Montag, 23. April 2012

Es ist vorbei

Aus und vorbei! Europa ist am Ende. Der Paukenschlag - laut oder weniger laut - ist noch ein bisschen hinausgezögert. Der Zug abwärts ist nicht mehr aufzuhalten. Griechenland, Spanien, Portugal, Irland, Italien ... neu dazugesetzt: Tschechien ... auch Deutschland kommt irgendwann dran. In gesellschaftspolitischen Zeiträumen gedacht, geschieht das sicherlich schneller als es die Dumpfbacken in Medien, Regierung und sonstige Politik uns verklickern wollen. 

Europa und die westliche Welt hat seine Zukunft längst verspielt, in den Casinos dieser Welt, auf den Bankkonten der eine Handvoll Reichen. Aus und vorbei!

Griechenland hungert, Spanien hungert. Deutschland verbrämt seine Hungernden hinter bombastischen Zahlen eines angeblichen Wirtschaftsaufschwunges. Nur weiß niemand, wo der herkommen soll. 

Sozialkaufhäuser und Tafeln befinden sich im Aufwind. Nichts Nachhaltiges, alles auf kleinstem Niveau - Resteverwertung. Zu mehr sind die Menschen oft nicht mehr in der Lage. 

Eine FDP schreit "Wachstum". Es wachsen die Niedriglöhne, die Zeitarbeitsjobs, die Minijobs, die Preise. Es wächst die Armut. Sonst nicht viel bis nichts. 60 % der neuen Stellen in Leipzig sind in der Leiharbeit angesiedelt. Lehrer- und Dozentenstellen befinden sich im Sturzflug. 

Schluss - Aus!

Die Jugend Europas wurde zu großen Teilen ausgemustert. Nicht mehr brauchbar. Sie tritt nur noch ins Rampenlicht des Interesses, wenn wieder mal die Vorstädte brennen, wenn wieder einmal Menschen totgetreten, ermordet und verprügelt werden. Dann haben wir plötzlich eine Horrorjugend vor uns, die nur noch brutale Computerspiele spielt. Das verklickern uns dann die Handlanger der Mächtigen. Das verklickert dann deren Sprachrohr in Deutschland mit den 4 großen Buchstaben. 

Schlimm daran ist, dass die Menschen diesen 4 großen Buchstaben glauben. Es ist ein Glauben an eine Sache, die schon längst tot ist. Der Glaube an die soziale Marktwirtschaft, der Glaube an das deutsche Grundgesetz, der Glaube an Demokratie. Es macht sich nur noch Lethargie und Fatalismus breit. Das ist der Nährboden für immer neue Todesarten des Westens. Aber - mal Gauck interpretiert - Europa stirbt freiheitlich. Was immer das heißen soll. Tot ist tot.

Und wer Zusammenhänge zwischen dem herrschenden ökonomischen Irrglauben und der Zukunftslosigkeit der Jugend herstellt, wer ihre Not benennt, die durch sinnlose Zerstörungstaten in die Welt geschrien werden, der wird beschimpft, bespitzelt, als linker Gutmensch abgetan. Man will nicht hören!

Aus und vorbei! Das alles ist schon längst tot oder windet sich im Todeskampf. 

Nach dem real existierenden Sozialismus stirbt der Kapitalismus und reißt die ganze Welt mit in den Abgrund. Er hinterlässt eine Wüste, zerstörte Ökosysteme, zerstörte Menschen und Gesellschaften überall auf dem Globus, nicht nur bei uns in Europa. 

Die Zukunft ist tot - es lebe die Zukunft. Ich hoffe eine lebenswertere. 

Und was werden künftige Archäologen in hundert, zweihundert oder mehr Jahren über unsere Epoche sagen? Oder wird unsere Epoche aus der Geschichte getilgt, weil man nichts mehr darüber findet, weil dieses System alles kaputt gemacht hat? Wir wären nicht die ersten in der Geschichte, über die man nichts mehr zu berichten weiß.