Montag, 6. August 2012

Na wie denn nun

Viele Deutsche sind Schizos, dachte ich heute Morgen so bei mir. Da beschweren sich massiv Radfahrer, dass ihre Radwege in schlechtem Zustand oder kreuzgefährlich sind. Die Verantwortlichen in den Kommunen werden gebeten, sich endlich darum zu kümmern. Sie werden gebeten. Das allein ist schon lustig. 

Ich dachte so bei mir. Das ist ja toll lieber deutscher Radfahrer. Du jubelst über Schuldenbremsen, findest sie richtig und gut. Du unterstützt völlig, dass diese Schuldenbremsen in das Grundgesetz eingearbeitet werden. Du unterstützt mit Freude, dass Schuldenbremsen in die Länderverfassungen reinkommen. Du bist Fan von Schuldenbremsen. Bei Volksbefragungen sagst du lauthals "JA" zu Schuldenbremsen. Du schaust dir deine Geldbörse an und weißt, dass man nur das ausgeben kann, was man eingenommen hat. Du vergisst völlig, dass du vielleicht Ratenzahlungen hast. Also hast du doch mehr ausgegeben, als eingenommen. Du müsstest also bei dir selbst beginnen, mit der Schuldenbremse.

Nur Volkswirtschaften sind keine privaten Geldbörsen. Volkswirtschaften funktionieren anders.

Lieber deutscher Radfahrer, du vergisst, dass Staatshaushalte, kommunale Haushalte NUR über Schulden funktionieren können. Diese sprachlichen Liederlichkeiten, die wir allgegenwärtig hören, verwechseln außerdem Schulden mit Investitionen. Deine Ratenzahlung sind wirklich Schulden, reiner Konsum. Die meisten "Schulden" der Kommunen wären Investitionen und zwar langfristige, die Werte repräsentieren, die allen zugute kommen.

Was willst du nun, lieber deutscher Radfahrer? Es geht nicht Beides. Man kann keinen Schuldenbremsen zujubeln und sich dann darüber aufregen, wie Schuldenbremsen wirken. Deine sicheren und guten Radwegen, wie vieles mehr in deiner Kommune, sind der Schuldenbremse zum Opfer gefallen. Du wolltest es so - also lebe auch mit den Konsequenzen!