Montag, 18. Juni 2012

Das war die Wahl

Griechenland hat gewählt und die Märkte sind erleichtert!

Wählen wir, um Märkte zufriedenzustellen? Soll das etwa Demokratie sein? Wählen um Millionäre und Milliardäre zufriedenzustellen? 

Sollten nach Wahlen nicht die Bürger zufrieden sein oder auch nicht, je nachdem wie jeder gewählt hat?

Sollten nach Wahlen nicht die Interessen der Bürger verfolgt werden?

Marktinteresse und Bürgerinteresse sind nicht unbedingt gleich bedeutend.

Welche Märkte, die erleichtert reagieren, sind denn nun gemeint? Es sind doch die wenigen Unternehmen, die Börsen notiert sind und ihr Geld in Griechenland investiert haben. Die haben doch Angst, dass vielleicht doch nach einer Wahl das Bürgerinteresse endlich in den Mittelpunkt der Überlegungen gerückt werden könnte.

Der Markt, wo die kleinen Unternehmen ihren Absatz suchen, wo die Automechanikerwerktstatt, der Restaurantbesitzer, das kleine Einzelhandelsgeschäft ums Überleben kämpft, der kann wohl nicht gemeint sein. Dort, wo sich wirklich das Leben abspielt, ist das Überleben von Liz Mohn (nur als Beispielname) irrelevant.

Der Markt? Wer ist das? Der Binnenmarkt kann nicht gemeint sein, der ist wiederum für DIE MÄRKTE irrelevant. Es geht darum, dass Millionäre und Milliardäre keinen einzigen Penny verlieren!

Wieso begreifen das viele Deutschen nicht und stellen endlich den Zusammenhang her, zwischen Eurokrise und der Umverteilung von unten nach oben? Kein Normalo ist faul oder will nicht arbeiten. Man lässt ihn oft nicht oder man hungert ihn aus, wie jetzt vielfach in Griechenland. 

Wieso begreifen viele Deutsche nicht, dass diese Ausplünderung nicht nach Griechenland halt machen wird? 

Viele Griechen haben Nea Demokratia gewählt. Sie hatten die Wahl zwischen Pest und Cholera. Arm, ärmer, am ärmsten ... Hoffnungslosigkeit! Erpressung von seiten Deutschlands, deren Banker so gut an der Krise verdienen. Man zockt, verliert, erhält Steuergelder, zockt wieder, verliert wieder, bekommt Geld vom Steuerzahler um ... erneut zu zocken.  Die Schlange beißt sich in den Schwanz.

Wenn Griechenland aus der Eurozone ausscheren würde? Was macht es? Es gibt Portugal, Spanien, Italien und ... und ... und ... Der Ausverkauf geht weiter. Wir Steuerzahler können da auf irgendwelche Länder schimpfen wie wir wollen. Es änderte nichts - überhaupt nichts - am Transfer unserer Steuergelder an die, die das wirkliche Sagen in Europa und der Welt haben. Dort wo Steuergeld zu holen ist, wird es geholt. Von welchem Land? Länder spielen keine Rolle mehr in den Überlegungen der Oligarchen. Länder sind irrelevant. Man holt sich das Geld dort, wo noch welches vorhanden ist. Die jeweiligen Regierungen tanzen an Marionettenfäden und haben nichts mehr zu sagen, nur noch auszuführen. 

Und die Bürger der Länder? Ach was ist schon mit denen? Die Bürger sind irrelevant! Die haben genug zu tun, sich gegenseitig anzugiften oder gar die Köpfe einzuschlagen. Recht so. Ein paar werden auf alle Fälle übrig bleiben, um den wirklichen Weltenherrschern den Popo zu putzen.

Millionäre und Milliardäre aller Länder vereinigt euch! Im Angebot: Europa! Billig zu erwerben! Finanziert durch deren Bürger selbst! Greift zu!

Es sei denn, wir Normalos würden endlich aufwachen und unsere wirklichen Feinde erkennen. Das ist nicht der Arbeitslose, der Südländer, der Muslim, der - was weiß ich sonst noch - das ist derjenige, der die Demokratie gestürzt hat und den Markt als Gott eingeführt hat und von Freiheit schwafelt. Welche Freiheit er meint? Sicherlich nicht die unsrige! Ganz gewiss nicht.