Montag, 11. Juni 2012

Ich finde es fies

Da hat die OECD eine Studie über das Betreuungsgeld verfasst, was Deutschland zahlen will. Darüber schon eine Studie zu verfassen, ist rausgeschmissenes Geld oder auch Subvention für irgendwelche nutzlosen Institute. 

In dieser Studie soll geschrieben stehen, dass das Betreuungsgeld Mist ist, weil gerade arme Zuwandererinnen lieber das Geld nehmen und ihre Kinder zu Hause betreuen würden. So könnten die sich dann keine Arbeit suchen und sich nicht integrieren.

Ich weiß jetzt nicht, ob die OECD und auch viele hier in Deutschland überhaupt wissen, an wen das Geld gezahlt werden soll. Ich denke eher, dass hier Propaganda für die ökonomisierte Frau gemacht werden soll.

Das Betreuungsgeld soll für Kinder von 1 bis 3 Jahre gezahlt werden! Das sollte man sich immer wieder vor Augen halten. Kleinstkinder, die die Nähe ihrer Mutter (und natürlich auch Vater, wenn er denn zu Hause ist) dringend benötigen. Solche Kinder gehören nicht in eine Kindertagesstätte. Wenn es um ein Betreuungsgeld von Kindern zwischen 3 bis 6 Jahren gehen würde, könnte man das völlig anders sehen.

Die Begründung der OECD - wenn sie es denn so gesagt hat - ist menschenunwürdig. Integration ist gut, falls man nicht Assimilierung (wie meistens) meint. Nur, ich sehe nicht, wie toll man integriert wird, wenn man Putzfrau ist. Ich könnte noch eine Menge andere Berufe aufzählen. Wieso mache ich die Integration eines Menschen in eine Gesellschaft von einem Minijob abhängig? Zu mehr wird es nicht reichen, bei der Arbeitsmarktlage und da meist auch die Qualifikationen von vielen Zuwanderinnen in Deutschland nicht anerkannt wird.

Bis du nur integriert, wenn du einen Job hast? Also, wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen? Wer nicht arbeitet, ist nutzloser Müll? Sind dann alle Langzeitarbeitslosen nicht in diesem Land integriert? Oder wie? Und warum macht man das nur an der armen Zuwanderin fest.

Weiß die OECD nicht, dass die arme Zuwanderin überhaupt kein Betreuungsgeld erhält? Okay, formal bekommt sie es schon, nur wird es ihr wieder abgezogen, falls sie staatliche Leistungen bezieht. 

In einem anderen Beitrag habe ich mich schon einmal gefragt, wie man ein Kind zwischen 1 bis 3 Jahren fördern und was es zwischen 3 und 6 nicht mehr lernen könnte? Es gibt schlicht und ergreifend nichts! Auch die deutsche Sprache lernt ein Kind zwischen 3 und 6 spielend im Kindergarten, ohne dass es als Kleinstkind schon außer Haus gegeben werden müsste und ich weiß, wovon ich rede.

Wieso verurteilt man Frauen, die nicht wollen, dass ihre Kleinstkinder bei ihnen zu Hause aufwachsen? 

Wieso zwingt man schon wieder Frauen in bestimmte Rollen hinein, die sie gar nicht wollen? 

Auch Minijobs sind endlich! Und zeige mir mal den Arbeitgeber, der eine Frau einstellt, die ein Kleinstkind hat und es in die Kinderkrippe gibt, wo es aller Nasen krank wird. 

Wieso ist es altmodisch, sein Kind selbst zu erziehen? Wieso ist man dann Heimchen am Herd?

Diese Entscheidung sollte man den Frauen doch selbst überlassen. Sie sollen entscheiden, was sie am besten für ihr Kind und für ihr Leben finden.  Jede Frau sieht ihren Lebensmittelpunkt anders. Keine Frau sollte diskriminiert werden, weil sie kein ökonomisiertes Leben führen und nicht vom Subjekt zum Objekt degradiert werden will. Und damit Frau das auch selbstbestimmt entscheiden kann, sollte ihr der Staat dabei helfen und zwar jeder Frau und nicht nur die oberhalb der Armutsgrenze lebenden, die Nutznießer des Betreuungsgeldes werden.

Minijobs, Ausbeuterjobs, Leiharbeit - das soll nun der Inbegriff des tollen, selbstbestimmten Lebens moderner Frauen sein? Und wieso machen die Linken von rosa bis rot bei diesem Betreungsgeldbashing mit? Ebenso die Grünen? Verstehen die heutige Erwerbsarbeit als Sinn des Lebens? Sicherlich, ich würde es auch so sehen, dass das Geld besser in den Kindertagesstätten für 3- bis 6-jährige aufgehoben wäre. Nicht mal in der DDR hat man unter 3-jährigen ein Recht auf einen Kindergartenplatz eingeräumt - mit gutem Grund. Es wäre aber auch gut, wenn gerade arme Eltern finanziell bei der Erziehung ihrer Kleinstkinder unterstützt werden würden. Der Pauschbetrag bei H4 reicht ja dafür nicht aus. Dafür sollten sich Linke jeglicher Couleur stark machen.