Weg zur Diktatur ist bereitet.

Kommunismus. Man nimmt in der westlichen Welt dieses Wort immer so leicht in den Mund.

Aus Angst, weil man das Wort verteufeln will.
Aus Angst, die eigenen Privilegien könnten einen eines Tages weggenommen werden.
Aus Angst eines Tages könnten die Unterpriveligierten endlich ihren Anteil einfordern und zwar vehement und eher nicht friedlich.

Also halte das Wort "Kommunismus" unter Verschluss. Verbreite Lügen über den Kommunismus. Sage, dass Nordkorea, wie auch China, kommunistisch wären und wie schrecklich doch Kommunismus wäre, dass sähe man bei denen doch. Und man führe an, dass es dort keine Meinungsfreiheit gäbe. Das Aushängeschild könnte ein mäßiger Künstler wie Aiweiwei sein. 

Ich sage: Man greife sich an die eigene Nase. Meinungsfreiheit wird gerade in unserem Land klamm heimlich eingeschränkt. Stelle man sich gegen Nazidemos und protestiere dagegen, versuche diese Demos zu stoppen und schon wird man kriminalisiert werden. Und was ist mit den immerwährenden Griff auf unsere eMails, Telefondaten usw. usf.?

Kommunismus. Nein, es gibt keinen Kommunismus auf der Welt. Es hat überhaupt noch keinen gegeben. Es gab ein paar klägliche Ansätze, die scheiterten. Nein, auf der Welt gibt es kein kommunistisches Land, nirgendwo, nicht China, nicht Nordkorea, nicht Kuba, nirgends. Und es wäre traurig, wenn das eine Zukunft für die Menschen wäre.

Gablers Wirtschaftslexikon definiert Kommunismus. Ein Wirtschaftslexikon ist wohl eher unverfänglich

steht zumeist für umfassende Gütergemeinschaft und Gleichheit der Lebensbedingungen aller Gesellschaftsmitglieder. Derartige Ideen finden sich zwar bereits bei Platon („Politeia”), T. Campanella („Der Sonnenstaat”) und T. Morus („Utopia”) und wurden auch z.B. von den urchristlichen Gemeinden, religiösen Sekten des Mittelalters oder im Jesuitenstaat in Paraguay (1609–1769) praktiziert, jedoch entstehen sie als ein ausdrücklicher Gegenentwurf zur bestehenden Gesellschaftsordnung erst mit und in der Folge der Französischen Revolution. Diese Ideen zielen im 19. und beginnenden 20. Jh. auf die Abschaffung der durch Laissez-Faire-Liberalismus (Liberalismus) und die damit einhergehenden sozialen Missstände geprägten privatwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung.

Ich habe gelernt, dass im Kommunismus jeder nach seinen Fähigkeiten und seinen Bedürfnissen leben kann. 

Und Berthold Brecht sagte:

Die Dummköpfe nennen ihn dumm,
und die Schmutzigen nennen ihn schmutzig.

Er ist gegen dien Schmutz und gegen die Dummheit

Die Ausbeuter nennen ihn ein Verbrechen.

Wir aber wissen:
Er ist das Ende der Verbrechen
Er ist das Einfache
Das schwer zu machen ist.

Zur Zeit sehe ich viele Dummköpfe in dieser Republik.