Freitag, 13. Juli 2012

Ist Opel noch zu retten?

Nein!

Der olle Ford wusste damals schon, dass Autos keine Autos kaufen. Dieser weise wie auch banale Spruch ist heute aus den Köpfen der Unternehmens"elite" radiert. 

Opel ist nicht mehr zu retten, genauso wie Citroën und ... und ... und ...

Das Wirtschaftssystem ist kaputt. Es laviert nur noch so dahin. Die handelnden Personen füllen sich die Taschen, solange es noch geht. Sie machen nach außen gut Wetter, obwohl sie genau wissen, dass ihr System tot ist. 

Wie im 3. Reich werden Volksbelustigungen angeboten. Statt "Die 3 von der Tankstelle" gibt es Florian Silbereisen. Lilian Harvey konnte mit ihrer Trällerei den Untergang nicht aufhalten, die Randfichtn können das ebenso wenig. 

Die Laufzeit der Autos in diesem Land und anderen Ländern von Europa geht weit über die Amortisationszeit hinaus. Die Autos, die auf den europäischen Straßen fahren, werden immer älter. 

Die Menschen müssen essen, sich kleiden; sie wollen wohnen, Licht und Wärme haben. Da bleibt für ein neues Auto kein Geld mehr übrig. 

Sie sollten sich endlich bewegen, sich qualifizierten, einen guten Schulabschluss haben, damit sie mehr Geld in der Tasche haben? 

Dummes Gelabere. Ein guter Schulabschluss hilft nur noch den Allerwenigsten. Ein guter Studienabschluss ebenso wenig. Menschen mit Zeitarbeitsverträgen, Menschen in Praktikas nicht oder kaum bezahlt, Menschen in H4, Menschen in Billigjobs - die alle können sich kein Auto leisten. Und es werden davon immer mehr. Millionen in Deutschland z.B., wenn man in Statistiken rumkramt oder die Blogs nutzt, die wissen, in welchen Statistiken man nachschauen muss, um ein einigermaßen wahres Bild von der Lage der Menschen zu erhalten. Und in anderen europäischen Ländern ist der Autokauf nahezu tot.

An wen haben eigentlich die Unternehmensführer und ihre Hintermänner gedacht, wenn sie ihre Autos verkaufen wollen? Wer soll sie kaufen? Ein richtiger Unternehmer macht sich vorher Gedanken darüber und produziert nicht hirnlos irgendwelche Autos. Die erste Frage sollte immer sein: Wer soll mein Auto kaufen. Und wenn das die Unternehmer machten, müssten sie ratlos in die Weite schauen. Wer verdammt noch mal soll mein Auto kaufen? Wer? Und sie würden ein immer kleiner werdendes Häufchen Mensch sehen. 

Heutzutage wird aber kein Unternehmer mehr diese Frage stellen. Er produziert eben, irgendetwas. Das betrifft nicht nur die Autoindustrie. Ich will nicht wissen, wieviele T-Shirts und Co. nach jeder Saison geschreddert werden müssen. Hier ist es oft nicht der Preis, sondern die Größen. Deutschland wird immer dicker und was produzieren die Unternehmen? In der Mehrzahl XS, XXS bis zur Größe 36 für erwachsene Menschen, die nachweislich immer dicker werden. Aber das nur am Rande. Es zeigt aber, dass es heutzutage keine Unternehmer mehr gibt, sondern nur noch hirnlose Produzenten, die nichts anderes im Kopf haben, als kurzfristiges (sehr kurzfristiges) Profitstreben: Nach uns die Sintflut. Und die wird kommen. Die ersten Wellen sind schon da.

Ich sage es nicht gern. Europa wird in absehbarer Zeit Drittwelt. Aber es wird nicht China sein, das unseren Platz langfristig übernimmt. China denkt in vielem auch zu westlich und seine autoritäre Führung wird bestimmt nicht in alle Ewigkeit überleben. Noch bändigt die autoritäre Führung das Ausbrechen totaler Westlichkeit. Noch denkt Chinas Führung langfristig und solange wird China die führende Macht sein. Der Aufsteiger - nicht heute und auch nicht morgen - der Aufsteiger in der Zukunft werden die islamischen Länder sein, wenn sie es schaffen, ihre dogmatischen Vertreter ins Abseits zu stellen und nicht in die westliche Denkungsart zu fallen. Sie haben einen anderen Begriff von Wirtschaft und einen anderen Begriff von Kapitalbereitstellung, vorgegeben von ihrem Glauben. 

Ich finde das nicht gut. Ich finde das haarsträubend. Unsere Zukunft und die unserer Kinder, Enkel und Urenkel werden verspielt, im wahrsten Sinne des Wortes. Und wir lassen uns durch Florian Silbereisen ruhig stellen. Ausruhen können wir uns noch lange genug - im Grab. Jetzt heißt es aber, sich aufzulehnen und nicht alles klaglos hinzunehmen.

Europa ist tot - Autos kaufen keine Autos.