Donnerstag, 20. September 2012

Wenn Dummheit mit Krach verbunden wäre ...

... wir müssten alle nur noch mit Ohrenschützern herumlaufen und könnten es vor Krawall nicht mehr aushalten.

Wer ist denn so dumm und glaubt, dass China an einem gesunden Europa interessiert wäre, wie ich heute in den Nachrichten gesehen habe? Für den Moment sicherlich. Noch sind nicht alle Blaupausen in chinesischen Tresoren. Noch haben europäische Ingenieure und Arbeiter Erfahrungen, die so nicht in China vorhanden sind. Noch!

Ein paar Jahre hin und China hat alles, was es will von Europa frei Haus erhalten. China wird das dann alles selbst produzieren können. Schließlich müssen über eine Milliarde Menschen Arbeit finden bzw. eine berufliche Perspektive eröffnet werden. Noch gibt es bettelarme Gebiete im großen China. Auf die Dauer kann sich das dieses Land nicht erlauben. 

Nur, China ist kein Land mit Arbeitertradition, schon gar nicht mit einer Demokratietradition, die Europa sich blutig erkämpft hat und die wir heute leichtfertig preisgeben.

Die von ihren Regierungen total verarmten Europäer werden vielleicht noch in Schwitzbuden sitzen dürfen und den Dreck dann produzieren können, der für ihre Ernährung oder Kleidung gerade noch zugebilligt wird. Vielleicht. Vielleicht könnte es noch schlimmer kommen.

Erste Anzeichen dafür sind schon in Griechenland zu besichtigen. Auf Druck der Troika muss und musste ja alles privatisiert werden. Die Chinesen haben sich im Hafengeschäft gütlich an der Schnäppchenjagd getan. Was wurde daraus? Ein Containerhafen, der zwar prosperiert, aber wo Arbeitsschutz ein Fremdwort ist. Ein Containerhafen mit verschlissenem Gerät. Fachkräfte wurden durch Ungelernte ersetzt und Gewerkschaften verboten. Den griechischen Eliten ist das Schnuppe, die sind korrupt - wie alle Eliten hier und heute - und schwimmen mit auf dieser Welle. Hauptsache es fließen die Moneten.

Genauso wird Europa umgeformt werden, wenn der eingeschlagene Weg weiterverfolgt wird. Und ich sehe nirgends eine Abzweig in eine andere Richtung.

Statt uns auf europäische Traditionen und Erfolge zu besinnen, haben uns die sogenannten Eliten wegen ein paar Silberlingen globalisiert und verkauft. Europa könnte ein blühender, vorbildlicher und prosperierender Kontinent sein, wenn es nicht solch schmutzige "Eliten" hätte, denen alles egal ist, außer ihr eigenes Bankkonto.  Heute versinkt Europa langsam, schrittweise, oft fast unbemerkt in die Deindustrialisierung und damit in die Verarmung und ins Abseits. Ein Staat nach dem anderen bröckelt. Noch ist es nicht so ersichtlich, aber der Weg ist vorgezeichnet.

Und das Schlimme daran ist, dass sich das Lieschen Müller und Hans Jedermann immer noch schön reden! Man trifft allerorten auf taube Ohren oder Widerrede, wenn man auf die Gefahren aufmerksam macht. Ich weiß nicht warum. Ältere Menschen meinen sicherlich, dass sie dieses System noch abhält, solange sie noch auf Erden wandeln und junge Menschen sind oft entpolitisiert worden und das mit Freuden. Ihnen ist shoppen und Konsolen wichtiger. Bis? Es kann manches Mal ganz schnell gehen. Hoffentlich nicht, aber ich habe keine Hoffnung mehr. Wir lassen uns einfach viel zu viel gefallen und projezieren unsere oft wirkliche Wut auf die Falschen - auf unseren Nachbarn. 

Die wirklichen Verbrecher an Europa lachen sich ins Fäustchen.