Dienstag, 25. September 2012

Stinkefinger zeigen

Ich weiß nicht, wer das war, der von der Deutschen Bank. Zynisch, zynischer, am zynischsten, würde ich ihn beurteilen. Schön, wenn man sich hinter Steuermilliarden verstecken und mit dem harmlosesten Gesichtsausdruck Haltet den Dieb schreien kann.

Heute Morgen im Fernsehen.

Oh nein, eine Bankenkrise? Was ist denn das? Die ist doch schon lange vorbei! Nein, Banken müssten überhaupt nicht zerschlagen werden und die Wirtschaft wollte doch nicht wollen - vor allem nicht die mittelständische Exportindustrie - dass normale Bankgeschäfte vom Investmenbanking getrennt werden würden. Nee, als Bank, wo kämen wir denn da hin. (so ähnlich sprach er)

Ob er vielleicht die Realwirtschaft mit den Spekulanten verwechselt hat? 

Also ich kann mich nicht daran erinnern, als ich bei der Landesbank BaWü in der Leasingabteilung gearbeitet hatte, dass die mittelständische Industrie Finanzprodukte haben wollte, sprich Spekulationsprodukte. Die wollten Kredite oder Leasingverträge. Ganz stinknormal. Geld, mit dem sie investieren/modernisieren konnten. Die haben nicht spekuliert und die waren Mittelstand. Also, von denen kann das Individuum der Deutschen Bank nicht gesprochen haben.

Traurig-lustig wird es dann, als er davon sprach, dass es überhaupt keine Rezession mehr gäbe, alles würde wieder prima laufen. 

Wovon spricht der Kerl eigentlich? Sicherlich von Spekulationsprodukten. Richtige Produkte, durch Arbeit hergestellt, die kann er nicht meinen, die befinden sich gerade im Absatzsinkflug.

Noch traurig-lustiger wird es, wenn dieses Subjekt der Deutschen Bank davon spricht, dass es überhaupt keine Bankenkrise mehr gäbe, nur noch eine Staatsschuldenkrise, die - man höre und staune - die Banken beeinträchtigen würde.

Die Staaten, vor allem die an der südlichen, europäischen Peripherie müssten ihre Hausaufgaben machen! Oh, ich liebe es, wenn so gelogen wird, dass sich die Balken biegen und man nicht weiß, ob man eine Bombe nehmen oder doch lieber erhaben über solch einen Mist stehen sollte. Ich kam mir wie ein Muslim vor, der sich über dieses doofe Video aufregte. Dem hätte ich immerzu geraten, über den Dingen zu stehen. Ich merke, so einfach ist das alles gar nicht.

Also das ist wirklich ein Kunststück der Verdrehung der Tatsachen: Gerettet werden von den europäischen Steuerzahlern. Schmott einsackend von jedermann, nur damit man nicht Pleite geht, weil man sich verspekuliert hat und hinterher die Hand beißen, die einen gefüttert hat.

Und nicht nur beißen ... vorher wird die Person, die diese Hand besitzt, in die man kräftig hineinbeißt, noch dafür verantwortlich gemacht, dass sie einen gefüttert hat.

Da fällt mir eine schöne Geschichte ein, die mal bei STAR TREK Voyager erzählt wurde:

Frosch und Scorpion stehen am Flussufer. Beide wollen hinüber. Der Scorpion fragt den Frosch, ob er ihm nicht auf seinem Rücken mit hinübernehmen könnte. Der Frosch meint darauf, dass er das nicht risikieren könne, da der Scorpion doch einen Giftstachel hätte und er Angst hätte, dass er gestochen werden würde. Der Scorpion beruhigt den Frosch, in dem er ihm vorhielt, dass er, der Scorpion, doch nichts davon hätte, wenn er das täte, weil sie dann alle beiden in den Fluten umkämen. Der Frosch glaubte dem Scorpion, weil er die Argumentation für schlüssig hielt und lässt den Scorpion auf seinen Rücken. Als sie in der Flussmitte sind, sticht der Scorpion den Frosch. Erstaunt fragt der Frosch den Scorpion: "Warum hast du das gemacht? Wir müssen doch jetzt beide sterben?"

Ich bin ein Skorpion, es ist meine Natur, ich kann nicht anders…

Die Moderatorin war dann doch etwas erschüttert von dem Bekenntnis der Deutschen Bank und meinte: Sie sind also unschuldig. Süffisant setzte sie sinngemäß hinzu, dass gar nichts anderes zu erwarten gewesen wäre.