Mittwoch, 29. August 2012

Na, was bin ich doch rüstig

Ich, der Rentner/die Rentnerin, ich strotze vor Rüstigkeit. Ich bin fit wie ein Turnschuh, ein Markenturnschuh natürlich, nicht so ein ausgelatschter von Aldi. Der Traum meines Lebens ist es, am Arbeitsplatz zu sterben. Ich bin so hoch gebildet, dass es mir Spaß macht Zeitungen auszutragen.

Nein, nein, ich mache das nicht, damit ich mit meiner Rente so über den Monat komme. I wo, wer denkt denn so was.

Mein Berufung ist es, Werbung in die Briefkästen zu stecken, Flaschen zu sammeln, die andere wegwerfen, oder Zeitungspapier aufzuklauben. Ich liebe es!

Es ist auch voll cool, wenn ich im Supermarkt Waren auffülle, so 2 Stunden am Tag oder Wächter zu spielen. Das macht mich noch fitter. Fit, fitter am fittesten! Den Superlativ gibt es wirklich. Und der trifft dann auf mich zu.

Es ist so geil, arbeiten zu gehen. 

Ich habe soviel Geld, ich bräuchte das eigentlich gar nicht. Rentner sind eben reich. Die kennen keine Armut. Ich reise nicht, leiste mir kaum einen Gaststättenbesuch, gehe nicht ins Konzert, nichts ins Theater oder kleiner: ins Kino. Ich arbeite aus Lust an der Freude. 

PS: Die Zahl der Minijobber über 65 ist um 60% gestiegen. 60% mehr glückliche Menschen, die sich um Arbeit reißen, die unqualifiziert ist? 60% mehr, die es eigentlich gar nicht nötig hätten, zu arbeiten? So jedenfalls meint es das Institut der deutschen Wirtschaft. 

Reicht es nicht langsam mit der Propaganda? Es ist nur Propaganda und es ist ätzend. Es ist wieder einmal ein DDR-déjà-vu. Vom Regen in die Traufe gekommen!