Samstag, 5. Mai 2012

Lohnerhöhungen? Woanders schon

Diejenigen, die den ganzen Tag malochen dürfen sich "freuen", wenn sie mal lumpige - ich rechne es jetzt schön - 3 % Lohnerhöhungen erhalten. 

Es geht aber auch ganz anders. Der Vorstand des Ärztevorstandes der Kassenärztlichen (!) Vereinigung in Sachsen erhält eine satte Erhöhung seines Entgeltes von rund 11 % (noch ein kleines bisschen darüber). Da geht einen doch gleich das Herz auf. 

Ich klopfe mir stolz selbst auf die Schulter und freue mich: Haste brav gemacht altes Mädchen. Hast fein dein Geld bei den Krankenkassen abgeliefert, damit der gute Mann nicht darben muss. Da nehme ich doch gern in Kauf, dass ich eine notwendige Untersuchung selbst bezahlen darf. Ich nehme es weiterhin gern in Kauf, dass ich ein Reha-Rezept nicht einlösen kann, weil es nichts gibt, wo ich es einlösen könnte, obwohl es das gibt, 5 Minuten von hier, aber eben nicht über ein Reha-Rezept. Dort darf ich es auch selbst bezahlen, sofern ich das nötige Kleingeld dafür habe. 

Da freut sich doch mein Herz, dass es immer 10 EUR Eintrittsgebühren beim Arzt zahlen darf. Ist ja schließlich nicht für umsonst. So kann sich der feine Herr eben auch ein Stück Kuchen leisten zu seinem sonst wohl immer trockenem Brot. 

Und das entspricht sogar den gesetzlichen Grundlagen, obwohl die sagen, dass mit den Geldern der Krankenversicherten sparsam umgegangen werden muss. Was sparsam ist, entscheiden aber nicht die Versicherten. 

Jeder wird verstehen, dass eine 11 %-ige Erhöhung der Bezüge des saubern Herrn sparsam sind. Wer könnte schon auf so einen Vorstand verzichten? Seine weisen Ratschläge machen uns allesamt gesund. Das kann ein Arzt wahrlich nicht leisten, was dieser absahnige Herr Leistungsträger so den lieben langen Tag macht.

Und wir Bürger Sachsens nehmen es weiterhin gern in Kauf, falls das Geld nicht langen sollte, Einrichtungen zu schließen, damit es diesem ... Mensch? - ich weiß jetzt nicht, ob ich den so bezeichnen will ... diesen Raffzahn immer gut geht, damit er eine warme Wohnung hat, sein elektrisches Licht immer brennen möge. Das können viele andere Menschen leider nicht von ihren Lebensumständen behaupten. Aber - und das sollte unbedingt beachtet werden - ein wahrer Leistungsträger verdient eben das was er verdient und wenn es vielleicht auch irgendwann ein Plätzchen etwas weiter oben wäre, mit etwas weniger Luft.

So fallen wir tagtäglich Wegelagerern in die Hände, die uns bis aufs Hemd ausplündern. Früher gab es mal Gesetze gegen Wegelagerei. Aber heute ...? Heute ist Wegelagerei gesetzlich festgelegt.

Dazu noch Folgendes, gerade Gefundenes: Das Gesundheitssystem in Deutschland - was wirklich passiert