Montag, 30. Juli 2012

Umdenken ist angesagt - es geschieht nichts

Die Wirtschaft Spaniens ist weiterhin im Sinkflug. Im zweiten Quartal rutschte Spanien weiter in die Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist um 0,4 Prozent zum Vorquartal geschrumpft,

Und was macht die EU? Sie weiß nichts anderes, als Steuergelder den Banken in den Rachen zu werfen. Heute Morgen habe ich gehört, dass trotz der schlechten Nachrichten die Börse wieder mal im Aufwind wäre. Man wunderte sich von Moderatorenseite darüber. Wieso? Die Spekulanten verdienen doch prächtig! Das Meiste an den Börsen ist Spekulation. Man wettet auf bestimmte Aussichten, auf Gewinne, auf Verluste, auf Rausschmiss von Arbeiterheeren - dann glänzen die Augen der Investoren. Kurzfristige Gewinne - und nach uns die Sintflut.

Wieso wundert man sich über das weitere Schrumpfen der spanischen Wirtschaft? Was erwartet man denn, wenn die Arbeitslosenheere wieder so hoch sind wie kurz nach Franco? Ist das nicht ein Armutszeugnis, das spanische zurück in die Mitte der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts? So schlecht kann absolut kein Staat gewirtschaftet haben. Und was erwartet man, wenn nun sogar über die Hälfte der Jugendlichen arbeitslos sein sollen?

Wieso wird dann weiterhin an denen gespart, die allein die Wirtschaft wieder in Gang bringen könnten? Das können eben nur diejenigen, die ihren Unterhalt in den Unternehmen erarbeiten müssen und das Geld dann wieder ausgeben und Produkte kaufen und nicht der Herr Fabrikbesitzer oder Vorstandsvorsitzender oder die Frau Millionärin. Wieso ist das so schwer zu verstehen?

Die sind nur eine Handvoll, wir sind Milliarden!

Will man verbrannte Erde? Will man, dass sich die Spanier vielleicht wieder nach Franco sehnen? Vergangenheit wird immer verklärt, auch wenn sie nicht besser war, als das was heute ist. 

Rezession in Spanien. Wie will man aus einer Rezession wieder herauskommen, wenn niemand mehr da ist, den Konsum anzutreiben?Warum sollte ein spanisches Unternehmen investieren? Bis weit rein nach Mitteleuropa wird es immer schwieriger Produkte zu verkaufen. 

Kapiert das niemand?

Warum ist man nur auf die verdammten Märkte fixiert? Es sind ja nicht mal die richtigen Märkte, sondern nur die Finanzmärkte, die im Fokus des Interesses stehen. Märkte, die nichts produzieren, die kein Wachstum generieren in der realen Welt, die völlig abgehoben mit Geld hantieren, was überhaupt nicht da ist. 

Sollte sich die EU nicht vor allem endlich mal darauf konzentrieren, diese Ganoven der Finanzmärkte zu kontrollieren, dass sie nicht mehr machen können, was sie wollen? Das sie nicht die Staaten am Nasenring durch die Manege führen? 

Wieso lässt sich ein Staat zum Clown degradieren? Sollte nicht er das Sagen haben und nicht irgendwelche Finanzgruppen, begonnen bei den Ratingagenturen bis hin zu den windigen Investorgruppen? Ist es nicht seine Aufgabe, Schaden von seinem Volk abzuwenden? Wer sind die denn, dass sie Menschen verhungern oder sie durch unterlassene medizinische Hilfeleistungen sterben lassen können? Kleine, schmierige, gierige Kerle/Weiber sind das, die auf einem Leichenberg ihr Gold zählen. Ihre Kumpanen sind die gekauften Regierungsvertreter der EU.

Wann schalten die Verantwortlichen in der EU nicht endlich mal ihr Hirn ein, sofern sie nicht nur Luft dort drinnen haben? Es kann doch nicht so weitergehen, dass jedes Land, das jetzt durch die verfehlte Sparpolitik noch tiefer in Not gerät, Milliarden an Steuergelder, die nur virtuell vorhanden sind, erhält. Nein, nicht das Land erhält diese Milliarden, sondern deren Banken, die irgendetwas damit machen, nur nichts gescheits. Die Besitzer der Banken, Vorstände und Aufsichtsräte sich eine goldene Nase an den Steuergeldern aller arbeitenden Menschen in der EU verdienen - und zwar ALLER.
Was sagte Brecht? Was ist ein Bankraub gegen die Gründung einer Bank?

Wie will man eine EU weiterführen, deren Bevölkerung auf niedrigstem Niveau darben muss? Wie soll das gehen? China kann nicht die Rettung sein. Auch China ist darauf angewiesen, dass Menschen in Europa ihr Billigstzeugs kaufen können. Ohne uns, hat es auch China schwer. Noch können die Chinesen im eigenem Land nicht alles ausgleichen, was hier nicht mehr verkauft werden kann.

Will man ein Drittwelteuropa haben? Ohne Industrie? Nur mit Finanzdienstleistungen für Menschen außerhalb von Europa und ein paar noch innerhalb von Europa? 

Ich weiß jetzt nicht, wie tief wir in der Sch... stecken. Ich persönlich finde, kurz vor dem ertrinken darin. Ich weiß auch nicht, wie die nächsten Schritte konkret aussehen müssten, um den Menschen in Europa ein einträgliches Leben ermöglichen zu können. Was ich weiß ist, dass endlich die Macht der Banken gebrochen werden muss und auch die Macht der Ratingagenturen. Vorher hatten sie die gegenüber Staaten so auch nicht. 

Maßstab jeder Regierung MUSS sein, den Wohlstand und die Demokratie in ihrem Land zu erhöhen und nicht den Gott der ominösen Finanzmärkte anzubeten. Der Staat ist das Primat und nicht irgendeine x-beliebige Ratingagentur. Wo kommen wir denn hin, wenn ein nichtgewähltes Gremium darüber bestimmt, ob wir hungern oder nicht, ob wir eine gute Schule haben oder nicht, ob unsere Kinder/Enkel eine Ausbildung erhalten können oder nicht, ob wir Kultur genießen können oder nicht und ob wir zu Ärzten gehen können oder nicht.

In der EU ist alles außer Rand und Band geraten, weil diejenigen, die sich laut Verfassung oder Grundgesetz - je nach dem -, um das Wohl des Staates und seiner Bevölkerung zu kümmern haben, mit wehenden Rockschößen sich in die Arme der Mafia geschmissen haben und sich dabei noch wohl fühlen. So kann es nicht weitergehen!

Wir müssen hier in Deutschland endlich damit beginne, nicht den Griechen oder den Spaniern die Schuld zuzuweisen, sondern denen, die einen Krieg gegen die arbeitende Bevölkerung begonnen haben! Wenn es mit "Ruhe sanft" weiter so geht, gewinnen die den Krieg gegen uns. Noch.