Mittwoch, 12. September 2012

Wem gehört die Welt

Gestern habe ich bei arte den Film "Bottled Life - Nestlés Geschäft mit Wasser"

Ein sehenswerter Film, der das Lügengeschäft des Bosses von Nestlè entlarvt. In die Kameras wird menschlich gesprochen, man ist Retter, der Größte, der Beste, derjenige der sich um die Umwelt kümmert, der Kümmerer schlechthin. Lauter Lügen!

Aber davon mal abgesehen. Im Film wird die Frage gestellt, wem das Wasser gehöre. 

Der Nestlé-Boss hat die eine Richtung, dass nämlich Wasser Menschenrecht wäre und allem gehöre, für abartig empfunden. Es wäre doch eher so, dass Wasser ein Lebensmittel wäre, mit dem auch Gewinn gemacht werden könne.

Gut, dass ein Besitzender in Geldgier so etwas sagt, verstehe ich noch.

Nur, wir müssen uns mal alle fragen: Wem gehört das Wasser?

Und wir dürfen nicht beim Wasser stehenbleiben. Man frage doch einmal danach, wem der Boden gehöre, der Wald, die Wiese, der Fluss ...

Ich kann mich nicht erinnern, dass irgendwann in der Geschichte Gott herabgestiegen wäre, und zum Makler geworden wäre. So Bibelfest bin ich als Nichtchrist nicht, aber im Alten Testament, als Gott noch zu den Menschen als strenger Vater sprach, habe ich nichts darüber gelesen, im sanfteren Neuen auch nicht. Er hat auch niemanden mit einer Maklertätigkeit betraut, der das Geschäft für ihn hätte abschließen können. Und - wozu hätte Gott Geld gebraucht? Wo hätte er ein Katasteramt gehabt? Hat er gar Engel als Bürokraten eingesetzt? Gibt es deshalb gefallene Engel?

Es ist doch eher so, dass der Mensch ein Diebsgesicht ist. Er hat sich Land, Wälder, Seen, Felder einfach unter den Nagel gerissen. Er hat Kraft seiner Wassersuppe erklärt, dass das Stück ihm allein gehöre und keinem anderen. Er hat es anderen einfach weggenommen, weil er der Stärkere war. Die anderen konnten ja sehen, wo sie bleiben. Und wenn der Dieb dann noch faul war, hat er gnädigerweise denen erlaubt, denen er das Land gestohlen hatte, bei ihm zu arbeiten für einen Hungerlohn. Und die ganz schlauen, haben die Menschen zu Sklaven gemacht, so dass sie für eine Pritsche und ein bisschen anzuziehen bei ihm schuften durften, ohne eigene Rechte.

Der Mensch ist ein Diebsgesicht und wir haben es akzeptiert und als Grundlage unserer Gesellschaftsform erkoren: Diebesgut zu schützen. Man nennt es verniedlichend: Privateigentum. 

Jeder, der Land sein eigen nennt, Wald, Wasser usw. sollte wissen, dass er ein Hehler ist. Er hat von Dieben Eigentum erworben. Das ist der Fakt, auch wenn er anders benannt wird.

Wir haben die Erde nur zur Pacht erhalten, damit wir sie nutzen dürfen für unser aller Wohl. Das wussten die Menschen einmal, zumindest solange, bis Diebe hoffähig wurden und zu Eigentümern mutierten. 

Wir sollten sie nicht hofieren.