Freitag, 25. Mai 2012

Ich bin reich ... reich ...

reich ... schrie das Teufelchen, als es aus der Flasche entkam. Upps, da habe ich wohl etwas verwechselt. Es war der Geist aus der Flasche und der rief "frei ... frei ... frei!".

Aber das macht ja nichts. Unsere Medien verwechseln auch immer wieder das Eine mit dem Anderen. 

Die Welt-Online (dort nachzulesen) schreibt, ich zitiere:"Insel der Seligen in der Schuldenkrise - damit ist es vorbei: Die Verunsicherung ist in der deutschen Wirtschaft angekommen"

Achwo, das kann doch wohl nicht sein. Denn Reuters meldet, ich zitiere: "Die verschärfte Schuldenkrise lässt die Deutschen bislang kalt. Das Konsumklima bleibt nach einer Verbraucherumfrage der GfK-Markforscher im Juni stabil, obwohl die Diskussion um einen Euro-Austritt Griechenlands Firmen und Finanzmärkte stark verunsichert."

Das Morgenmagazin von ARD legt noch ne Schippe drauf. Wir sind so reich - wir Deutschen - dass wir über 4 Billionen EUR auf der hohen Kante haben und - ich habe den Wert vergessen - dieses Jahr noch zugelegt haben. Wir sind reich! Nur, wo ist nur das verdammte Geld? Auf meinem Konto nicht! Warum hat man mich vergessen? War ich unartig, so dass man mir das Taschengeld gesperrt hat? Wer hat nun mein Geld?

Dabei wurden auch die Gründe des Reichtums genannt: Ein stabiler Arbeitsmarkt und hohe Einkommen.

Lach mir jetzt niemand. Stabil heißt nicht, dass der Arbeitsmarkt ein guter Arbeitsmarkt ist. Stabil ist er auch, wenn er Heere von Niedriglöhnern beschäftigt. Wie sagt der Deutsche doch: Hauptsache Arbeit. Also der Arbeitsmarkt ist sowas von stabil. Der kleine Schönheitsfehler, dass Menschen ab 50 raus"komplimentiert" werden und teure Fachkräfte durch Billiglöhner ersetzt werden, den verschweigen wir doch einfach mal. 

Und die hohen Einkommen! Naja, wenn man 4,50 als hohes Einkommen bezeichnet, hat der Bericht doch gar nicht so Unrecht. Schließlich sollte der Arbeitnehmer froh sein, überhaupt noch etwas für seine Arbeit von den Unternehmern zu erhalten. Er sollte ihnen dankbar sein und fest zu ihnen halten, wie eine Familie. Schließlich ist alles ein hohes Einkommen oberhalb der Null.

Aber halt. Das MoMa meinte, dass die Arbeitnehmer hoffnungsvoll und frohgemut in die Zukunft schauen. Sie würden meinen, dass es immer weiter aufwärts ginge.

Da kann ich die Miesmacher bei Reuters doch gar nicht verstehen. Ich zitiere: Einen leichten Dämpfer gab es für die Einkommenserwartungen. Dieser Indikator fiel um einen Punkt auf 32 Zähler. Aber, das steht dort auch, ich zitiere:"Die internationalen Turbulenzen schmälern die Konsumlaune die Bundesbürger bislang nicht. Die Anschaffungsneigung kann im Mai einen Teil ihrer starken Verluste aus dem Vormonat wieder wettmachen." Upps, hieß das im April nicht noch anders? Wälzten wir uns da nicht auch voller Freude im Konsumrausch?

Schlaf weiter deutscher Michel. Dich geht die Entwicklung in der Welt ja nichts an. Du hast Mutti. Die sorgt liebevoll für dich, falls du spurst. Ansonsten wird sie dir zeigen, wo der Knüppel hängt, aber, du musst dir keine Sorgen machen, deutscher Michel. Du bist brav, liebst Mutti und bist dankbar für jeden Brosamen, den man dir vor die Füße wirft. Weiter so. Falls du irgendwann doch aufwachsen solltest - verhüte das dein Gott - dann weine bitte nicht, wenn deine Welt in Scherben liegt, leg dich wieder ins Bett, schlafe und glaube an Mutti oder an wen auch immer, der die gleiche Politik fortsetzen wird. Brav so, liebes Kind!