Donnerstag, 12. Juli 2012

Lieblingssport der Konzerne

Was ist der Lieblingssport der Konzerne? Steuergelder abgreifen!

Nun will Porsche für seine geplante (!) Investition in Leipzig EU-Fördermittel haben. Porsche argumentiert u.a. mit geplanten (!) 1000 neuen Arbeitsplätzen. 

Porsche will also -zig Millionen unserer aller Steuergelder, damit er auch investiert. Ich finde das eine Frechheit. 

Die Volkswagen-Porsche-Gruppe hat sich zusammengetan und Milliarden von Steuergeldern nun schon gespart. Sie hat sich somit schon aus der Verantwortung gestohlen, etwas davon wieder zurückzugeben, was sie an öffentlichen Ressourcen verbraucht hat. Nun will ein Luxuswagenhersteller extra noch Steuergelder haben - um zu investieren. Letztendlich subventionieren wir somit den oberen 10% ihren Porsche.

Dabei haben Porsche/Volkswagen nach eigenen Angaben hohe Gewinne eingestrichen. Ich habe beim Studium gelernt, dass Gewinne auch dazu da sind, um zu investieren. Das ist es, was eigentlich einen  Unternehmer ausmacht: marktgerecht produzieren - verkaufen - Gewinn realisieren - investieren. Eigentlich. Heutzutage nicht mehr. Heutzutage rufen die großen Konzerne nach Steuergeldern und sie werden ihnen in der Regel nachgeworfen. 

Warum will Porsche gerade in Leipzig produzieren? Doch nicht etwa, weil die Leipziger so nett sind oder gar die besseren Fachkräfte hätten. Unser Tillich und auch unsere Stadtoberen etablieren Sachsen als Billigheimer. Und weil sie das so machen, werfen wir nun dazu noch Steuergelder in die Löhne. Viele der angesiedelten Arbeitsplätze in Sachsen sind Billigarbeitsplätze, deren Löhne durch Steuergelder aufgestockt werden müssen. In Zeiten der idiotischen Schuldenbremsen bleibt dann natürlich nichts mehr für andere wichtige öffentliche Aufgaben.

Rekapitulieren wir: Ein Konzern spart erst Steuern, will dann zusätzlich noch Steuergelder, um zu investieren, investiert dann in einer Region, die ihn steuerlich wärmstens entgegengekommen ist und stellt Arbeitskräfte ein, die billig sind und gegebenenfalls durch den Steuerzahler subventioniert werden. Das Produkt wird dann an die sogenannten Eliten verkauft, denen es egal ist, ob sie nen Tausender mehr oder weniger für ein Auto zahlen, was, wie kein anderes, ein Statussymbol verkörpert. Das heißt, wir Steuerzahler finanzieren den sogenannten Eliten in Teilen ihr Statussymbol. Der Gewinn aus diesem Geschäft kommt nicht den wirklichen Produzenten zu gute, sondern verschwindet in den Taschen derjenigen, die das steuerfinanzierte Auto erworben haben.

Ich weiß, dass das sehr vereinfacht dargestellt ist, aber im Grunde genommen läuft es so. 

Nun kommt der Einwand der 1000 neuen Arbeitsplätze. Das wird hinterher nie nachgeprüft. Und wenn es wirklich mal jemand gemacht hat, kam heraus, dass die geplante Zahl der Arbeitsplätze nie der Wirklichkeit standgehalten haben. Dann sei noch bedacht, dass Porsche locker ohne Subventionen ein Werk bauen könnte und seine Arbeiter dazu noch anständig entlohnen könnte, wenn es denn wollte und wenn die Gier der Vorstandsmitglieder nicht so unermesslich wäre. 

Ich frage mich nur, wo gibt es heute noch Unternehmer? Richtige Unternehmer, meine ich. Welche die sich nen Kopf machen, Risiken eingehen, investieren und wissen, dass sie ohne gute Arbeiter niemals ein gutes Produkt abliefern können und sie dementsprechend am Gewinn beteiligen? 

Was sich hier in dieser Welt offenbart, sind korrupte Absahner, die risikoscheu sind, aber trotzdem Millionen im Jahr in die eigene Tasche stecken wollen und es auch machen - eben asoziale Sozialbetrüger. Heute nennt man das dann Vorstandschef und Co. oder Manager der ersten Ebene.

Und was macht das Publikum? Es sitzt in der ersten Reihe und klatscht Beifall: Hauptsache Arbeit.