Mittwoch, 11. Juli 2012

minority report

Nur Film? Vielleicht jetzt noch. Den Film in die Wirklichkeit umzusetzen, das ist Ziel derjenigen, die totale Kontrolle über uns erlangen wollen und in vielen Bereichen fast schon haben.

Da habe ich gelesen, dass in den USA und in Großbritannien es nicht unüblich wäre, bei Personaleinstellungen das private Facebook-Passwort den Arbeit"gebern" zu übergeben. Es gab ja auch schon Kündigungen, weil dem Arbeit"geber" nicht gefiel, was der Angestellte im Netz über die Firma von sich gab. 

Der Song "Bück dich hoch", den ein Angestellter ins Netz in seinen privaten Account gestellt hatte, ist so ein Beispiel. Da muss als Firma mein Ego schon winzig sein, wenn ich das auf mich beziehe oder ich kenne mich zu gut und habe mich dadurch verraten, dass der Song genau auf mich zutrifft.

Wie ist es zu verstehen, dass Kunden ihre Daten unbekümmert dem Einzelhandel abliefern, nur um mal vielleicht irgendetwas gewinnen zu können. Das Gesetz für den Adresshandel der Meldestellen (es heißt anders) soll zwar geändert werden, aber ich glaube das erst, wenn es wirklich geworden ist. Die Bundesländer lassen sich gern gegen Geld viel abkaufen, auch unsere Rechte.

Meinungsfreiheit ist heutzutage zwar noch möglich, aber nur, wenn sie - wie hier - nur wenige Menschen erreicht. Bei Blockupy war das schon ganz anders. Wie ich gelesen habe, wurde diese Demo auch verboten, weil sie antikapitalistisch sein soll. Einige werden wohl aus dieser Richtung dabei gewesen sein, aber ebenso viele, die einfach nicht mehr tolerieren wollen, dass wir immer die A...karte ziehen sollen, die einfach nur ihr Demonstrationsrecht wahrnehmen wollen, gegen einen Moloch von Finanzkapital, der schalten und walten kann, wie es ihm gefällt, als ob ihm der Staat gehöre. Er wird ihm auch gehören, dank unserer Parlamentarier, die zu faul, zu träge, zu gierig sind, um sich überhaupt noch Gedanken zu machen, worüber sie denn abstimmen.

Der Finanzhugo, der mit Mappus den Deal auf Kosten der Steuerzahler gemacht hat, warb in Frankreich z.B. damit, dass in Baden-Württemberg die Parlamentarier zu allen ja und amen sagen und schrieb Mappus die Argumente für den Raubzug an den Steuerzahlern ins Manuskript. Die - in meinen Augen schon - arme schwäb'sche Hausfrau musste wieder herhalten. Diese arme Frau muss nun wirklich als Alibi für jede Schweinerei von Raubrittern herhalten. Wenn ich schwäb'sche Hausfrau wäre, würde ich endlich mal auf die Barrikaden gehen.

Die Welt ist außer Rand und Band. Seit dem Ableben des sozialistischen Lagers wird das Leben für Normalos immer unfreier, undemokratischer.

Wir haben das nicht nur den spießigen und orthodoxen Regierungen und Parteien der ehemals sozialistischen Ländern zu verdanken und deren verfehlte Wirtschaftspolitik. Es gab nicht nur sie, sondern auch eine Menge Kollaborateure in der Masse der Bevölkerungen, die für ein kleines Zubrot an irgendwelchen Konsumschrott alles und alle verraten haben. Auch diejenigen, die wegen eines Volkswagens, den sie unbedingt haben wollten oder diejenigen, die endlich in den Genuss (?) von Maggisuppen kommen wollten, haben leichtfertig ihre soziale Sicherheit, ihren guten Arbeitsplatz und vieles mehr aufgegeben. Es war einfacher, das System abzuschaffen, als zu ändern. Sie leben zwar in keiner politischen Repression mehr, dafür - und was ich viel schlimmer finde - in einer ökonomischen Repression. Ich frage mich manches Mal: War es das wert?

Zur ökonomischen Repression gesellt sich immer mehr die freiheitliche Repression. Man missversteht bewusst den Begriff Freiheit und stellt ihn gleich mit einer Freiheit von allem, jeder wäre nur für sich selbst verantwortlich. Die Geschichte der Menschen zeigt aber etwas völlig anderes. Viele gehen mit Freuden diesen Weg mit, Hauptsache sie bekommen noch ein warmes Mittagessen, ein bisschen Zubrot und können auf Schritt und Tritt erreichbar sein und ihr Smartphone (für mich der Inbegriff der Unfreiheit und Bespitzelung) vor sich her tragen, ohne zu erkennen, dass der Mensch NUR als Gruppe überleben kann. Das wissen auch diejenigen, die von Freiheit schwafeln und uns im großen Stil beklauen. Diejenigen leben als Gruppe und beuten uns als Gruppe aus. Sie können das, weil wir uns vereinzeln lassen. Erinnert sei dabei an das Gleichnis mit den Stäben. Wir dummen kleinen Normalos freuen uns, wenn es unseren Bossen gut geht, weil wir dann immer noch denken, dass es dann uns auch gut gehen werden. Diese Zeiten sind längst Geschichte. Diese Zeiten starben 1990!

Dem internationalen Clan der Nutznießer unserer Hände Arbeit, stehen wir national gegenüber und verteidigen mit allem was wir haben, dieses »National«. Na toll. Ob wir je begreifen werden, dass wir uns auch Internationalisieren müssen?