Dienstag, 24. Juli 2012

Lebensmittelhilfe und Gladiatoren

Die EU macht Geld locker für Lebensmittel, die dann an bedürftige Menschen verteilt werden sollen. Lebensmittelhilfe für arme, hungrige Menschen. Ist ja nichts Neues. An jedem Tag werden Lebensmittel an afrikanische Hungernde und in die Flüchtlingslager der ganzen Welt verteilt. 

Nichts Neues?

Nein, nein, nicht für die 3. Welt. Das Geld wurde nicht für Afrikaner, Hunger- oder Bürgerkriegsflüchtlinge freigegeben. Nein, das Geld wird für EUROPA gebraucht! Für Spanien!

Lebensmittelhilfe für arme Spanier.

Obwohl, wenn ich mir das so ganz genau betrachte, dann gibt es Bürgerkrieg in Europa, ein leiser, ganz stiller Bürgerkrieg der Besitzenden gegen die Nichtbesitzenden. Er hat in Griechenland begonnen, ging über Portugal nach Spanien über. Wir hören nicht von allem und die meisten der Bürger begreifen auch nicht, dass ein Feldzug gegen die normalen Menschen eingeläutet worden ist. Ab und an erfahren wir, dass Polizisten irgendwo in den südeuropäischen Ländern Streikende oder Protestierende zusammengeknüppelt haben, die als Terroristen, vornehmlich Linksterroristen, diffamiert werden oder ganz einfach als Rowdies oder Chaoten delegitimiert werden. 

Resteuropa schaut zu, zumindest diejenigen, die auch zu den Nichtbesitzenden gehören. Sie wiegen sich in ihrem ganz persönlichen Traum, dass es ihnen nie so gehen werde. Irgendwann wird der Traum auch für Bild-Leser platzen. 

In Spanien muss Hungerhilfe geleistet werden. Über 60 Milliarden sollen eingespart werden, bei den kleinen Leuten.

Wo wird nicht eingespart? Beim Fußball!

Hungerhilfebrot und Spiele.

Die Gladiatoren der Neuzeit müssen gehätschelt werden. Die Sklaven der Neuzeit müssen spielen, um nicht noch mehr Proteste auf der Straße zu haben.  Nationalismus hilft gegen Hunger?

Hungerhilfebrot und Spiele.

Hat schon mal jemand Anstoß daran genommen, dass im Fußball Menschen VERKAUFT werden? Wie im alten Rom. Auch dort hatten Gladiatoren ein besseres Leben als andere Unfreie. Sie konnten auch dort so etwas wie heutzutage Popstars werden. Aber sie waren letztendlich dennoch Sklaven, die verkauft werden konnten, wie heutzutage Fußballer. Und einer, der verkauft werden kann, kann auch ganz schnell aus seinem Olymp herabgeholt werden, wo er sich heute noch wähnt. 

Mensch ist Ware. Und nicht nur Frauen auf dem Strich. 

Wir leben im alten Rom der Neuzeit. Alles wird auf Verschleiß gefahren, alles zerfällt und nicht nur Gebäude, Straßen und Ähnliches. Der Mensch als solches zerfällt. Seine mühsam anerzogene Zivilisation geht baden. Er strampelt, will sich über Wasser halten, boxt den anderen nieder, weil der ihm vielleicht ein paar Cent wegnehmen könnte und der andere denkt dasselbe. Alles auf Anfang. Wir in Europa fallen in die Barbarei zurück und schlagen wild um uns mit Panzern, Kanonen, Bomben und Gewehren. Noch nicht bei uns. Andere müssen unseren Todeskampf büßen, den Zerfall unserer Gesellschaft. Wenn schon denn schon, dann ziehen wir noch andere mit hinein. Das ist das Prinzip der verbrannten Erde im übertragenem Sinne. Bei uns sind es noch Gummigeschosse und Tränengas. Aber es entwickelt sich.

Wir haben heute schon einen Stand von Abartigkeit erreicht, den ich nicht für möglich gehalten hätte. Aber wir lieben die Verursacher bzw. die Einpeitscher. Wir kaufen BILD, beten deren Lügen nach, wir lieben unsere Kanzlerin, Schäuble, sogar den dumpfen Friedrich und unseren Kriegsminister. 

Wir sind die Kälber, die zum Metzger geführt werden. Man macht es mit uns ganz sacht, ganz leise, man verbindet uns die Augen, damit wir die Schlachtbank nicht sehen, man ködert uns mit Gladiatoren, mit Florian Silbereisen, aber wenn wir richtig hinschauten, dann würden wir vor uns die Schlachtbank sehen. 

Schauen wir doch endlich!