Mittwoch, 30. Mai 2012

ein kurzer Lachanfall

Noch einmal zur PKW-Maut. Ich kringele mich vor Lachen, wenn jemand meint, dass vielleicht doch eine Maut gut wäre. Wie anders wäre es sonst zu verstehen, wenn jemand halb ja - halb nein sagte? Ja, man glaubt an den Osterhasen, den Klapperstorch, Knecht Ruprecht, den Pfingstochsen, an die Segnungen der Marktwirtschaft, an den Rechtsstaat, an die Demokratie, an die Verpflichtung der Regierung, alles für das Wohl des Volkes zu tun. Ich kringele mich vor Lachen, aber Gutgläubige muss es auch geben. Sollen sie Artenschutz bekommen!

Ramsauer wirft den Deutschen die bösen ausländischen Autofahrer vor die Füße. Er weiß genau, wie neidisch die Deutschen darauf sind, wenn andere nicht genauso büßen müssen, wie sie. Er weiß genau, dass die Deutschen den Österreichern es nicht gönnen, kostenlos auf ihren ureigensten Straßen zu fahren. Das ist praktisch. So muss er nicht mehr sagen, dass er eigentlich nur Kasse machen will. Letztendlich wird jeder Autofahrer mehr zahlen müssen als vorher. Ein bisschen weniger KFZ-Steuer, nur um die rechenschwachen Deutschen zu beruhigen und deren Ego zu stärken (endlich zeigen wir es den Österreichern) und seine Kasse klingelt. Unsere Steuern reichen jetzt schon aus, um die Straßen zu sanieren, wenn man denn wollte. Nur, wieso sollte man, da sind sich sehr viele Deutsche einig. Die Ausländer fahren unsere Straßen kaputt und wir zahlen. Wieder mal! *Kicher* Die Dienstfahrzeuge wird es nicht treffen, weil sie die Maut absetzen können oder irgendwie anderweitig verrechnen, im schlimmsten Fall auf die Preise der Produkte aufschlagen werden. Die Reichen zahlen das aus ihrer Portokasse. Diejenigen, die wenig verdienen und jeden Tag auf Arbeit mit dem Auto fahren müssen, weil es anders nicht geht, die werden es spüren. Nunja, die interessieren sowieso keinen. 

Eine bessere Idee wäre es, die Steuern, die dem Staat fehlen, dort zu holen, wo das meiste Geld vorhanden ist. Nirgendwo habe ich gehört, dass man nun endlich eine Einkommenssteuer einführen wollte, die den Namen auch verdiente. Nein, die Maut ist es, wohl wissend, wem sie trifft, aber das sagen wir ja niemanden und die Deutschen kapieren es sowieso nie. Glaube doch niemand, dass er auf Bundesstraßen ausweichen könne, falls wir nicht alle zwangsverpflichtet werden, eine Vignette zu kaufen.

Was ich bewundere, dass ist die Chuzpe der Dunkelmänner und -frauen. Sie führen einen wirklich tollen PR-Krieg gegen uns. Er ist so geschickt, dass viele Normalos meinen, man hat in ihre Herzen geschaut oder in ihr Gehirn. Nein, das vielleicht nicht, da sie oft etwas zu wenig davon haben. Sie schüren ganz geschickt unsere Vorbehalte - die gegen Österreich verstehe ich z.B. überhaupt nicht -, unsere Angst, unsere Besitzstände, ob nun die wirklichen oder nur die eingebildeten, zu verlieren. Sie lassen durch die Medien und durch die Regierung unsere Ausplünderung so prima begründen, dass jeder gleich meint, dass alles alternativlos sei. Wirklich bewundernswert. Und es fallen so, so viele darauf rein.

Es reiht sich alles aneinander: GEZ-Zwangsgebühren für den Fernsehempfang, auch für diejenigen, die gar keinen Fernseher haben und auch kein Fernsehprogramm anderweitig schauen, also Gebührenerhöhung für viele Bürger ohne Gegenleistung. Maut für alle und noch vieles mehr ... alles so peu-à-peu, alternativlos, ohne, dass man sich wehren könnte. Ausplünderung der Massen. Im Gegenzug Jubelmeldungen über Konsumrausch, Reichsein der Deutschen, tolle Wirtschaftsdaten, Fachkräftemangel und weiterer Müll, der aber geglaubt wird. Eine "Null-Komma-Äppelstückchen" wird schon gefeiert, als ob's etwas Besonderes wäre, dabei ist es nur Stagnation, die man aber als solche nicht benennt. Solch eine PR muss einen erst einmal einfallen. Falls wirklich jemand mal aufmuckt, dann bekommt er die hungernden afrikanischen Kinder vorgehalten. Das ist wie in der DDR, wo auf fast jede Kritik gefragt wurde: Bist du nun für den Frieden oder nicht.

Halb ja - halb nein. Oft kann man sinnierend seinen Kopf hin und her wiegen. Bei bestimmten Sachen, heißt es aber, Partei zu ergreifen. Und wenn wir ausgeplündert werden - dann aber Hallo! Da gibt es kein 50:50!