Mittwoch, 25. April 2012

Wem gehört Data?

Weit hergeholt? Sicherlich, aber nun nicht wieder soweit. Es geht um Ethik, um menschliche Werte, um mehr, als nur schieres Geldraffen und Ausbeutung.

Was meine ich? Ich bin wieder einmal beim Betreuungsgeld. Heute habe ich in den Nachrichten gehört, dass Menschen, die H4 erhalten, kein Betreuungsgeld für ihre Kleinstkinder erhalten sollen. Wieder wurde vergessen dazuzusagen, dass damit eine Kinderbetreuung zu Hause von Kindern nicht von 0 - wie ich vorher dachte - sonder von 1 bis 3 Jahre gemeint ist. Okay, rein formal erhalten sie es schon, das wird dann aber wieder abgezogen - typisch bürokratisch.

Die haarsträubende Begründung ist folgende: Es soll verhindert werden, dass Menschen auf H4 das Geld einstecken und es nicht ihren Kindern zukommen lassen, sprich, sie nicht in Kindertagesstätten abliefern.

Bei der Millionärsgattin stellt sich die Frage überhaupt nicht. Die bekäme das Geld, obwohl sie es nicht benötigt.

Was sagt uns das?

Menschen, die keine Arbeit mehr bekommen, haben auch nicht das Recht, ihre Kinder selbst zu erziehen.  (Es ist ja auch gängige Praxis von Menschen auf H4, ihre Kinder zu ermorden und in Blumenkästen zu deponieren) Wenn sie es schon machen, was staatlicherseits nicht gewünscht ist, dann müssen sie den "Schaden" eben selbst tragen. Millionärsgattinnen traut man die Erziehung von Kindern bis zu 3 Jahren aber sehr wohl zu. Deshalb wird deren Einsatz auch honoriert.

Dazu kommt bei dieser Denkungsart, dass diese Mütter/Familien, die auf Kosten des Steuerzahlers in der soziale Hängematte liegen, orgiastische Feste feiern und der spätrömischen Dekadenz frönen, nicht mehr dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen würden. Sie könnten nicht mehr ausgebeutet werden. Der Park würde verdrecken, BMW würden weniger Leiharbeiter zu Verfügung stehen und wer sollte an der Kasse von Real sitzen? So etwas geht schon gar nicht. Und das alles nur, weil sie ihre Kleinstkinder verantwortungsvoll zu Hause erziehen wollen? Die, die nicht mal für sich selbst sorgen können? Da muss doch das Spießerherz aufwallen und sich natürlich gegen verantwortungsvolle, aber arme Familien richten. Aufstockern würde es ähnlich ergehen, nicht zu vergessen!

Zugepitzt formuliert heißt das: Wir haben eine Klasse von Sklaven herangezüchtet, die man, wie früher im römischen Imperium, mal gerade so füttert, dass sie nicht umgehend verhungern und dass sie ihre Arbeitskraft für das Wohl weniger Reicher nicht ganz verlieren. Sie haben kein Recht, etwas für ihre Kinder zu fordern und schon gar nicht, sie in den ersten 3 Jahren selbst zu erziehen. Wenn sie es wirklich machen wollen, dann müssen sie abgestraft werden, da diese Menschen nicht mehr als Menschen betrachtet werden, sondern als sprechende Werkzeuge.  

An dieser Stelle sind wir bei: Wem gehört Data? Die Antwort, die Star Trek uns gibt lautet: 

"... wenn es Maddox gelingt, Data zu replizieren, vielleicht gar eine ganze Armee von Androiden zu bauen, dann würde man diese Androiden wie Sklaven benutzen können..." Schlussfolgerung: Data gehört sich selbst und kein anderer darf über sein Leben bestimmen!

Wir können noch keine Androiden im Sinne von Data bauen, aber Menschen zu Sklaven degradieren, geht schon. Und dieses "Spiel" spielen die Herrschenden immer besser und immer flächendeckender. 

Wir lassen das zu?

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PS: Niemand hat bis jetzt gesagt, was ein Kind bis zu 3 Jahren in einer Kita besser lernen könnte, als zu Hause. Verantwortungsvolle Eltern würden Kleinstkinder nie abgeben, nur um irgendeiner Karriere zu frönen. Außer Härtefälle, die es immer geben wird, wären für mich diese Mütter und Väter - Rabenmütter/-väter, die sich keine Kinder anschaffen sollten. Nicht mal in der DDR wurden Kinderkrippen (bis 3 Jahre) flächendeckend eingeführt.